Von der Natur zurückerobert

 

Fotograf Hendrik Müller besuchte 2011 das Schlachtfeld von Verdun und machte Fotos mit seiner Panoramakamera..
Fotograf Hendrik Müller besuchte 2011 das Schlachtfeld von Verdun und machte Fotos mit seiner Panoramakamera..

Das Hoesch-Museum zeigt vom 16. Februar bis zum 27. April die Fotoausstellung „Wo die Geister sind. Panoramen von Verdun“ von Hendrik Müller.

 

Verdun – von Februar bis Dezember 1916 die Knochenmühle des Ersten Weltkrieges. Der Generalstabschef des deutschen Heeres, Erich von Falkenhayn, wollte Frankreich durch die Verteidigung der Festung Verdun „weißbluten“ lassen, dass heißt, durch die Verteidigung sollten den Franzosen enorme Verluste zugefügt werden. Das Ergebnis war die erste große Materialschlacht mit Unmengen an Geschützen. Hier waren die Soldaten nichts weiter als Kanonenfutter. Mehr als 4.000 Geschütze auf beiden Seiten feuerten unablässig Granaten. In den Schlachtfeldern von Verdun starben jeweils über 100.000 Deutsche und Franzosen. Die Stadt Verdun wurde stark zerstört, einige Dörfer in der Umgebung wurden vollständig ausradiert.

 

2011 besuchte der Dortmunder Fotograf Hendrik Müller die Gegend um Verdun. Sein Interesse gilt „verlassenen Orten“, die früher von Menschen geprägt wurden. Geprägt hat der Mensch die Gegend um Verdun sicherlich. Die gesamte Topografie ist durch die Einwirkung der Granaten und Minen verändert worden. Aber die Natur hat sich das Gebiet, das 1918 aussah wie ein Mondkrater, wieder zurückgeholt. „gerade an Orten, an dem das größte Unglück passiert ist, zeigt sich die Idylle“, beschreibt Müller seine Bilder.

 

Zu sehen sind die Spuren aus dem Ersten Weltkrieg natürlich immer noch, sie stehen aber nicht im Vordergrund. „Manchmal hat man den Eindruck, ein Landschaftsgärtner hätte einen Golfplatz geplant“, so Müller. Dass die Natur sich den wieder zurückerobern kann hat einen Grund: Zum einen liegen im Boden noch ungeheure Mengen an Kampf- und Giftstoffen, Blindgänger und Knochen gefallener Soldaten. Daher hat die französische Regierung dieser Gegend rund um die Schlachtfelder und Schützengräben den Status eines Friedhofes gegeben.

 

Hendrik Müller machte seine Bilder mit einer speziellen Panoramakamera. Sie ist in der Lage Bilder mit einem Bildwinkel von 130° zu schießen.

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