Liebe, Intrigen und Tod – Der große Gatsby auf der Bühne im Fletch Bizzel

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„Ein kleines Geheimnis kann alles verändern.“ Viele kleine und große Geheimnisse entfalten sich auf der Bühne des Theaters Fletch Bizzel an diesem Sonntagabend. Die Jugendtheatergruppe der Academy of Theatre, Music and Dance (ATMD) zeigt eine Gesellschaft sich amüsierender Alt- und Neureicher, dazwischen ein Automechaniker und Tankstellenbesitzer und seine Frau.

Man vergnügt sich bei Partys, unterhält Affären, intrigiert und rätselt über Gatsby, den Mann, der rauschende Feste veranstaltet, selbst aber kaum auftaucht und über dessen Herkunft und vor allem die Ursprünge seines Reichtums niemand etwas weiß. Sehr schnell ist das Publikum inmitten der Ränkespiele. Eine Erzählerin, Nicky, die in psychologischer Behandlung das Erlebte aufarbeitet, bietet elegante Überleitungen und zusätzliche Informationen, sodass dem Geschehen gut gefolgt werden kann.

Der große Gatsby: Was tun mit der Leiche? Ensemble vom ATMD (Foto: Martina Bracke)
Der große Gatsby: Was tun mit der Leiche? Ensemble vom ATMD (Foto: Martina Bracke)

In sehr schönen und passenden Kostümen (Jilan Nomat-Gashi und Luscha Shala, Make-up) spielt und tanzt das Ensemble die Geschichte des großen Gatsby aus den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts, der alles darauf ausrichtet, seine Jugendliebe Daisy zurückzugewinnen, die inzwischen verheiratet ist. Mit einem Mann, der sie mit der Frau des Tankstellenbetreibers betrügt.

Das junge Ensemble, angeleitet von Dustin Gashi und Patrick Drann, die auch selbst auf der Bühne agieren, überspielt die im Vorfeld nötig gewordenen Umbesetzungen sehr gut und zeichnet die einzelnen Figuren anschaulich. Liebesschwüre, heimliche Absprachen, Langeweile in der Gesellschaft und Lügen werden mit wenigen Requisiten glaubwürdig auf die Bühne gebracht, und das Drama nimmt seinen Lauf.

Am Ende sind drei Tote zu beklagen, die Liebe hat nicht gehalten, was sie versprochen hat, und der alte Geldadel ist wieder mehr oder weniger unter sich. F. Scott Fitzgerald seziert 1925 den American Dream und lässt hinter die Fassade blicken. Auch einhundert Jahre später zeigt sich der Roman auf der Bühne aktuell. Mit Geld lässt sich vieles regeln, die Moral bleibt auf der Strecke. Wer will, kann durchaus Parallelen zur heutigen Zeit ziehen. Insofern verrät das Stück nicht nur kleine, sondern auch große Geheimnisse. Ob sich im Großen etwas verändert, bleibt dahingestellt. Diese nun wirklich letzte Premiere auf der alten Bühne im Theater Fletch Bizzel bringt noch einmal ein volles Haus mit Publikum, das von der Spielfreude des Ensembles der Academy of Theatre, Music and Dance begeistert ist. Auf die nächste Produktion kann man also gespannt sein. Dann vielleicht auf der neuen Bühne des Fletch im Theater Olpketal, die das Theater Fletch Bizzel voraussichtlich ab Herbst bespielt.

ATMD auf Instagram @atmd.dortmund www.fletch-bizzel.de