Aufstand der Dinge – surreales Objekttheater im Fletch Bizzel

In unserer Gesellschaft werden Dinge in Massenfertigung hergestellt, um nach Gebrauch einfach weggeworfen zu werden. Doch was ist, wenn diese Dinge eine Art Seele haben und eigene Wünsche formulieren könnten? Undenkbar? Doch im japanischen Volksglauben gibt es Alltagsgegenstände, die zum Leben erwachen und den Besitzer für seinen mangelnden Respekt strafen. Sie werden „Tsukumogami“ genannt.

Doch das Theaterstück „Aufstand der Dinge“ ist kein Horrorstück. Das Turbo Prop Theater (Rüdiger Eggert, Oliver Kockskämper und Thomas Wienand) unterstützt von Bianca Lammert und Hans-Peter Krüger, der auch den Text schrieb, nahmen die Geschichte „Aufstand der Dinge“ von Erhart Kästner als Grundlage. Die Premiere war am 14.01.2023

Die Kugelschreiberin Isabella und der Engländer Brain proben den Aufstand der Dinge. (Foto: (c) Oliver Kockskämper)
Die Kugelschreiberin Isabella und der Engländer Brain proben den Aufstand der Dinge. (Foto: (c) Oliver Kockskämper)

Das Fletch Bizzel verwandelte sich an diesem Abend in einen Kinosaal, auf dessen Leinwand eine Live-Animation gezeigt wurde. Die Dinge, die zum Leben erwachten, wurden auf einer Art Techniktisch gefilmt und auf die Leinwand projiziert.

Zur Geschichte: Anders als in der Bibel gab es noch einen achten Schöpfungstag: Da wurden die Alltagsgegenstände erschaffen. Doch die Menschen wurden der Dinge überdrüssig und alte, unbrauchbare Sachen wurden in den Abfall geworfen oder fristeten ihr Dasein auf den Dachboden. Die beiden Hauptfiguren Kugelschreiber(in) Isabella und der Engländer Brain (also das Werkzeug)  machen sich mit weiteren Leidensgenossen wie einer Milchtüte oder einer Gießkanne zu einem fernen Ort auf, der sie zu ihrem Sehnsuchtsort bringen soll.  Ob sie ihre Erlösung finden?

Das Stück lehrt uns auf witzige Art und Weise, dass wir mit den Alltagsgegenständen achtsamer umgehen sollten. Nicht, weil sie eine Seele haben, sondern weil wir mit unserer Wegwerfmentalität auch für die Umweltproblematik verantwortlich sind. Müllberge wachsen und für jedes neue Ding müssen Rohstoffe und Energie verbraucht werden. Mehr Wertschätzung für die Alltagsgegenstände um uns herum würde uns ganz guttun.

Noch zu erleben am 28.01., 17.03. und 18.03. Mehr Infos unter www.fletch-bizzel.de

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