Moby Dick – mehr als ein Abenteuerroman

Das literarische Quartett? Hinter den Köpfen verbergen sich: Franziska Dittrich, Magdalena Roth, Uwe Schmieder und Johannes Hubert. (Foto: ©Birgit Hupfeld)
Das literarische Quartett? Hinter den Köpfen verbergen sich: Franziska Dittrich, Magdalena Roth, Uwe Schmieder und Johannes Hubert. (Foto: ©Birgit Hupfeld)

Herman Melvilles Roman „Moby Dick“ aus dem Jahre 1851 ist sicher einer der bekanntesten Romane der Weltliteratur. Die Jagd von Kapitän Ahab auf den weißen Wal „Moby Dick“ ist nicht nur eine Abenteuergeschichte oder gar ein Kinderbuch, an dem Buch lässt sich auch sehr gut darstellen, wie Gruppendynamik funktioniert und wohin solch eine Dynamik führen kann. Das zeigt Regisseurin Roscha A. Säidow mit ihrer Gruppe Retrofuturisten sowie zwei Schauspielern des Dortmunder Ensembles am 27. März um 20 Uhr im Studio des Schauspielhauses.

Eigentlich ist „Moby Dick“ schnell erzählt: Die Hauptfigur („Nennt mich Ismael“) heuert eher aus Langeweile auf dem Schiff von Kapitän Ahab an. Walfang ist das Ziel. Doch schnell merkt Ismael, dass es Ahab gar nicht um irgendwelche Wale geht, sondern nur um ein spezielles Exemplar, den weißen Wal Moby Dick. Durch Moby Dick hatte Ahab ein Bein verloren. Letztendlich geht die Jagd schief und Ismael überlebt als einzige Person den Untergang des Schiffes.

Das Theaterstück hat gleich zwei Besonderheiten. Zu den beiden Schauspielern werden sich auch Puppen gesellen, die hauptsächlich von drei Akteuren der Retrofuturisten, aber auch von Uwe Schmieder und Sebastian Graf gelenkt werden. Dazu gibt es auch Szenen mit Riesenköpfen.

Dann gibt es im Stück einen zweiten Teil. „Hier haben wir uns gefragt, wie funktioniert Gruppendynamik oder Rache“, erzählt Dramaturg Dirk Baumann. „Wie weit sind wir bereit, radikale Dinge zu tun?“ Wichtig dazu gehört ein Feindbild und ein Anführer. Im Roman ist der Anführer Ahab und das Feindbild Moby Dick. Moby Dick wird so stark erhöht, dass er zu einem Dämon wird. In anderen Zusammenhängen könnte Moby Dick durchaus als Symbol für den „Staat“, die „Ungläubigen“ oder die „Untermenschen“ stehen, den man mit allen Mitteln bekämpfen muss.

Der Jazzmusiker Bernhard Range hat extra für dieses Stück die Musik komponiert. Dazu werden Overhead-Projektoren Räume an die Wand werfen.

Die Premiere am 27. März ist bereits ausverkauft, die zweite so gut wie, aber für die dritte Vorstellung am 16. April und für die Termine im Mai gibt es noch Karten. Infos unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27 222.

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