Der kaukasische Kreidekreis der Wahrheit

Der Jugendclub des Theaters Duisburg wagte sich erfolgreich an die Inszenierung von Brechts "kaukasischem Kreidekreis". (Foto: © Theater Duisburg)
Der Jugendclub des Theaters Duisburg wagte sich erfolgreich an die Inszenierung von Brechts „kaukasischem Kreidekreis“. (Foto: © Theater Duisburg)

Im Schauspiel Dortmund wurde am 6. Juni 2015 im Rahmen des Festival Unruhr die Produktion „Der kaukasische Kreidekreis“, Berthod Brechts Spätwerk aus dem amerikanischen Exil, vom Jugendclub „Spieltrieb“ im Theater Duisburg aufgeführt. Da zur Zeit noch das Urheberrecht an diesem Stück gilt, mussten sich die Regisseure Eva Zitta/Michael Steindl und die zahlreichen Darsteller dieser Aufführung natürlich streng an der Vorlage ausrichten. Vor der Aufführung gab es für Interessierte ein professionell angefertigtes Programmheft für das Stück.

Der selbstgerechte Gouverneur Georgi Abaschwili unds eine nur an Macht, Geld und Äußerlichkeiten interessierte Frau müssen nach einer Revolte der Fürsten gegen den Großfürsten und seine Gouverneure aus ihrem Palast fliehen. Abaschwilis Frau lässt ihr Baby Michel einfach alleine zurück. Das Küchenmädchen Grusche hat Mitleid mit dem Kind und nimmt es auf die abenteuerliche Flucht in die nördlichen Berge. Grusche liebt das Kind inzwischen wie ein eigens, da verlangt die berechnende Nattela Abaschwili ihren Sohn Michel wieder zurück. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, die der Dorfschreiber Azdak leitet. Er fällt seine Entscheidung durch eine Probe: Das Kind wird in die Mitte eines Kreidekreises gelegt und beide Frauen sollen das Kind auf ihre Seite ziehen. Wem das gelingt, sei die wahre Mutter.

Grusche lässt aus Angst um das Kind dessen Hand los. Nattela freut sich schon, dass sie „gewonnen“ hat. Michel wird aber Grusche zugesprochen, die sich wie eine wirkliche Mutter verhalten hat.

Das praktische Bühnenbild mit dunklem Säulen bot für vielseitige Vewendung Raum. Zu Beginn wurde das Publikum mit unter weißen Planen als „Berge“ versteckte Darsteller und dem Gesang der späteren begleitenden Erzählerin in die kaukasische Umgebung eingeführt. Die weitere Aufführung wurde mit vielen Instrumenten, wie zum Beispiel Laute, Trommel, Violine oder Querflöte atmosphärisch unterstützt.

Die Charaktere in der Geschichte und die sozialen Missstände wurden von den Darstellern sensibel und oft humorvoll auf der Bühne umgesetzt.

Es fällt schwer, aus den guten schauspielerischen Leistungen jemanden herauszuheben. Besonders auffällig mit seinem humorvoll-ironischem Spiel war der Darsteller des Richter Azdak, Philipp Keßel.

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