Das ewige Licht – The Gesualdo Six in der Marienkirche

Am 04. Juni 2024 präsentierte das britische Vokalensemble The Gesualdo Six im Rahmen des Festivals Klangvokal einen musikalisch beeindruckenden Abend in der Marienkirche. Der Titel des Abends, „Lux aeterna“, stammt aus der liturgischen Totenmesse und folgt in Requiems-Kompositionen auf das „Agnus Dei“. Eine weitere Besonderheit des Konzerts war, dass sowohl zeitgenössische als auch barocke Komponisten zu Gehör gebracht wurden.

Die Marienkirche war ein idealer Ort für das Konzert, nicht nur wegen des Resonanzraums, sondern auch wegen der Atmosphäre, die zu den liturgischen Texten passt.

Abschied und Trauer gehören zu den intensivsten Gefühlen der Menschen, und daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Komponisten Lieder in diese Richtung geschrieben haben. Viele Lieder handeln von der Angst, dass Gott sie nach dem Tod für ihre Sünden für alle Zeit in die Hölle schickt, aus der es keine Rettung gibt.

Berührend fand ich zwei Stücke, die von Frauen geschrieben wurden. Judith Bingham vermischt in „Watch with me“ Bibelzitate mit einem Gedicht von Wilfred Owen aus dem Ersten Weltkrieg, was eine aktuelle Komponente mit sich bringt. „I take thee“ von Joanna Marsh ist eine Hymne auf die Liebe und das einzige weltliche Lied an diesem Abend.

Musikalisch war „And there was war in heaven” von Howard Skempton interessant, der durch seine Wiederholungen und Veränderungen Erinnerungen an Arvo Pärt aufkommen ließ.

Im Mittelpunkt standen aber die Sänger von The Gesualdo Six. Die beiden Countertenöre Guy James und Alasdair Austin überzeugten ebenso wie ihre Kollegen Joseph Wicks, Josh Cooter (beide Tenöre) und Michael Craddock (Bariton). Die Leitung hatte Owain Park.

Ein ruhiger, besinnlicher und musikalisch hochwertiger Abend ging nach einer Zugabe zu Ende. Vielleicht sehen wir The Gesualdo Six in den nächsten Ausgaben von Klangvokal wieder.

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