An die Grenzen gehen

Was der Suche nach Grenzen. Die Akteure: Patrick Zajac, Leonie Raulf, Felix Fischer, Lars Gemein, Christin Otto, Tabea Stockbrügger, Saskia Rademacher, Lucia Danieleit, Annalena Lipinski, Robin Frank, Jascha Loos (Foto: ©Oliver Look)
Was der Suche nach Grenzen. Die Akteure: Patrick Zajac, Leonie Raulf, Felix Fischer, Lars Gemein, Christin Otto, Tabea Stockbrügger, Saskia Rademacher, Lucia Danieleit, Annalena Lipinski, Robin Frank, Jascha Loos (Foto:
©Oliver Look)

Mit „Hinter dem Dazwischen | Tag 8“ haben sich 15 Jugendliche und junge Erwachsene (16 – 24 Jahre) unter der Regie von Felix Bürkle & Inga Waizenegger in einer eindrucksvollen Performance mit dem Ausloten ihrer persönlichen Grenzen auseinander gesetzt. Uraufführung war am 24.06.2016 im Dortmunder Kinder-und Jugendtheater. Die pottfiction-Gruppe Dortmund ist Teil eines -städteübergreifenden Jugendtheaterprojekts der Kulturmetropole Ruhr.

Wie ist meine Rolle und Position in der Gruppe? Neugier, Ängste, Mut, Hoffnung und Frustration bei der Suche nach dem individuellen Weg und das Stoßen auf die eigenen Grenzen. Diese sind durch die jeweilige Persönlichkeit , aber auch durch äußere Einflüsse, unter anderem die Gruppendynamik bestimmt.

Dabei spielte die Sprache eine untergeordnete Rolle. Es wurden nur einzelne Begriffe in den Raum geworfen. Die Gruppe wählte die Ausdrucksform der Bewegungschoreografie mit unterschiedlicher musikalischer Untermalung und Verstärker. Das Spektrum ging von Vivaldi bis zu Techno-Beats. So wurden die verschiedenen Emotionen auch musikalisch deutlich.

Eine große Rolle spielte bei der Performance viel Sand, den die Akteure als Begrenzungs-und Ausdrucksmittel benutzten. Beeindruckend schon am Anfang, als die Akteure zwei mit Sand gefüllte weiße Becher mit ausgestreckten Armen fest hielten, bis sie nicht mehr konnten und diese zu Boden fielen.

Es war eine Art Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Personen. Man konnte die Anstrengung gut in ihren Gesichtern ablesen. Jeder ging an seine persönliche Grenze. Im Laufe der Aufführung entwickelte sich eine Gruppendynamik. Da gab es die Außenseiter, Rangeleien aber auch Empathie und Suche nach Schutz und Kraft in der Gruppe. Es fielen Begriffe wie Hilfe, Ehrgeiz, Aufgabe oder Provokation. Jeder schrieb seine Wünsche, Wut und andere Emotionen in den Sand.

Gegen Ende gab es als Begleitung Live-Musik von drei der Beteiligten mit Gitarre, Cello und Geige und es bleibt die Suche nach den Spuren im Sand. Die Performance hatte ihre Stärken in dem überzeugenden und ausdrucksvollem Zusammenwirken von Improvisation, Bewegung und Musik.

An seine Grenzen zu gehen und sie immer wieder neu auszuloten ist schwierig und anstrengend.

Es kann zu Enttäuschungen und Scheitern führen, aber auch selbstbewusst und stark machen und einen neuen Horizont und Möglichkeiten eröffnen.

Alle Beteiligten sind an diesem Abend an ihre persönlichen Grenzen gegangen und mit viel Applaus vom Publikum belohnt worden.

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