Theaterstück um Fantasie und Freundschaft in prekärer Situation

Mit dem Stück „Agent im Spiel“ (2004 für den Deutschen Kindertheaterpreis nominiert) vom kanadischen Autor David S. Craig steht im Dortmunder Kinder und Jugendtheater unter Johanna Weißerts Regie ein aktuell brisanter Stoff auf dem Programm. Es geht um Kinderarmut, schwierige Verhältnisse in verschiedenen Familienkonstellationen sowie dem fantasievoll-kreativen Umgang der betroffenen Kinder mit der Situation. Dabei spielt Freundschaft, so Weißert, eine wesentliche Rolle.

Allein in Dortmund lebt jedes dritte Kind unterhalb der Armutsgrenze! Das im eigentlich„reichen Deutschland“.

Der Protagonist Dani (10 bis 11 Jahre), gespielt von Jan Westphal, muss mit seiner alleinerziehenden aber sehr herzliche Mutter (Bianka Lammert) ständig umziehen. Sie verliert regelmäßig Jobs und Partner. Nach außen hin mimt der Junge mit der großen Widerstandskraft den coolen Game Agenten. Er ist kontaktfreudig und findet immer schnell neue Freunde, die er in seine fantasievollen Rollenspiele einbindet und so schwierige Situationen meistert.

Sein neuer Zielort ist Rotbuchenstraße 92K. K steht für Keller.

Schnell findet er auch am neuen Ort Freunde. Da ist einmal Melanie (Ann-Kathrin Hinz), die es zwischen dem Mama-Handy und dem Papa-Handy ihrer geschiedenen Eltern zerreißt. Beide reden nur noch über die Tochter miteinander. Dann gibt es noch Mehmet (Gastschauspieler Denis Wiencke), der dem Erwartungsdruck seines arbeitslosen Vaters nicht gerecht werden kann.

Mit viel Fantasie und Kreativität bewältigen sie vom Schulhof bis nach Hause jede Situation…

Die Realität spielt immer eine Rolle und die Probleme werden von den Kindern nicht unter den Teppich gekehrt. Sie versuchen, so gut es geht, diese mit der Kraft der Freundschaft und Fantasie anzugehen.

Mehmet (Denis Wiencke), Melanie (Ann-Kathrin Hinz) und Dani (Jan Westphal) versuchen ihr Leben in prekären Umständen zu meistern. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Mehmet (Denis Wiencke), Melanie (Ann-Kathrin Hinz) und Dani (Jan Westphal) versuchen ihr Leben in prekären Umständen zu meistern. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Es ist natürlich klar, dass auch die Fantasie ihre Grenzen hat und nicht allein eine „heile Welt“ schafft. Als eine sogenannte Doppelung wird auch bei der Gestaltung des Bühnenbildes der Aspekt der Fantasie eingebracht.

Die beteiligten Personen werden live vor sowie während der Vorstellung die verschiedenen Handlungsräume (Schule, Wohnung, Krankenhaus u.s.w.) mit verschiedene künstlerischen Mitteln (etwa Klebestreifen, Sprühdosen und mehr) vor dem Publikum gestalten.

Musik wird eine wichtige Funktion einnehmen. Live gespielt mit Gitarre und für den Gebrauch als Loop für bestimmte Situationen.

Indirekt wird auch das Thema Kinderrechte angesprochen. Das passt genau zu der vor dreißig Jahren von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedeten UN-Konvention über die Rechte der Kinder (20. November 1989). Diese hatten alle Staaten außer der USA und Somalia unterzeichnet.

Es ist aber vor allem ein lebhaftes und packendes Kinderstück (ab 9 Jahre) um Freundschaft, Solidarität und Zusammenhalt mit einem teilweise versöhnlichem Ende.

Die Premiere von „Agent im Spiel“ findet am Freitag, den 05.04.2019 um 19.00 Uhr im KJT statt.

Informationen hierfür und zu den weiteren Terminen (zum Beispiel am 07.04.2019 um 16:00 Uhr oder am 30.04.2019 um 11:00 Uhr) erhalten Sie wie immer unter: www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/50 27 222.

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