Kraftvolle Sinfonien im Konzerthaus

Der Dirigent beim 5. Philharmonischen Konzert am 14. und 15.02.2017 mit dem Titel „schaffens_kraft“ war ein alter Bekannter. Marek Janowski war Generalmusikdirektor von 1975 bis 1979 hier in Dortmund. Einige Menschen im Publikum haben den großen Dirigenten sicher noch selbst erlebt. Ars tremonia war am 15.02.2017 mit dabei.

Im Mittelpunkt der Abende standen zwei 8. Sinfonien von bedeutenden Komponisten auf dem Plan. Die 8. Sinfonie F-Dur op. 93 von Ludwig van Beethoven (1770-1827) und die 8. Sinfonie C-Dur D 944, auch als „Die Unvollendete“ bekannt von Franz Schubert (1797-1828). Gemeinsam war beiden Komponisten, dass sie sich von den gängigen Gattungskonventionen der Sinfonie der damaligen Zeit emanzipiert haben. Mit Leidenschaft führte Janowski die Dortmunder Philharmoniker durch das anspruchsvolle Programm.

Beethovens 8. Sinfonie kommt im Vergleich zu seinen Vorgängern eher humoristisch und skurril daher. Der erste Satz beginnt schon überraschend ohne eine Herleitung mit dem Thema. Zunächst in Bewegung, kommt es am Ende zum stocken. Das anschließende zweite Thema bliebt im Ungefähren nebulös stecken und wirkt dann zwischendurch bedrohlich. Beethoven spielt hier mit (block-haften) Kontrasten, die er nach und nach zusammenführt und ins Dramatische steigert. Es entstehen ganz spezielle rhythmische Klangfelder. Interessant ist der zweite Satz mit seinen an eine Uhr oder Metronom erinnernden tickenden musikalischen Bewegungen. Mit feinen Nadelstichen (sempre staccato) werden sie bewusst durch überraschende Akkorde als Sand im Getriebe gestört. Unter feinen Kantilenen des Horns und der Klarinette geht es im dritten Satz rustikal-weiter. Der vierte Satz führt temperamentvoll hastend zum Finale zum parodistisch ausgedehnten Schluss.

Nach der Pause mit der fast doppelt so langen großen 8. Sinfonie von Schubert gewaltig-kraftvoll weiter. Wunderbar romantisch beginnt der erste Satz mit einem melodiösen Thema. Erst wird es allein von den Hörnern vorgetragen, dann in Variationen als Echo von übrigen Orchester aufgegriffen. Das Tempo nimmt der Motor nun immer mehr an Fahrt auf geht schnurrend weiter. Ein bäuerliches tänzerisches Seitenthema wird bis zu einem Posaunen-Passage, die Ähnlichkeit mit der Einleitung hat. Der kontrastreiche dritte Satz wechselt von einem ruppig-lauten Tonfall zum böhmischen Tanzlied. Mit einer triumphalen Fanfare beginnt der vierte Satz und wechselt wieder zu Tanzmusik. Pulsieren und kraftvoll Rhythmisch geht es weiter durch den Satz bis zum grandiosen Finale voll ungetrübter purer Lebensfreude.

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