Alle Beiträge von Michael Lemken

Moderne Antigone im Fletch Bizzel

Das Künstler*innenkollektiv „HER.STORY“ präsentiert am 30. September und am 01. Oktober 2022 das Stück „Antigone am Strand“. Das Stück basiert einerseits auf den antiken Text von Sophokles, zum anderen auf „Antigone – ein Requiem“ von Thomas Köck sowie Texten von Geflüchteten. Ars tremonia war auf dem Pressegespräch.

Das Kernelement des antiken Stoffes ist, dass Kreon, der Tyrann von Theben, verbietet die Beerdigung seines Neffen Polyneikes, der gegen die eigene Stadt Krieg geführt hat. Antigone, die Schwester von Polyneikos und Kreons Schwiegertochter in spe, widersetzt sich dem Verbot und wird lebendig eingemauert.

Thomas Köck aktualisierte das Stück im Hinblick auf die Flüchtlingswellen über dem Mittelmeer. Bei Köck werden am Strand zahllose Leichen angespült. „Was geht das uns an“, fragt der Chor. Aber Antigone lassen die Toten nicht kalt und stellt sich gegen Kreon.

Auch in der Produktion „Antigone am Strand“ ist die Titelheldin die starke Figur und bietet Kreon die Stirn. Ebenso wie ihre Schwester Ismene, die versucht, liberal und diplomatisch zu bleiben. Kreon wird in dem Stück nicht als antiker Herrscher dargestellt, sondern wie ein moderner, neoliberaler Machtmensch.

Auch wenn das Stück sich um die Bestattung von Toten handelt, geht es auch um die Schönheit des (Über-)Lebens, denn Texte von Geflüchteten, die über die Balkanroute gekommen sind, sind miteingeflossen.

Jasmina Musić spielt die Antigone, Toni Gojanović den Kreon. Der Videokünstler Timo Vogt wird den Chor auf die Bühne bringen.

Gefördert wird „Antigone am Strand“ unter anderem vom Forum Darstellende Künste.

Premiere ist am 30. September 2022 um 20 Uhr, die zweite Vorstellung am 01. Oktober 2022, ebenfalls um 20 Uhr.

Karten unter www.fletch-bizzel.de

Verlorene Jugend – Die Bakchen im Schauspielhaus

Wenn es einen Verlierer in der Dauerkrise gibt, dann sind es die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Neben Corona-Krise und Ukraine-Krieg existiert weiterhin der Klimawandel und seine Folgen. Gerade die Beschränkungen wegen Corona haben die Jugendlichen stark getroffen. Keine Partys, keine Diskothekenbesuche, Isolation statt mit Kommiliton*innen abhängen. Die Zäsur war gravierend. Und jetzt? In der Ukraine herrscht brutaler Krieg und täglich sterben Menschen, der Klimawandel zeigt immer schneller sein hässliches Gesicht, da bleibt nicht viel Fröhliches?

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Zu Besuch bei russischen Jahrmärkten und Zirkussen

Trotz (oder gerade wegen) des Angriffskrieges Russland auf die Ukraine stand das erste Philharmonische Konzert der Spielzeit 22/23 im Zeichen russischer Musik. Schtschedrin, Glasunov und Strawinsky hießen die Komponisten, die gespielt wurden. Dazu dirigierte die russischstämmige Anna Skryleva und Solist des Abends war Alexander Prushinskiy, der zwar in Novosibirsk geboren wurde, aber ein Heimspiel hatte, denn er ist der 1. Konzertmeister der Dortmunder Philharmoniker.

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Das Vieh ist noch Natur – Woyzeck zum Spielzeitauftakt

Bunt, reduziert und mit SM-Anleihen – die Inszenierung von Georg Büchners „Woyzeck“ durch Jessica Weisskirchen setzt auf skurrile Einfälle und schräge Kostüme. Die Regisseurin rückt Nebenfiguren wie den Hauptmann und den Doktor stärker in den Mittelpunkt. Die Premiere war am 09. September 2022 im Studio des Schauspielhauses.

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20 Jahre Konzerthaus Dortmund – Symbol des Wandels

Am 08.09.2002 fand im Dortmunder Konzerthaus der „Tag der offenen Tür“, rund 40.000 Besucher*innen wollen das neue Haus in der Brückstraße kennenlernen. In den 20 Jahren hat das Konzerthaus es geschafft, in die Champions League der europäischen Konzerthäuser zu gelangen und Künstler*innen von Weltformat zu engagieren. Das alles ist ein Verdienst der drei Intendanten Ulrich Andreas Vogt, Benedikt Stampa und Raphael von Hoensbroech.

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„Glossar des (Ver)Lernens“ im MKK: Ausstellung mit Stimmen der Stadt

Glossar des (Ver)Lernens“ – Ausstellung des  FAVORITEN Festival 2022
10. September – 30. Oktober 2022
Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastr. 3, 44135 Dortmund
Eintritt frei

Das digitale „Glossar des (Ver)Lernens“ bringt verschiedene Stimmen aus der Dortmunder Stadtgesellschaft in kurzen Videointerviews zu Gehör. Entstanden ist es als Teil des FAVORITEN Festivals, das vom 15. bis 25. September an vielen Spielorten in ganz Dortmund stattfindet. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) präsentiert das „Glossar des (Ver)Lernens“ in einer Ausstellung vom 10. September bis 30. Oktober. Eröffnung ist am Freitag, 9. September, 18 Uhr.
Im Zentrum des FAVORITEN Festival steht in diesem Jahr der gemeinsame, kontinuierliche Prozess des (Ver)Lernens und Miteinanderwachsens zwischen den Geschlechtern, Generationen, Klassen und Grenzen. Um besser zu verstehen, was (Ver)Lernen in Dortmund heißen kann, sind die Kuratorin Eva Busch und der Fotograf Sören Meffert in verschiedene Nachbarschaften der Festival-Spielorte ausgeschwärmt und haben Gespräche geführt. Mit Expert*innen verschiedener Arbeits- und Lebensbereiche aus Dortmund und Umgebung sprachen sie über ihre Erfahrungen des (Ver)Lernens.
Die dabei entstandenen, ca. 10-minütigen Videobeiträge versammeln sich in einem stetig wachsenden Glossar des (Ver)Lernens, das ein neues, unordentliches, fragiles, lust- und kraftvolles Alphabet ausbuchstabiert: mit W wie Wegwerfgesellschaft, F wie Familie, P wie Patriarchat und U wie Unruhe. Die Besucher*innen begegnen Geschwistern, die alte Familienbilder verlernen, oder einer Gärtnerin, die als Teil einer solidarischen Landwirtschaft verschiedene Produktions- und Beziehungsweisen erprobt. Unter K wie Klinik berichtet eine Pflegekraft von ihrem Alltag am Klinikum Dortmund, während unter V wie Vögel ein Hobby-Ornithologe über seine Begeisterung für die Vogelwelt erzählt.
Das Glossar des (Ver)Lernens ist eine vielstimmige Einladung, sich selbst auf die Abenteuer des (Ver)Lernens einzulassen. Beteiligt sind Initiativen wie Decolonize Dortmund, Nicht ohne uns 14%, das Sozial-ökologische Zentrum Dortmund u.a.
FAVORITEN Festival 2022: (Un)Learning for possible futures
Unter dem Motto „(Un)Learning for possible futures: There can be no return to normal, because normal was the problem in the first place“ setzt sich das FAVORITEN Festival 2022 künstlerisch und diskursiv mit den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft auseinander.
Neben der Ausstellung im MKK sind die Videos auch als Installation im Kulturort Depot und digital zu sehen.

Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des Museums bei freiem Eintritt zu sehen. In einer Kurator*innenführung am 16.09.2022 um 16 Uhr geben Eva Busch und Sören Meffert Einblicke in den Entstehungsprozess und laden zum Austausch ein.

Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Samstag, Sonntag 11 – 18 Uhr
Donnerstag, Freitag 11 – 20 Uhr
Montag geschlossen

Ausstellungseröffnung, Freitag 09. September 2022, 18 Uhr
Kurator*innenführung, Freitag 16. September 2022, 16 Uhr
dortmund.de/mkk        favoriten-festival.de/spielplan

Lesebuch Josef Krug – Kennenlernen in kleinen Häppchen

Um einen Autor kennenzulernen, ist eine Zusammenstellung mit unterschiedlichen Texten ein guter Start. Genauso ist es mit dem „Lesebuch Josef Krug“, das Walter Gödden zusammengestellt hat. Es enthält kurze Texte, Gedichte und Ausschnitte von längeren Texten. Sie stammen aus den Jahren 19179 bis 2019. Sie bilden einen guten Querschnitt und zeigen die Entwicklung von Josef Krug.

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Wäre Frauenpower die Lösung? – Lysis-Structure im Fletch Bizzel

Wäre das nicht eine schöne Vorstellung? 1914 hätten sich die Frauen in Deutschland, Russland, Frankreich, England, Österreich-Ungarn ihren Männern verweigert und hätten den Ersten Weltkrieg verhindert. So wie in der Komödie „Lysistrata“ von Aristophanes.

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Landschaftsbilder von  Johann Hinger an zwei Orten

Vom 04. September 2022 bis zum 15. Januar 2023 stellt das Hoesch-Museum und das Atelierhaus Westfalenhütte insgesamt über 60 Arbeiten von Johann Hinger aus. Das Hauptthema seiner Bilder sind die Landschaften des Ruhrgebiets.

Wie kommt ein Österreicher ins Ruhrgebiet? Der Liebe wegen. Deshalb wechselte Johann Hilger von der Kunstakademie in Wien nach Düsseldorf und zog 1976 ins Ruhrgebiet. Hier fand er auch sein Hauptthema: Die Landschaften des Ruhrgebiets.

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