Klarinette zu dritt

Im fünften Kammerkonzert am 22. Juni 2015 im Orchesterzentrum lud Cellist Florian Sebald zwei Mitmusiker ein: Die Pianistin Barno Akhmedjanova sowie den Klarinettisten Ralf Ludwig. Die Werke von Beethoven (Trio op. 11), Paul Juon (Trio Miniatures op. 18) und das Klarinettentrio a-Moll von Brahms stellten das Holzblasinstrument in den Mittelpunkt.

Klassik zu Beginn: Das „Gassenhauer-Trio“ heißt so, weil Beethoven im dritten Satz ein Motiv aus dem Terzett „Pria ch’io l’impegno“, aus der Oper „L’amor marinaro“ des Komponisten Joseph Weigl, das zu Beethovens Zeit ein Schlager war. Wie es im Leben so spielt, Beethoven ist weltbekannt, Weigl und sein Werk eher weniger. Dennoch bleibt das Stück ein schönes Werk von Beethoven, das von den drei Musikern virtuos wiedergegeben wurde.

Beim Namen Paul Juon wird man schwer darauf kommen, dass dieser Schweizer Komponist überwiegend in Deutschland arbeitete und russischer Abstammung ist. Doch die russsichen oder osteuropäischen Einflüsse waren in seinen „Trio Miniatures“ besonders im dritten und vierten Satz deutlich herauszuhören.

Brahms Klarinettentrio in a-Moll gehört zu seinen Spätwerken. Der Komponist, der eigentlich mit 57 Jahren nicht mehr komponieren wollte, schuf in den letzten Jahren seines Lebens überwiegend Kammermusik wie das Klarinettentrio. Ein kleines wunderbares Stück, in dem alle Instrumente zu ihrem Recht kommen.

Insgesamt war es ein feiner Kammermusikabend.

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