Eine Stadt für alle?!

Mit „Schrei mich an“ zeigte das Projekt „Inklu:city“ wie 17 Akteure (inklusive einem Hund) sich einen Weg durch die Stadt und durch ihr Leben bahnen. Im Theater im Depot präsentierten die Beteiligten am 06. Juni 2015 ihre Sehnsüchte, Ängste, Hoffnungen und Visionen.

Wie erleben blinde oder taube Menschen ihre Stadt? Wie geht man mit den Alten um, den Obdachlosen, den Ausländern? Werden Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen wertgeschätzt? Welche Sehnsüchte und Wünsche haben diese Menschen? Diese Fragen wurden bei dem Theaterprojekt „Schrei mich an“ angeschnitten.

Das Bühnenbild war recht einfach gehalten: Auf der Bühne waren lauter weiße Kartons zu einer Wand gestapelt. Auf dieser Fläche wurden dann kurze Videos gezeigt, die die Akteure kurz in ihren Lebensräumen vorstellten. Ab und an wurden einige dieser Kartons als Sitzmöbel oder Parcours-Hindernisse benutzt. Zwischen den Filmen spielten die Akteure in unterschiedlichen Szenen ihre Sicht der Dinge. Beeindruckend war eine gespielte Beerdigung, wo die Vorurteile, die Ignoranz oder die Ausgrenzung zu Grabe getragen wurde.

Das Stück war aber keine Abrechnung mit der „bösen Welt“, sondern bot nach dem Motto des Untertitels „Eine Hommage an die Lebensfreude“ auch Positives. Denn es zeigte Menschen, die zwar eine Beeinträchtigung haben, aber dennoch nicht am Leben verzweifeln. Sehr gut gelungen war die breite Streuung der Darsteller. Es waren nicht nur klassischerweise Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen vertreten, sondern auch Ausländer, Senioren, Obdachlose und Menschen, die als Kind missbraucht wurden. Auch sie werden mehr und mehr ausgegrenzt und müssen um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen.

Ein Stück, das durch die sehr engagierten Darsteller sehr berührte.

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