Wie stoppt man die Mobbingspirale?

Erst wirst du geschnitten, du wirst isoliert dann beginnt ganz langsam das Mobbing. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten, die das Smartphone bietet, sind kompromittierende Photos und Videos schnell gemacht. Auf Facebook wird in geschlossenen Gruppen über dich hergezogen. „Cybermobbing“ ist ein ernstes Thema, weil es auch nach der Schule weitergeht, denn das Internet hat kein Schulschluss.

Im Klassenzimmerstück „Out! – Gefangen im Netz“ geht es Victoria ähnlich. Zunächst ist die Schülerin der 9. Klasse selbstbewusst und gerade heraus, wird aber geschnitten und gemobbt. Als sie auf einer Party explizit ausgeladen wird, geht sie trotzdem hin. Dabei wird ihr Handy mit pikanten Fotos entwendet. Die Fotos tauchen wieder auf Facebook auf. Als Victoria keinen Ausweg mehr weiß, beginnt ihr Bruder ihre Geschichte zu erzählen.

Die Premiere von „Out!“ ist am 18. September 2014 in der Droste-Hülshoff Realschule. Im Gegensatz zu den anderen Klassenzimmerstücken ist es nicht geplant, es im Studio zu zeigen. „Das Stück wird in den Schulen stark nachgefragt“; so Theaterpädagogin Sarah Jasinszczak. „die Anfragen gehen bis ins Münsterland.“

Zur Vorbereitung hat die Theaterpädagogin die Schüler gefragt, in welchen Netzwerken sie aktiv sind. Zur Überraschung nannten die Schüler rund 12 Netze, darunter natürlich die bekanntesten wie Facebook, WhatsApp, Instagram oder SnapChat. Die Möglichkeiten, dort gegen andere Schüler zu mobben, sind vielfältig geworden.

Das Stück richtet sich vor allem an Kinder ab der 8. Klasse. „Kinder, die 12 oder 13 Jahre alt sind, sind in einer Art Ausprobierphase“, erklärte Jasinszczak. Sie möchten die Möglichkeiten, die ihr Smartphone bietet ausprobieren, kennen aber noch nicht die Grenzen und die gefahren, die in den weiten des Internets lauern. Schnell sind intime Fotos gemacht, die eigentlich nur dem Freund geschickt wurden, aber nach Ende der Beziehung wird das Foto aus Rache überall herumgezeigt.

Das Stück soll dafür sorgen, die Schüler zu sensibilisieren, die Mobbingspirale zu stoppen. „Redet mehr miteinander“, lautet die Forderung von Jasinszczak an die Kids, die fast nur noch über ihre elektronischen Helfer kommunizieren als von Angesicht zu Angesicht.

Die Eltern der gemobbten Kinder stehen der Situation oft hilflos gegenüber. Daher wird angedacht, „Out!“ auch im Studio zu spielen, um Eltern die Möglichkeit zu geben, die Problematik, die ja auch ihre Kinder treffen kann, kennen zu lernen.

Das Stück geht genau eine Schulstunde, also 45 Minuten, und wird dankenswerterweise von den „Freunden des Schauspielhauses“ mit 2.500 € gefördert.

Schulen können sich unter junges-schauspiel@theaterdo.de über weitere Termine und Buchungen informieren.

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