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Der Produktionsprozess als Kunstwerk

Die Künstlervereinigung „Dortmunder Gruppe“ zeigt vom Sonntag, den 11.09.2022 bis zum 02.10.2022 zum letzten Mal in den Räumlichkeiten der BIG Gallery (Dortmund, Rheinische Straße 1) eine Performance und Ausstellung „MNZ“.

Pia Bohr und Alexander Pohl berichtete beim Pressegespräch über den Hintergrund diese besonderen Performance-Ausstellung.

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Künstlerische „Aufbrüche“ in der BIG Galerie Dortmund

In der Dortmunder BIG Gallery (Rheinische Str. 1) ist vom 27.03.2022 bis zum 29.05.2022 die Jahresausstellung des Westfälischen Künstlerbundes der Stadt unter dem Titel „Aufbruch“ zu sehen. Elf Künstler*innen zeigen ihre unterschiedlichen Arbeiten (2019 – 2022) wie digitale Fotografien, Objekte, Grafiken, Zeichnungen und Malereien mit ihren ganz eigenen Blickwinkel auf das Thema.

Aufbruch hat etwas mit Mut zum Loslassen und sich auf Neues einstellen und einlassen zu tun. Auslöser sind oft Pandemien (etwa Spanische Grippe oder jetzt Corona), Kriege (leider wieder aktuell), Industrialisierung und Strukturwandel, Klimaerwärmung sowie die Digitalisierung.

Einige Künstler*innen waren beim Presserundgang anwesend: (v.l.n.r.) Irmhild Koeniger-Rosenlechner, Axel M. Mosler, Klaus Pfeiffer, Marc Bühren und Wladimir Kalistratow
Einige Künstler*innen waren beim Presserundgang anwesend: (v.l.n.r.) Irmhild Koeniger-Rosenlechner, Axel M. Mosler, Klaus Pfeiffer, Marc Bühren und Wladimir Kalistratow

So berühren zum Beispiel Marc Bühren mit seinen manuellen und digitalen 3D-Drucken und Richard A. Cox mit seinen bunten Werken (Ölpastell auf Karton) mit ihrer besonderen Bildsprache die Corona-Pandemie. Sie nehmen die Entkörperlichung durch die mediale Bilder- und Datenflut als Grundlage für ihre Arbeiten.

Walter Hellenthal (Mischtechnik auf Papier), Christoph Ihrig (Tuschezeichnung), Axel M. Mosler (Fotografie) und Dieter Ziegenfeuer (Mischtechnik) erinnern mit ihren künstlerischen Werken an das existentielle Thema Erderwärmung sowie die zerstörerischen Folgen durch die Klimaveränderung.

Das Thema Digitalisierung nähern sich Wladimir Kalistratow und Andi Knappe auf ihre eigene Weise an. Kalistratow entwickelt nicht nur fantastische digitale Welten, sondern thematisiert diese auch. Kappe nähert sich dem Digitalen mit dem Printmix-Verfahren (Acryl/Lack auf Leinwand) an.

Variationen zum Thema „Industriearchitektur“ mit vielschichtiger Symbolik zeigt Petra Bötticher-Reiff mit ihren grafisch bearbeiteten Fotografien aus der Stahlindustrie-Vergangenheit in verwaschenen Grau-Schwarz-Weiß.

Mit ihren Zeichnungen, Collagen, Kaltnadelradierungen widmet sich Irmhild Koeniger-Rosenlechner drei berühmten Frauen. Sibylle Merian, Annette von Droste Hülshoff sowie Marie Luise Fleisser, die zu ihrer Zeit mit künstlerischen Aufbrüchen zukunftsweisend waren.

Mit seinen Rothko Variationen (Zeichnungen Bleistift) setzt sich Werner Bloch in seinen Arbeiten mit den Werken des amerikanischen Künstlers Mark Rothko auseinander.

Früher waren diese farbenfroh, ehe er in das (variable) Schwarz aufbrach. Er verbindet „Schwarz“ mit existenziellen Farben , sowie mit der leere und dem Nichts.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 27.03.2022 um 11:00 Uhr in der BIG Galerie Dortmund eröffnet

Eine abwechslungsreiche Ausstellung – das kann man mal machen

Die fünfte gemeinsame Ausstellung aller vier Dortmunder Künstlerverbände trägt den schönen Titel „Kann man mal machen“. 41 Künstlerinnen und Künstler wurden letztlich von einer Jury ausgewählt und präsentieren Skulpturen, Fotos, Malerei und weitere Spielarten der bildenden Kunst. Gezeigt wird die Ausstellung in der BIG gallery am Dortmunder U vom 21.11.21 bis zum 16.01.21.

Den Satz „kann man mal machen“ ist mir meist in der Sportreportage begegnet. Wenn ein Spieler etwas Außergewöhnliches tut, beispielsweise den Ball aus 40 Metern in Tor zu dreschen, dann sagt der Reporter – etwas lakonisch – „kann man mal so machen“ .

Laden zu einer abwechslungsreichen Ausstellung in die BIG gallery  ein. (v.l.n.r.) Die Organisatoren Axel M. Mosler, Irmhild Koeniger-Rosenlechner und Karl-Ulrich Peisker.
Laden zu einer abwechslungsreichen Ausstellung in die BIG gallery ein. (v.l.n.r.) Die Organisatoren Axel M. Mosler, Irmhild Koeniger-Rosenlechner und Karl-Ulrich Peisker.

Und wie ist das als bildende Künstler*in? Günter Rückert schreibt in seinem Pressetext zur Ausstellung, dass „Können“ einerseits bedeutet, dass man in der Lage ist oder die Fähigkeit besitzt, etwas zu tun. „Machen“ verweist auf die Tätigkeit, also den Umgang mit Material beispielsweise. Anders interpretiert, kann das Motto auch bedeuten, etwas ganz Verrücktes zu machen, weil man es halt kann.

Daher finden sich viele spannende Beiträge in der Ausstellung, von denen ich nur ein paar vorstellen möchte, denn ein Besuch der Ausstellung lohnt sich auf alle Fälle. Karl-Ulrich Peisker hat ein „Chemogramm“ gemacht, in dem er verschiedene Chemikalien wie Terpentin oder Nagelhautentferner zwischen zwei Glasplatten gelegt hat. Den dadurch entstandenen Prozess hat er durch sein Eingreifen gesteuert und ist so einem interessanten Ergebnis gekommen.

Ute Höschen hat eine Vielzahl von PET Flaschen zu einem riesigen Gesamtbild verklebt. Kritik an der männlich dominierten Geschäftswelt zeigt die Arbeit von Heide Müller. Hier sind einige gebügelte Herrenhemden zu sehen. Gisbert Danberg präsentiert mit „Tholus_aranae“ eine riesige Spinne, die aus einem Warhammer-Spiel zu kommen scheint. Dagegen ist Dieter Ziegenfeuters Arbeit „Pommes Ketchup“ so appetitlich, dass es sich jeder Imbissbudenbesitzer in sein Lokal hängen sollte. Medienkritik kommt von Rita-Maria Schwalgin. Sie fotografierte Fotos von Facebook-Freundschaftsanfragen, die sie bekommen hat unter dem Titel „Kontakt unerwünscht“. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie nervig so etwas sein kann. Axel M. Mosler zeigt Fotografien einer alten Litfaßsäule, deren alte Geschichte Wind und Wetter hervorzauberte. Da die Plakate immer übereinander geklebt wurden, konnte man welche bewundern, die von 2005 stammen. Durch die Witterung und den Verfall bekommt das Ganze einen archäologischen Touch.

Die vier teilnehmenden Künstlerverbände sind BBK Ruhrgebiet, BBK Westfalen, Künstlervereinigung Dortmunder Gruppe und Westfälische Künstlerbund Dortmund.

Die Öffnungszeiten der BIG gallery sind montags bis freitags von 10:00 bis 19:00 Uhr sowie sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Neuen stellen sich vor

Die Neuen des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Westfalen e. V. (BBK) präsentieren sich ab kommenden Sonntag in der BIG gallery direkt neben dem Dortmunder-U. Im 900 qm großen Foyer wird endlich wieder eine spannende Kunstausstellung gezeigt und so Kunst sicht- und erlebbar. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 14.11.2021.

Der Ausstellungstitel „Die Neuen“ ist zugleich Programm: Der BBK freut sich, seine „NEUEN Mitglieder“ der letzten 4 Jahre mit ihren Arbeiten präsentieren zu können. 27 zum Teil weit über NRW hinaus bekannte Künstler*innen sind dem Aufruf gefolgt und hatten Arbeiten eingereicht. Zu sehen sind jeweils zwei Werke von 21 Künstlerinnen und 6 Künstlern aus 16 Städten. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll die große Bandbreite künstlerischen Schaffens in Westfalen. Thematisch wurden keine Vorgaben gemacht – erwünscht war die typische, individuelle, künstlerische Ausdrucksform. So kontrastieren filigrane, eher ästhetische bis hin zu politischen Arbeiten. Die Werke umfassen die Bereiche Malerei, Grafik, Fotografie, Plastik, Skulptur und Video.

2. Vorsitzende), Christoph Mandera (Geschäftsführer) und Karl-Ulrich Peisker (Kurator, Grafik Katalog), (Foto: © Rita-Maria Schwalgin) vom BBK Westfalen.
Anette Göke (2. Vorsitzende), Christoph Mandera (Geschäftsführer) und Karl-Ulrich Peisker (Kurator, Grafik Katalog), (Foto: © Rita-Maria Schwalgin) vom BBK Westfalen.

Beklemmend aktuell und politisch brisant die schon 2012 in Bethlehem entstandenen Bilder aus der Serie „Wall“ von Eva Horstick, wo sie Fotos von Kriegsgeschehen mit Popart und Zeichnungen mit Mangamotiven überlagert, um ein Plädoyer für Freiheit und Toleranz zu geben. Direkt kontrastierend daneben farbstarke Menschengruppen von Anette Göke mit der Botschaft „Vielfalt macht bunt“. Angelockt durch ein scheinbar widersprüchliches Verhältnis von Bild und Rahmen erschließt sich bei Klaus Pfeiffer erst mit dem nebenstehenden Text aus der Fabel „Der Blick vom Turm“ von Günter Anders die -fast- surreale Botschaft.

Die Skulpturen von Karina Cooper oder die zart geflochtenen Gebilde von Sylvia Jäger besitzen eine organische Ästhetik. Coopers Arbeiten wirken dabei wie holzgewordene Ammoniten oder andere Fossilien.

Im begleitenden Katalog sind alle Werke abgebildet, die Lebensläufe inklusive der Ausstellungstätigkeiten dargestellt. Die Kunsthistorikerin Anke Schmich hat sich mit der künstlerischen Arbeitsweise sowie dem jeweiligen Werk beschäftigt und so erschließen sich auch eher „sperrige“ Werke dem lesenden Betrachter.

Gemeinschaftsausstellung von Künstlern aus Dortmund und Mülheim

In der BIG gallery in der Rheinischen Straße (Westentor) neben dem Dortmunder U ist vom 04. Juli bis zum 29. August 2021 die Ausstellung „Unter AnDeren – AnDer Wand“ – eine Zusammenarbeit des Westfälischen Kunstbund Dortmund (WKD) mit der Gast Künstlergruppe AnDer aus Mülheim zu sehen.

Das Wortspiel im Titel verrät, dass kein Thema vorgegeben ist, sondern als aus versicherungstechnischen Gründen nur die Wand genutzt werden darf. Jeder der acht beteiligten Künstler*innen aus jeder Gruppe soll seinen ganz persönlichen Zugriff zeigen. Es geht um Austausch Dialog und Interaktion.

(v.l.n.r.) Axel M. Mosler (WKD), Irmgard Koeniger-Rosenlecher (WKD) und Jochen Leyendecker (AnDer) präsentieren Arbeiten der Westfälischen Kunstlerbundes Dortmund und der Künstlergruppe AnDer aus Mülheim.
(v.l.n.r.) Axel M. Mosler (WKD), Irmgard Koeniger-Rosenlecher (WKD) und Jochen Leyendecker (AnDer) präsentieren Arbeiten der Westfälischen Kunstlerbundes Dortmund und der Künstlergruppe AnDer aus Mülheim.

Vielseitig sind die künstlerisch verarbeiteten (oft aktuellen) gesellschaftlichen Themen sowie auch die verwendeten Materialien und künstlerischen Ausdrucksformen. Ob Acryl, Öl auf Leinwand oder moderne Fotoarbeiten, um nur einige zu nennen.

Hier nur zwei interessante Beispiele: Brigitte Felician Siebrecht (WKD) verarbeitet in ihrer Arbeit FAKENEWS (150cm x 150 cm: Zeichnung auf Pigmentdruck auf Leinwand 2020) die gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Ein Paar in Schwarz-weiß möchte Nähe und sich küssen. Die Corona Viren sind als „Störenfriede“ dazwischen. Sie mischt analoge Zeichnung/ Malerei zusätzlich mit digitalen „Ornamenten“ (QR-Codes).

Der Betrachter braucht zum Decodieren eine App, um letztendlich zu erfahren, ob es sich um eine neue „eingebaute“ Bedeutung handelt oder nur um eine Spiegelung des schon dargestellten. Facebook & Instagram Texte werden in QR Codes verschlüsselt. Diese kann man mit dem Smartphone entschlüsseln und sie auf ihren widersprüchlichen oder verschwörungstheoretischen Inhalt testen.

Brigitte Felician Siebrecht (WKD) und ihre Arbeit "FAKENEWS".

Brigitte Felician Siebrecht (WKD) und ihre Arbeit „FAKENEWS“.

Natalija Usakova (AnDer Mülheim) aus Lettland bringt die Betrachter ihrer Arbeiten French Girl (60 cm x 50 cm, Acryl auf Leinwand 2019) oder Kiss me (70 cm x 130 cm, Acryl auf Leinwand 2019) dazu, unsere Sinneswahrnehmung zu Hinterfragen. Die „verpixelten“ Arbeiten (Schwarz-weiß) verändern sich mit dem Perspektivwechsel.

Es gibt viel zu entdecken!

Natalija Usakova (AnDer Mülheim) und ihre Werke "French Girl" und "Kiss me".


Natalija Usakova (AnDer Mülheim) und ihre Werke „French Girl“ und „Kiss me“.

Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erhältlich.

Öffnungszeiten: Freitag, Samstag und Sonntag: 10:00 bis 17.00 Uhr

Draußen – Ausstellung in der BIG Gallery

Der BBK Ruhrgebiet zeigt bis zum 18. Oktober 2020 die Ausstellung „Draußen“. Natürlich – anders als es der Titel vermuten lässt – in der Halle der BIG Gallery. 29 Künstlerinnen und Künstler präsentieren Arbeiten in unterschiedlichen Formaten zu einem Thema, dass durch die Corona-Pandemie eine ganz spezielle Bedeutung gewonnen hat. Denn durch den zeitweiligen Lockdown wurde das „Draußen“ plötzlich zu einem fernen Ort.

Draußen und drinnen sind Gegensätze. Draußen kann zu einem Sehnsuchtsort werden, wenn man drinnen eingesperrt wird. In den Arbeiten wird oft der Wunsch nach dem „draußen“ künstlerisch beschrieben. Sehr deutlich wird es in Ankica Karacic Tryptychon „endlich draußen“. In den drei Bildern wird die Sehnsucht nach Bewegungsfreiheit sehr gut sichtbar. Ansonsten zeigen Arbeiten wie „Boote 4“ und „Boote 2“ von Elisabeth Borsterhaus oder „This is the sea“ von Sonja Heller schon im Titel den Wunsch nach dem Draußen am Meer.

Sehr ironisch hat Irene Schramm-Biermann ihre Arbeiten „Die Lösung liegt draußen“, einige geometrische Formen integriert, deren wichtige Punkte eben außerhalb einer markierten Fläche liegen. Den gastronomischen Standardsatz „Draußen nur Kännchen“ hat sich Barbara Giesbert künstlerisch aufgegriffen und umgesetzt.

Wer kennt den Spruch nicht "Draußen nur Kännchen", hier künstlerisch umgesetzt von Barbara Giesbert.
Wer kennt den Spruch nicht „Draußen nur Kännchen“, hier künstlerisch umgesetzt von Barbara Giesbert.

Eine andere Lesart des Mottos „Draußen“ ist der Bezug auf ein gesellschaftliches drinnen und draußen, auf das Thema Ausgrenzung und den damit eng verbundenen Themen Isolation, Vereinsamung, Angst oder Chancenlosigkeit.

Insgesamt zeigt die Ausstellung eine breite Palette an unterschiedlichen Materialien und Sichtweisen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler.

Corona hat die Öffnungszeiten der BIG Gallery geändert:
freitags und samstags 10 – 19 Uhr
sonntags 14 – 17h, sonntags ist ein Künstler anwesend

Artensterben als künstlerisches Thema

Die gemeinsame Ausstellung „ARTensterben“ der vier Dortmunder Künstlerverbände thematisiert in der BIG gallery die Folgen des Klimawandel und der Umweltzerstörung. 

Bis zum 12. Januar 2020 zeigt die BIG Gallery am Dortmund U die Ausstellung “ARTensterben”. Mit dabei sind Künstlerinnen und Künstler vom Bundesverband Bildender Künstler Ruhrgebiet (BBK), der Bundesverband Bildender Künstler Westfalen, die Künstlervereinigung Dortmunder Gruppe, und der Westfälische Künstlerbund Dortmund. 

Schon der Titel “ARTensterben” gibt die Richtung vor: Hier positionieren sich Künstlerinnen und Künstler auf unterschiedliche Weise mit den möglichen Folgen des Klimawandel. Dazu zählt beispielsweise das Bienensterben. Susanne Behringer betrauert in ihrem Kreuz aus Bienenwaben unter dem Titel “behüten” das Schicksal der Bienen. Jan Homeyer setzt sich in seinem Gemälde “Der Fund” mit einem eher ungeliebten Insekt auseinander: Am Boden liegt eine riesige Hornisse. Die drei Arbeiten “Silent Death” von Suria Kassimi zeigt ein totes Fluginsekt. 

Zur Ausstellung "ARTensterben" in der BIG gallery ist ein Katalog erschienen.
Zur Ausstellung „ARTensterben“ in der BIG gallery ist ein Katalog erschienen.

Doch auch die generelle Zerstörung ist ein Thema, das Künstler umtreibt. Beeindruckend sind die Bilder von Rita-Maria Schwalgin, die in ihren Fotografien “Faszination der Zerstörung” die unglaubliche Wucht von Braunkohlebagger zeigt. Marc Bührens manueller 3-D Druck “In Flammen” thematisiert auf filigraner wie erschreckender Weise Waldbrände rund um den Globus. 

Die Ausstellung macht Nachdenklich, die unterschiedlichen Position sind gut ausgewählt und zeigen eine deutliche Haltung der Künstlerinnen und Künstler. Denn wichtiger als die Frage, ob Kunst politisch sein darf oder nicht, ist es, Position zu beziehen. 

BBK Ruhrgebiet zeigt Kante

Alle 4 Jahre zeigen „zeitgleich“ zahlreiche BBK- Verbände eine gemeinsame Ausstellung von zeitgenössischer Kunst. In diesem Jahr ist das Leitmotiv *Postdigital -von A nach B*. Gibt es überhaupt noch eine klar wahrnehmbare Unterscheidung zwischen Digitalem und Analogem?

 Der BBK Ruhrgebiet hat das Thema etwas variiert und präsentiert bis zum 3. November zu dem Thema „Kante zeigen“ die Exponate von 22 teilnehmenden Künstlern in der BIG gallery Dortmund.

Karin Jessen hat sich mit dem mit der Überschneidung zwischen Digitalem und Analogen beschäftigt. Ihr Beitrag zur Ausstellung ist eine Serie von 16 kleinen Radierungen, Variationen des Leitmotivs *Postdigital*. Hierzu hat sie alte, ausgemusterte CD-Silberlinge mit dem Radiergriffel bearbeitet, Ideen und Empfindungen hineingekratzt, die Disketten mit Tiefdruckfarbe eingerieben und anschließend damit auf spezielles Tiefdruckpapier gedruckt.

22 Künstlerinnen und Künstler zeigten "klare Kante". Links sind drei Arbeiten von Peter Kenter zu sehen, das rechte Bild stammt von Karla Christoph.
22 Künstlerinnen und Künstler zeigten „klare Kante“. Links sind drei Arbeiten von Peter Kenter zu sehen, das rechte Bild stammt von Karla Christoph.

Andere Künstlerinnen und Künstler haben sich auf das Motto „Kante zeigen“ konzentriert. Das Zeigen einer „klaren Kante“ ist dabei häufig auch mit mutigem Formulieren – vielleicht sogar Handeln – gedanklich verbunden. Kein Wunder, dass Greta Thunberg auch auf einer Arbeit zu finden ist. Wortwörtlich genommen können „Kanten zeigende/ aufweisende“ Objekte, Installationen oder Skulpturen, aber auch Malerei und Fotografie eine mögliche künstlerische Umsetzung des Themas sein. So sind in der Ausstellung einige Arbeiten vertreten, die Kanten und Linien stark betonen, beispielsweise das Gemälde von Antica Karacic, dass seine Kanten dadurch zeigte, dass es in drei Teile als Triptychon an der Wand hing. Der „Hanns“ von Karla Christoph hat auch eine unangenehme Begegnung mit einer Kante, denn er ins ein „Hanns-guck-in-die-Luft“ und wird bald böse stürzen.

 BIG gallery,    Rheinische Str. 1,       44137 Dortmund

Dauer der Ausstellung:                        06.10. – 03.11.2019

Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 8.00 -19.00 Uhr,  So: 14.00 -17.00 Uhr

Eintritt frei

Große und kleine Kunst der Neuen des BBK Ruhrgebiet in der BIG gallery

In der Zeit vom 08.09.2019 – 29.09.2019 werden in der BIG gallery in Dortmund (BIG direkt gesund, Rheinische Straße 1) mehrere Werke von vierzehn neuen Mitgliedern (seit 2015) des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) Ruhrgebiet e.V. unter dem Motto „Größer als klein“ präsentiert.

Der Name entstand wegen der ja relativ kleinen Künstlergruppe im Verhältnis zum großen Verband.

Aber auch inhaltlich bietet der Titel viel. Da geht es um große und kleine Träume, kleine und große Liebe, die Stärke und der Mut des vermeintlich „Kleinen“ die Kämpfe der scheinbar Schwachen (ob Flüchtlinge oder andere) gegen die Macht der „Großen“.

Einen kleinen Eindruck von der Vielfalt des künstlerischen Schaffens:

Der Kontrast von kleinem Schiff und weiten, großen Meer steht zum Beispiel bei Michaela Düllberg bei ihren Werken „Landgang“, Mixed Media auf Leinwand, 100 x 100 cm (2019) und „Landgang 9“, Mixed Media auf Holzkörper im Mittelpunkt, 70 x 70 cm (2017) im Mittelpunkt.Das Schicksal der vielen ertrunkenen Flüchtlinge wird hier dabei im Hintergrund nicht außer Acht gelassen.

Bei gleichem Ansatz spielt bei Suria Kassimis „Water“ (Serie), Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm die Farbe „blau“ eine wichtige Rolle. Wie sie beim Pressegespräch betonte, auch ihre Lieblingsfarbe.

Rosa Fehr-von Ilten dagegen arbeitet dagegen mit formalistischer Symbolkraft und den Gegensatz von festen und weichen Strukturen bei ihren Werken : Öl auf Leinwand, „Gestreiftes Tuch“, „Rosa Tuch“, „Rote Palette“ und „Gelb-weiß gestreifte Tuch“ (70 x 100 cm, 2019). Viele der Arbeiten bieten Raum für (gesellschaftskritische) Assoziationen beim Betrachter.

Die neuen Künstlerinnen und Künstler des BBK Ruhrgebiet präsentieren ihre Arbeiten in der BIG gallery. (v.l.n.r.) Davoud Sarfaraz, Marc Bühren, Michaela Düllberg, Rosa Fehr-von Ilten, Suria Kassimi, Dieter Gawohl und Heike Kollakowski.
Die neuen Künstlerinnen und Künstler des BBK Ruhrgebiet präsentieren ihre Arbeiten in der BIG gallery. (v.l.n.r.) Davoud Sarfaraz, Marc Bühren, Michaela Düllberg, Rosa Fehr-von Ilten, Suria Kassimi, Dieter Gawohl und Heike Kollakowski.

Der Dada-Künstler Dieter Gawol (A. Diéga) macht auf humorvoll-anarchistische Weise das „große“ und „kleine“ Geschäft der Menschen zum Thema seiner Werke (auf Alu-Dipond) mit „weiblichen“ und „männlichen“ Zubehör für die Hygiene. Das Ganze nicht ohne kleine politische Seitenhiebe. Witzig-ironisch ist auch der kleine Videofilm zum „stillen Örtchen“ zusammen mit mehreren beteiligten Darstellern.

Heike Kollakowskis kraftvollen Arbeiten „Drip“, Acryl auf Leinwand, 100 x 20 cm (2017) und „wow“ , Acryl auf Leinwand, 24 x 30 cm (2017) sind sich schon optisch eindeutig als „groß“ und „klein“ zu erkennen.

Davoud Safaraz widmet sich mit seine orientalisch strahlenden Werke dem vermeintlich „schwachen Geschlecht“ und setzt ein Statement für die Gleichberechtigung der Frauen. Besonders deutlich wird das bei „Maria ist dran!“, Acryl auf Leinwand, 155 x 115 cm, 2019.

Marc Bühren zeigt die schon in der Ausstellung im Torhaus zu bewundernden manuellen 3D-Drucke der Reihe „Naturidentische Aromen“ mit PLA, Moorlauge, Pigmenten,Kreiden, Wachse und Biospachtelmasse (je 20 x20 cm, 2019, zwölfteilig).

Die Ausstellung „Größer als klein“ – Die neuen im BBK 2019 wird am Sonntag, den 08.09.2019 in der BIG gallery um 11.00 Uhr eröffnet.

Begrüßung: Marc Bühren (BBK Ruhrgebiet) und Peter Kaetsch (Vorstandsvorsitzender BIG direkt gesund). Einführung: Michael Schulz-Runge (Kunstvermittler) und Musik: Katherine Seiss (Sängerin)

Spannende Einblicke in die Kunstszene von Novi Sad

„Schere, Stein, Papier“ ist ein einfaches Spiel, um Entscheidungen herbeizuführen. Bekannt ist es auch unter „Schnick, Schnack, Schnuck“. In der BIG gallery stellen 12 Künstlerinnen und Künstler aus Novi Sad vom 11.08. bis zum 30.08.2019 unter dem Titel „Stein-Papier-Schere“ ihre Arbeiten aus. In ihren Positionen geht es auch um die Frage von Macht, Gerechtigkeit, Entscheidungsfindung und Glück. Die Kuratorin der Ausstellung war Maja Erdeljanin vom Kultur Centrum in Novi Sad.

Das Schöne beim „Schere, Stein, Papier“, ist ja, dass kein Element eine führende Rolle einnimmt. Jedes wird von einem Element geschlagen und besiegt eines. Keines ist besser als der andere. Diesen Aspekt der Ausstellung greift Danijel Babić mit einem gleichnamigen Stück konkret auf. Babić stellt eine problematische emotionale Beziehung zwischen zwei Menschen dar, bei der jeder von ihnen versucht, über den anderen zu dominieren. Durch reduzierte Figuren und Linien, fast ohne Farbe, gibt er eine klare grafische Darstellung der persönlichen Enttäuschung.

Doch „Schere, Stein, Papier“ sind natürlich auch Materialien und Werkzeuge. Während Papier sofort Assoziationen mit Malerei oder Grafiken weckt, wird es bei Stein schwieriger, denn es sind kein Skulpturen zu sehen. Und die Steine, die zu sehen sind, führen den Betrachter in die Irre, denn Danica Bićanić zeigt weiche Objekte, die an Steine erinnern und eigentlich entweder Stapel von Plastiktüten mit Müll oder Nylons sind, die zu einer Collage auf einer Papieroberfläche verarbeitet wurden. Interaktive Skulpturen aus Weichgummi, genannt „Shaping“, sind für das Publikum da, um sich nach Belieben zu formen, so dass die willigen Besucher Künstler werden und gemeinsam die Realität, d.h. die Skulptur, in Abhängigkeit von ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen, Beziehungen und Kommunikation gestalten können.

"Stein-Papier-Schere" - Kunst aus Novi Sad in der BIG Gallery vom 11.08. bis 30.08.2019. (v.l.n.r.) Peter Kaetsch (Vorstand der BIG direkt gesund), Pia Bohr (Dortmunder Gruppe), Mileta Poštić (Künstler), Alexander Pohl (Dortmunder Gruppe), Maja Erdeljanin (Kuratorin und Künstlerin), Georg Vinokic (Künstler) und ein Techniker.
„Stein-Papier-Schere“ – Kunst aus Novi Sad in der BIG Gallery vom 11.08. bis 30.08.2019. (v.l.n.r.) Peter Kaetsch (Vorstand der BIG direkt gesund), Pia Bohr (Dortmunder Gruppe), Mileta Poštić (Künstler), Alexander Pohl (Dortmunder Gruppe), Maja Erdeljanin (Kuratorin und Künstlerin), Georg Vinokic (Künstler) und ein Techniker.

Doch die Steine kommen auch vor, in Form von Lithographien. Denn Lithographie wird auch als Steindruck bezeichnet. Jelena Sredanović zeigt dem Betrachter eine Vision eines freien Vogelfluges. In ihren farbigen Drucken stellt sie den blauen Himmel über den Wolken dar und erhebt sich über die vorübergehenden Schwierigkeiten, die uns vergessen lassen, dass die Sonne immer wieder über uns scheint. Das Gefühl der Leichtigkeit in den fast fotorealistischen Bildern von weichen Wolken wird durch das sehr feine Japanpapier, auf dem diese großformatigen Stücke gedruckt werden, verstärkt.

Jetzt fehlt nur noch die „Schere“. Die ko0mmt bei den Kollagen zum Tragen. Ein gutes Beispiel sind die Arbeiten der Kuratorin Maja Erdeljanin. Sie versteht Collage als Ausgangspunkt für eine Geschichte über die Momente, die nicht unvergesslich sind, die wir am wenigsten schätzen, die aber den Großteil unseres Lebens ausmachen. Ihre Arbeit ist eine Collage aus Bustickets, Flyern, Quittungen für bezahlte Rechnungen. „The Days of Awareness“ ist ihr persönlicher Kalender und Tagebuch, den sie gelegentlich seit mehr als 10 Jahren wieder besucht, um für jedes Datum im Kalender ein Stück zu widmen.

Die Arbeiten der zwölf Künstlerinnen und Künstler hängen nicht nur an den Wänden. Goran Despotovski behandelt die menschliche Figur und die Rollen, die wir während unseres Lebens einnehmen, sich anpassen, uns von außen und innen verändern lassen. Die Druck- und Videoarbeit „Electricity“ schneidet die menschliche Hautoberfläche auf Segmenten wie ein Schneidermodell. Es zeigt auch „Muster“ in Form von Poren und Körperhaaren sowie Schäden, Hautstellen und Narben, die bei längerem Gebrauch auftreten.

Die Ausstellung bietet einen guten Einblick in die Kunstszene der serbischen Stadt Novi Sad. Dieser Blick lohnt sich, denn die Dortmunder Partnerstadt wird 2010/21 europäische Kulturhauptstadt werden. Sehr erfreulich ist, dass die Künstlerinnen und Künstler der „Dortmunder Gruppe“ die Kontakte nach Novi Sad kontinuierlich pflegt.

Zu sehen sind Arbeiten von: Danijel Babić, Danica Bićanić, Maja Erdeljanin, Goran Despotovski, Jelena Đurić, Goran Jureša, Nebojša Lazić, Lazar Marković, Mileta Poštić, Monika Sigeti, Jelena Sredanović und Georg Vinokić.

Die Vernissage ist am Sonntag, dem 11.08. 2019 in der BIG gallery um 11 Uhr.