Entfernt zusammen

Isoliert in ihrer Beziehung trotz Skype: (v.l.n.r.) Friederike Tiefenbacher, Julia Schubert und Peer Oscar Musinowski. Foto: © Birgit Hupfeld
Isoliert in ihrer Beziehung trotz Skype: (v.l.n.r.) Friederike Tiefenbacher, Julia Schubert und Peer Oscar Musinowski. Foto: © Birgit Hupfeld

Sie ist anscheinend das Zeichen einer modernen, mobilen Gesellschaft: Die Fernbeziehung. Der Schmerz der räumlichen Trennung kann zumindest im IT-Zeitalter ein klein wenig gemildert werden durch Skype. Hier kann man nicht nur mit dem Partner reden wie beim Telefon, sondern ihn auch sehen. Das Stück „Die Liebe in Zeiten der Glasfaser“ wurde von Regisseur Ed. Hauswirth und dem Ensemble erarbeitet und hat am 25. Februar 2016 im Megastore Premiere.

Am Anfang standen Interviews: Die Schauspieler und der Regisseur machten zunächst mit Menschen aus ihrem Umfeld, die Erfahrung mit Fernbeziehung hatten, einstündige Interviews. Mit diesem und weiteren Material entstand in gemeinsamer Arbeit „Die Liebe in Zeiten der Glasfaser“.

Die Geschichte: Europa in einigen Jahren. Tomasz ist Logistiker bei Ikea, seine Freundin Antonia ist Studentin für Mediensoziologie und bekommt die Chance ein Jahr nach Rom zu gehen. Das zweite Paar ist Wolf-Adam (Professor für Mediensoziologie) und die Schauspielerin Helena. Wolf-Adam bekommt die Möglichkeit für ein Jahr nach Aalborg zu gehen, während seine Lebensgefährtin für ein Theaterprojekt nach Breslau gehen kann.

Das Stück dreht sich um die Frage: Was verbindet einem mit den Partner? Denn zunächst wird freudig geskypt, um mit dem anderen in Kontakt zu bleiben. Doch reicht das? Was ist mit der fehlenden Nähe, die kein Skype oder ähnliches ersetzen kann. „Ist man eigentlich nicht immer allein? Was bleibt einem“, fragt Regissseur Hauswirth.

Durch den Kniff, dass es in der nahen Zukunft spielt, bleibt ein „fiktionales Gefühl eines Unbehagens über die Situation in Europa“, so Dramaturg Alexander Kerlin. Um was es genau geht, wird in dem Stück nicht verraten.

Das Stück wird um die 1 Stunde und 50 Minuten gehen. Mehr Informationen unter www.theaterdo.de

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