Volksfaust beim Microfestival

"Faust III" vom Theater Antagon stellt die Frage nach der Moral.
„Faust III“ vom Theater Antagon stellt die Frage nach der Moral.

Am Samstag, dem 08. August 2015, zeigt das Theater Antagon um 22 Uhr das Stück „Faust III“ im Rahmen des Microfestivals auf dem Friedensplatz. Die freie Bearbeitung stellt die Gretchchenfrage anders: Wie hältst du es mit dem Geld und Profit?

Wer aus Frankfurt kommt, der Stadt der Banken (die Europäische Zentralbank hat dort ebenfalls ihren Sitz), wie das Theater Antagon, dem drängt sich das Thema „Geld“ förmlich auf. Für ihre Version des „Faust“ haben sie Goethes Original kräftig durchgebürstet. „Wir haben uns vom Text verabschiedet, weil wir physisches Theater machen“, so Bernhard Bub, der Dramaturg von Antagon. Es ist zwar kein Originaltext von Goethe enthalten, aber wer kennt nicht Figuren wie Mephisto, Gretchen oder des „Pudels Kern“? Natürlich wird auch die Gretchenfrage gestellt, nur in der aktualisierten Form: Geld oder Menschlichkeit. „Die markanten Szenen aus dem Faust erkennt man wieder“, ist sich Bub sicher.

Ein Straßentheater agiert nicht starr auf einer Bühne wie beim klassischen Theater. Es gibt zwar eine Hauptbühne, doch es werden auch Szenen im Publikum geben, so dass das Publikum unter Umständen auch durchmischt wird und sich einen anderen Blickwinkel wählen muss.

Antagon gibt es seit 25 Jahren. Die freie Bearbeitung von Stoffen ist typisch. „Wir sind kein Theater, die Stücke nachspielt“, so Sebastian Bolitz, der künstlerische Leiter. „Wir wollten aber zeigen, dass wir mit klassischem Stoff gut umgehen können.“

Zu dem Stück gibt es selbstkomponierte Live-Musik aus verschiedenen Stilrichtungen. Gespielt von einem Streicherterzett (Cello, Bratsche, Geige) und Klavier. Insgesamt werden 18 Leute auf der Bühne spielen. Das Theater Antagon passt sehr gut zum multikulturellen Microfestival, denn dort arbeiten Menschen aus 10 verschiedenen Nationen.

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