Inner Mining / Outer Mining – Globaler Ressourcenabbau im Künstlerhaus

Waffenkauf im Künstlerhaus?  Christian Kölbl präsentiert nun mit seinen „CK Guns“ seine eigene Lifestylewaffen. In trendigen Farbkombinationen und mit dem echten Christian Kölbl Branding versehen, versprechen die nach Tutorials aus dem Internet gefertigten 3-D Druck Waffen einen echten Distinktionsgewinn für ihre Träger*innen. Die Waffe kann über die Homepage des Künstlers erworben werden.

Auf einem schmalen Betonsockel hat der Künstler Johannes Leidenberger ein Stahlgestell angebracht, das einen Kohlestein quasi mühelos in die Luft hebt. Dort ruht die Kohle nun bequem wie auf einem Thron, sie scheint beinahe zu schweben. Daher der Titel „Residuum“. Es ist der Stahl, der dieses Schweben möglich macht. Dabei war es ja eigentlich andersrum: Erst die Kohleförderung in großem Stil machte den großflächigen Einsatz von Stahl in Architektur, Transportwesen, Militärtechnik aber auch in der Kunst erst möglich. Leidenbergers Kohle ist so präzise geschnitten, wie ein Diamant. Durch seine geraden Linien arbeitet er die ästhetischen Qualitäten der Rohstoffe heraus und macht die Extraktion auch als ein ästhetisches Projekt sichtbar.

Auch Helena Uambembes Installation aus Macheten verbindet Fragen der Alltagswelt mit denen der antikolonialen Politik und des Widerstands. Während die Machete in vielen afrikanischen Ländern ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand in der Landwirtschaft ist, geriet sie auch zu einem Symbol der antikolonialen Kämpfe. Noch heute findet sie sich in der Flagge Angolas wieder und auch die streikenden Minenarbeiter in Marikana versuchten verzweifelt, sich mit Machteten gegen die Polizeikugeln zu wehren.

In der zweiten Arbeit, der Videoperformance „How to make a mudcake“ (Wie man einen Schlammkuchen macht) handelt es sich nicht um ein kindhaftes Spiel. Spätestens ihre leicht sarkastischen Kommentare und verwendeten Utensilien, wie etwa die Wasserflaschen von Soldaten, machen dies deutlich: „27 years of democracy and more than 44 years of independence didn‘t do much to the soil and the underlying issues.“

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