Kein Nathan 2.0

Noch eitel Sonnenschein oder schon Spannungen? Mit dabei sind (v.r.n.l.) Bettina Lieder, Carlos Lobo, Merle Wasmuth sowie Frank Genser im Hintergrund). Foto: © Birgit Hupfeld
Noch eitel Sonnenschein oder schon Spannungen? Mit dabei sind (v.r.n.l.) Bettina Lieder, Carlos Lobo, Merle Wasmuth sowie
Frank Genser im Hintergrund). Foto: © Birgit Hupfeld

Ein Christ, ein Jude und ein Moslem diskutieren über Moral und Religion. Doch anders als bei Lessings Parabel „Nathan der Weise“ bleibt bei „Geächtet“ von Ayad Akhtar nach 9/11 kein Platz für Friede, Freude, Eierkuchen. Das Setting ist ähnlich wie bei Yasmina Rezas „Gott des Gemetzels“: Zwei Ehepaare, aufgeklärt und kultiviert, unterhalten sich nett beim Abendessen, bis die Sprache auf den 11. September kommt. Die Premiere ist am 06. Februar um 19:30 Uhr im Megastore.

Zwei typisch New Yorker Ehepaare: Amir, ein Anwalt mit pakistanischen Wurzeln, seine Frau Emily, eine Künstlerin, ist weiß und protestantisch und Isaac, amerikanischer Jude und Kurator mit seiner Frau Jory, eine Schwarze. Alle liberal und aufgeklärt, bestes Bildungsbürgertum. Doch schnell dringt in diese Gesellschaft die Abgründe der Kulturen und Religionen. Wie gehen wir mit verschiedenen Kulturen um, ist laut Regisseur Kay Voges die Kernfrage des Stückes. Welche Unterschiede gibt es, welche Gemeinsamkeiten.

Doch ganz bierernst wird das Ganze nicht ablaufen, denn die verbalen Schlachten auf der Bühne haben natürlich auch etwas Komödiantisches. Wo wir bei der Bühne sind: Das Kammerspiel wird ja in einer großen Halle gezeigt. Die Bühne wird also nicht breit, sondern lang sein. „Ein Gefühl, als ob man bei einem Tennisspiel zuschaut“, so Kay Voges. Auch wenn die Konflikte durch das Bühnenbild abstrahiert werden, das Stück wird ein schönes Beispiel für die Freunde nuancierter Schauspielkunst werden, verspricht Voges.

Mehr Infos unter www.theaterdo.de

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