Klangvokal 2019 – Wenn Musik verbindet

Das Musikfestival Klangvokal war schon immer ein Mittler zwischen verschiedenen Musikkulturen. Bereits 2015 baute Klangvokal „Brücken“ zwischen den Kontinenten oder war wie 2016 „grenzenlos“. Da passte es natürlich, dass die Organisatoren Jordi Savall für ein Konzert einladen konnten, der mit einem Programm „Hommage an Syrien“ am 19. Mai 2019 im Konzerthaus das gebeutelte Land als Inspirationsquelle für die Musik aus dem Orient. Ein besonderes Erlebnis für die Besucher.

Das Thema Okzident und Orient ist für den spanischen Musikwissenschaftler und Gambisten Jordi Savall nicht neu. Bereits 2006 erschien eine CD mit dem Titel „Orient – Occident“, 2013 brachte er „Orient – Occident II“ heraus. Seine aktuelle Tournee heißt „Hommage an Syrien“. Hierbei spielen in seinem gegründeten Ensemble Hespèrion XXI und dem interkulturellen Ensemble Orpheus XXI musikalische Freunde Musik aus dem jüdischen, muslimischen und christlichen Mittelmeerraum. Mit dabei sind Musiker, die vor dem Krieg in Syrien fliehen mussten.

Neben virtuosen Instrumentalisten hatte Jordi Savall auch gute Gesangssolisten mit nach Dortmund gebracht. Im Vordergrund: Rebal Alkhodari (links) und Waed Bouhassoun. (Foto: © Anja Cord)
Neben virtuosen Instrumentalisten hatte Jordi Savall auch gute Gesangssolisten mit nach Dortmund gebracht. Im Vordergrund: Rebal Alkhodari (links) und Waed Bouhassoun. (Foto: © Anja Cord)

Doch die Musik, die im Konzerthaus erklang, war keinesfalls traurig oder deprimierend. Im Gegenteil: Savall hatte einige Tänze aus der Türkei, Syrien oder Afghanistan im Programm. Fröhliche Lieder wie „Lamuny“, die zum Tanzen animierten und von den Musikerinnen und Musikern erfrischend interpretiert wurden, gab es genügend. Auch melancholische Stücke wie „Ce brun – Hal asmar“, gesungen von der eindrucksvollen Waed Bouhassoun, waren im Programm.

Überhaupt war das Konzert ein Genuss für Freunde der orientalischen Musik. Neben der Oud, waren noch Instrumente wie Duduk, Ney (beides Flötenarten), Sarod und Robab (zwei Saiteninstrumente) zu hören. Natürlich gehörten auch exotische Percussioninstrumente zum Ensemble.

Das musikalische Zentrum des Konzertes war Syrien. Traditionelle Lieder und Tänze aus Damaskus oder Aleppo wurden kombiniert mit Stücken aus Kurdistan, der Türkei oder Nordafrika. Daneben führte uns Savall nach Afghanistan und sogar nach Indien, als der Raga „Muddhu gare yashoda“ erklang. Einen kleinen Ausflug gab es nach Paris. Das Stück „Le Quarte Estampie Royal“ aus dem 13. Jahrhundert zeigte, dass die musikalische Verwandtschaft zwischen dem Osten und dem Westen zu der Zeit noch sehr eng war. Lieder aus dem Kulturkreis der sephardischen Juden rundete das Konzert ab.

Die Spielfreude der über 20 Musikerinnen und Musiker sprang auf das Publikum über. Hier zeigte es sich deutlich, dass die Musik ein verbindendes Element ist, das imstande ist, Brücken zwischen Kulturen zu bauen und ein „Wir“-Gefühl zu stärken. Daher sind solche Konzerte ungemein wichtig.

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