Klangvokal 2019 – Gefühlvolle Bizet-Oper mit starken Stimmen

Mit der konzertanten Oper „Die Perlenfischer“ (Les pêcheurs de perles) von Georges Bizet (1838 – 1875) am 31.05.2019 im Rahmen des Klangvokal Festivals in Dortmund, kamen die Liebhaber der dramatischen und gefühlvollen Oper des 19. Jahrhunderts auf ihre Kosten.

Es war die erste Oper (1863, Libretto von Michel Carré und Eugène Cormon) des französischen Komponisten Bizet, der dann ja besonders durch „Carmen“ berühmt wurde.

Im 19. Jahrhundert hatten viele Menschen Fernweh und Sehnsucht auszuwandern. Je exotischer und weiter, umso besser. Da passte es gut, dass Bizet die Handlung seiner Oper nach Ceylon (heute Sri Lanka) verlegte und mit seiner schwelgerischen Musik untermalte. Exotisches Flair und eine dramatische Dreiecksgeschichte zwischen der Tempelpriesterin Leila, dem Führer der Perlentaucher, und dessen alten Freund aus Jugendtagen Nadir. Beide Männer lieben Leila und kennen sie aus vergangenen Tagen, wo sie ihrer Freundschaft willen auf die Erfüllung verzichteten. Das sind die Zutaten für diese Oper.

Das Publikum im Konzerthaus feierte alle Beteiligten der "Perlenfischer". (Foto: © Bülent Kirschbaum)
Das Publikum im Konzerthaus feierte alle Beteiligten der „Perlenfischer“. (Foto: © Bülent Kirschbaum)

Unter dem Einfluss des Brahmanismus, muss Leila, während die Perlentaucher ihrer gefährlichen Arbeit nachgehen, verschleiert und keusch auf einem Felsen beten, um die Götter zu besänftigen und der Aktion zu einem Erfolg zu verhelfen. Sie erkennt aber ihre alte Liebe Nadir und bricht ihr Gelübde. Das Drama um Liebe, Freundschaft, Eifersucht und verzicht nimmt seinen Lauf.

Auf der vollen Bühne des Dortmunder Konzerthauses wurde die Handlung tatkräftig vom renommierten WDR Funkhausorchester unter der professionellen Leitung des Dirigenten Friedrich Haider sowie dem starken WDR Rundfunkchor unter Erobert Blank präsentiert.

Die russische Sopranistin Ekaterina Bakanova beherrschte als Leila mit ihrer klaren Stimme nicht nur die schwierigen Koloratur-Klippen, sondern brachte deren Verzweiflung, Liebe und Mut dem Publikum sensibel nah.

Als Vertretung für den erkrankten Francesco Demuro beeindruckte der russische Tenor Sergey Romanosky in der Rolle des Nadir das Publikum mit einer Stimme, die gefühlvoll und kraftvoll zugleich war. Er harmonierte mit seinem Gegenspieler Zurga, stark gesungen von dem in Belgrad geborenen Bariton David Bizic. Der erfahrene französische Bassist Luc Bertin-Hugault übernahm den Part des Ältesten Nourabad als Vollstrecker im Hintergrund. Der Chor symbolisierte das „Volk“, das schnell mit seinem Urteil als aufgebrachte Masse zur Stelle war.

Ein wunderbarer Konzertabend mit der betörenden Musik Bizets.

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