Klangvokal 2018 – Renaissancemusik aus Spanien und England

Am 09. Juni 2018 gab es ein Wiedersehen mit dem Ensemble „The Tallis Scholars“ unter der Leitung von Peter Philipps . Bereits 2015 spielten sie im Rahmen von „Klangvokal“ in der Propsteikirche. Vor drei Jahren erklang eine Mischung aus Komponisten der Renaissance und dem estnischen Komponisten Arvo Pärt. 2018 erklang Musik aus Spanien und Großbritannien.

Das „The Tallis Scholars“ wahre Meister in der Renaissancemusik sind, konnte man schon vor drei Jahren erleben. Sie haben in ihrer Qualität keinesfalls nachgelassen. Das Konzert war zweigeteilt. Zu Beginn standen die drei spanischen Komponisten Sebastián de Vivanco, Christóbal de Morales und Pedro de Escobar im Fokus.

Musik der Renaissance in mit hohen gesanglichen Ansprüchen - The Tallis Scholars beim Klangvokal 2018. (Foto: © Bülent Krischbaum)
Musik der Renaissance mit hohen gesanglichen Ansprüchen – The Tallis Scholars beim Klangvokal 2018. (Foto: © Bülent Kirschbaum)

Vor allem de Morales (1500-1553) war ein bedeutender und fleißiger Komponist in Spanien. Er schrieb über 100 Motetten und unzählige Messen. Von de Morales waren die „Klagelieder Jeremias“ zu hören, die die „Tallis Scholars“ in gewohnt erstklassiger Manier umsetzten. Auch beim „Requiem“ von de Escobar präsentierten sich Sängerinnen und Sänger von ihrer besten Seite.

Zu einem der berühmtesten englischen Komponisten der Renaissance gehört mit Sicherheit William Byrd (1539-1623). ähnlich wie sein Lehrer Thomas Tallis, lebte er in einer religiös heiklen Zeit. Byrd komponierte zunächst für den anglikanischen Gottesdienst, später für den katholischen. Zu hören waren „Vigilate“ und „Laetentur coeli“ aus dem „Liber primus sacrarum cantionum (Cantiones Sacrae I)“, die aus der katholischen Phase stammten sowie das Klagelied über seinen verstorbenen Lehrer Tallis „Ye sacred muses“. Zwei Generationen vor Byrd lebte Robert Fayrfax (1464-1521) von dem zwei Stücke zu hören waren.

Wenn jemand die Vokalmusik der Renaissance zum Leben erwecken kann, dann sind es die „Tallis Scholars“. Die zehn Sängerinnen und Sänger schaffen es mühelos, den Zuhörer auf eine Reise in die Zeit von Heinrich VIII. oder Elisabeth I. zu schicken.

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