Gefühlvoll in den Frühling

Das dritte Kammerkonzert in der Spielzeit 14/15 bot im Orchesterzentrum Dortmund gleich zwei Klassiker der Kammermusik. Zu Beginn erklang Schuberts Streichquintett C-Dur und Brahms Streichquintett in F-Dur op.88, das sogenannte „Frühlingsquintett“. Gespielt wurden beide Werke vom Johannes-Quintett, bestehend aus drei Musikern der Dortmunder Philharmoniker und zwei befreundeten Mitmusikern.

Der Abend begann mit Schuberts Streichquintett. Bekennt sicherlich durch den langsamen zweiten Satz, der in einigen Filmen als Hintergrundmusik benutzt wurde. Das Johannes-Quintett schaffte es, die unendliche Traurigkeit, die das „Adagio“ verströmt, durch ihre Instrumente auszudrücken. Generell waren die Musiker bei den ruhigen Stellen sehr präsent, auch in den langsamen Stellen des dritten Satzes, hier hatte man manchmal das Gefühl, dass die Musik und die Zeit stillstand.

Nach der Pause spielten die Musiker das Frühlingsquintett von Brahms in einer leicht geänderten Fassung. Da das Johannes-Quintett mit zwei Cellisten spielt, musste ein Cello den Part der zweiten Viola übernehmen. Das klang sehr gut. Sehr spannend war der zweite Satz des Quintetts, denn der Komponist hatte ihn quasi in fünf Teile gespalten. Neben drei langsamen Passagen fügte der Brahms zwei schnellere Teile ein. Die fünf Musiker schafften es trotz der Komplexität der Musik, wie eine organische Einheit aufzutreten, bei der kein Instrument irgendwelche Sonderrollen innehatte.

Nach zwei Zugaben von Luigi Boccherini (das bekannte Menuett aus dem Quintett op. 11 Nr. 5 sowie das Fandango im Streichquintett op. 40 Nr. 2, G. 341) war der Kammermusikabend zu Ende.

Es gab langen und verdienten Applaus für Branca Weller (Violine), Maurice Maurer (Violine), Armin Behr (Viola), Hauke Hack (Violoncello) und Christiane Schröder (Violoncello) für ein gelungenes Konzert.

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