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Visconti-Tarotkarten künstlerisch aktuell transformiert

Unter dem Motto „Sehnsüchte und Sinnfragen“ ist im Haus Rodenberg (Café und obere Etage VHS) in Dortmund-Aplerbeck vom 8. März bis 09. Mai 2020 eine Kunstausstellung zu den ältesten Tarot-Karten (Visconti) zu sehen.

Die Idee zum „Visconti-Projekt – Hommage an das älteste Tarot der Welt – hatte vor drei Jahren die Schriftstellerin und Malerin Gabriella Wollenhaupt. Im Rahmen ihres historischen Romans um den holländischen Maler Vermeer wuchs ihre Begeisterung vor allem für die strahlend-kraftvollen Farben der Renaissance.

Wie sie beim Pressegespräch verriet, interessierte sie nicht so sehr der esoterische Aspekt der Visconti-Tarot-Karten, sondern besonders der kulturhistorische Aspekt.

Das älteste Tarot-Kartenspiel wurde für die Mailänder Fürstin Bianca Maria Visconti im Jahr 1442 erschaffen. Die Menschen damals wie heute suchten Orientierung und Hilfestellung in den Sinnfragen des Lebens und ihrer Sehnsüchte. Ganz pragmatisch etwa Antwort auf die Frage, wer im Konflikt zwischen Mailand und Venedig gewinnen würde.

Mit dem „Visconti Projekt“ setzten sich 23 Künstler*innen aus ganz Deutschland unter der Leitung und Organisation von Gabriella Wollenhaupt mit dem Thema auseinander. Für die Herstellung der Kartendecks und der finanziellen Angelegenheiten war die Malerin Ulla Schönhense verantwortlich. Beide ließen es sich nicht nehmen, selbst künstlerisch am Projekt Teilzunehmen.

Das Original erhaltenen Visconti Tarot-Kartenspiel besteht aus 22 Trumpfkarten, 16 Hofkarten und 40 Nummernkarten. Es werden 38 Gemälde ausgestellt.

Tarotkarten aus der Renaissance waren die Inspiration für die moderne Variante. (v.l.n.r.) Die Künstlerinnen Anette Göke, Ulla Schönhense und Gabriella Wollenhaupt sowie Jochen Köller (Öffentlichkeitsarbeit vhs) und Jörg Wiedelmann (Schlosscafe Rodenberg)
Tarotkarten aus der Renaissance waren die Inspiration für die moderne Variante. (v.l.n.r.) Die Künstlerinnen Anette Göke, Ulla Schönhense und Gabriella Wollenhaupt sowie Jörg Wiedelmann (Schlosscafe Rodenberg) und Jochen Köller (Öffentlichkeitsarbeit vhs).

Vorgabe für die Künstler*innen war das Format von 40 x 80 cm, ein „schwarzer Kartenrand“, goldener Hintergrund für die Trumpfkarten und ein spezielles Rot für die Hofkarten. Die Bezeichnung der Karte durfte natürlich auch nicht fehlen.Nach einer Jury-Auswahlverfahren wurden dann letztendlich die Aufträge an die 23 Künstler*innen vergeben. Jede und jeder von ihnen brachte seinen persönliche Assoziationen zur heutigen Zeit in sein Kunstwerk mit hinein. In einem Katalog kann man die Gedanken von ihnen zu ihrer Arbeit nachlesen. Dort stehen auch die Preise für die Kunstwerke.

Um nur ein Beispiel zu zu geben: Die Trumpfkarte „Die Liebenden“ zeigt bei Ulla Schönhense eine blonde junge Frau und einen dunkelhäutigen jungen Mann in inniger Zweisamkeit. Ein wunderbar aktuelles Statement, dass die Kraft der Liebe eine über alle Grenzen hinweg gehende Verbindung schafft.

Das „Visconti-Projekt“ ist aber nicht bloß eine Ausstellung, sondern bietet auch ein spezielles Programm. Für Interessierte besteht die Gelegenheit, sich bei der Vernissage für 20,- Euro aus den Tarotkarten von Arkania Spirit legen lassen (oder ein Tarot-Kartenspiel für 25,- Euro käuflich erwerben).

Die Kosten von 20,- Euro pro Person gehen vollständig an den Förderverein der Mitternachtsmission Dortmund.

Die Vernissage findet am Sonntag, den 08.03.2020 um 11:00 Uhr im Wasserschloss Haus Rodenberg & Schosscafé statt. Die Ausstellung wird von der vhs-Dortmund unterstützt. Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung von Jonas Taler (Saxophon) und Julian Friedrich (Bass-Gitarre).

Grappa- Krimi im Dunstkreis der Me Too-Debatte

In ihrem 29. Krimi „Grappa und der Sonnenkönig“ um die unerschrockene Protagonistin Maria Grappa (Polizeireporterin vom Bierstädter Tageblatt) mit guter Spürnase nimmt sich die Dortmunder Autorin Gabriella Wollenhaupt mal wieder ein aktuell brodelndes Thema vor. Die Me Too-Debatte erreicht jetzt auch Bierstadt.

Kurz vor Beginn der Festspiele „Summer-Pott“ erhebt die Schauspielerin Liane Licht gegen den Intendanten Adalbert Engels schwere Vorwürfe. Er soll von ihr regelmäßig sexuelle Dienstleitungen erpresst und sie vergewaltigt haben. Der arrogante, selbstverliebte Fiesling lässt sich mit Maestro ansprechen und nennt sich selbst „Sonnenkönig“. Natürlich leugnet er alle Vorwürfe. Als sich Liane Licht das Leben nimmt, ist für Polizeireporterin Maria Grappa das Maß voll. Sie setzt alles daran, der Öffentlichkeit das wahre Gesicht von Engels zu zeigen…

Der Krimi ist wie gewohnt in einem humorvoll-ironischem Stil geschrieben und die alten bekannten Figuren aus früheren Grappa-Romanen sind wieder an Bord. Zeit-Mann Friedemann Kleist muss während eines Forschungssemesters mit der hiesigen Clan-Kriminalität auseinandersetzen. Zusätzlich bleibt auch das Team vom Bierstädter Tageblatt von der Me Too-Problematik nicht unberührt und die Stimmung ist etwas angespannt. Der Toleranzbegriff wird auf eine harte Probe gestellt, und die Geschichte nimmt einige kleine überraschende Wendungen, die die Spannung bis zum Ende hoch halten.

Wie immer greift Gabriella Wollenhaupt aktuelle Themen in ihren Krimis auf. (Cover: © Grafit Verlag)
Wie immer greift Gabriella Wollenhaupt aktuelle Themen in ihren Krimis auf. (Cover: © Grafit Verlag)

Wie die anderen Grappa-Storys lässt sich dieser Krimi leicht und flüssig lesen, zeichnet sich aber auch durch seine interessanten Charaktere und der intelligent eingebrachten Gesellschaftskritik aus. Bei aller Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit kommt der Humor nicht zu kurz, beispielsweise wenn Grappa träumt, dass ihr Verleger die Monarchie ausruft. Der ist ja auch notwendig!

Es deutet sich an, dass die beliebte Figur der Protagonistin Grappa nach vielen Jahren und Kämpfen so langsam amtsmüde wird und gerne aussteigen würde. Zwar verständlich, aber viele Leserinnen und Leser werden sie dann wohl auch vermissen.

Eine schöne Lektüre für die anstehenden Urlaubszeit.

Gabriella Wollenhaupt
Grappa und der Sonnenkönig
Köln: Grafit Verlag 2019
ISBN 978-3-89425-593-0 (D) 11,00 € (A) 11,30 € 249 Seiten

Grappa in der Schlangengruppe – eine Rezension

In Dortmund und darüber hinaus ist die Dortmunder Journalistin und Schriftstellerin Gabriella Wollenhaupt seit langen Jahren vielen Krimi-Fans unter anderem wegen ihrer Grappa-Reihe ein Begriff.

Die taffe, mit einem kriminalistischen Gespür versehene Redakteurin des Bierstädter Tageblatts, Maria Grappa, hat im Laufe der Jahre schon viele brisante Situationen gemeistert. Sie hat die Fälle zumeist mit ihrer Kombinationsgabe und Gerechtigkeitssinn aufgeklärt. Unterstützung und wichtige Hinweise kommen dabei von der lebensklugen Anneliese Schmitz, in dessen Bäckerei Grappa auch ihre geliebten Mandelhörnchen bezieht. Obwohl mit den Jahren etwas „altersmilder“ geworden, hat sie ihre Menschenkenntnis und Hartnäckigkeit nicht verloren.

Das ist auch von Nöten In diesem 28. Fall „Grappa in der Schlangengrube“. Wie immer greift Wollenhaupt hier wieder ein aktuelles Thema von gesellschaftspolitischer Brisanz auf, das sie wie gewohnt mit ihrem leicht lesbaren und ironisch-humorvollem Stil verarbeitet.

In dem neuesten Kriminalroman geht es um Resozialisierung von Strafgefangenen. Ist sie möglich und wie geht man mit ehemaligen Straftätern um? Inspiriert wurde Wollenhaupt durch die Geschichte des Serienmörders Jack Unterweger in Österreich ( Mitte 1970iger Jahre bis 1994).

Stichwort Resozialisierung - Grappa gerät in eine Schlangengrube. (Cover: © grafit)
Stichwort Resozialisierung – Grappa gerät in eine Schlangengrube. (Cover: © grafit)

Der fiktive verurteilten Mörders Mischa Ashley, alias Michael Aschendorf im Krimi bekommt im Rahmen des landesweiten Projekts „Die zweite Chance“ eine Anstellung im Verlagshaus des „Bierstädter Tageblatts“, denn er hatte sich noch im Gefängnis mit dem Schreiben über sein Leben begonnen. Die Kulturschickeria war begeistert und vor allem die weiblichen Fans sind von seinem „Charisma“ angetan. Die Redaktion wird gehörig durcheinander gewirbelt die Atmosphäre vergiftet. Ihre vorgesetzte Chefin Jutta Hold scheint Ashley zugetan und an an eine erfolgreiche Resozialisierung zu glauben. Muss Grappa um ihre Position in der Redaktion bangen?

Der Leiter des Projekts ist ihr langjähriger Geliebter Friedemann Kleist, der im Schlepptau die junge undurchsichtige Lara Sander mitbringt. Sie soll das Projekt wissenschaftlich begleiten. Erst nach einem weiteren Mord lichtet sich die „Schlangenrube“….

Die Schriftstellerin bringt wie schon öfter noch ein weiteres politisch brisantes Thema unter. In diesem Fall ist ihr langjähriger Begleiter als Fotograf Wayne Pöppelbaum betroffen. Seine Geliebte Perihan Tercanli bekommt es bei einem Besuch in der Türkei mit dem Regime von Präsident Erdogan zu tun.

Eine spannender und kurzweiliger Kriminalroman ohne erhobenen Zeigefinger zu einem ambivalenten und komplexen Thema.

Genau der richtig Lesestoff für die Urlaubszeit.

Gabriella Wollenhaupt : Grappa in der Schlangengrube

Kriminalroman
Grafit Verlag: ISBN 978-3-89425-579-4
206 Seiten Paperback

Neuer Wollenhaupt-Krimi: Grappa in der Schlangengrube

In dem neuesten Kriminalroman der Dortmunder Journalistin und Schriftstellerin Gabriella Wollenhaupt „Grappa in der Schlangengrube“ geht es um eine in Zeit der Verunsicherung wichtige Frage: Sind Straftäter tatsächlich resozialisierbar? Diese provokative Frage regt zu Diskussionen an und eine Antwort darauf kann spalten. Gibt es eine klare Antwort?

Zum 28. Mal lässt Gabriella Wollenhaupt ihre Heldin Maria Grappa recherchieren.
Zum 28. Mal lässt Gabriella Wollenhaupt ihre Heldin Maria Grappa recherchieren.

Wie die Autorin beim Pressegespräch erklärte, wurde sie durch den Fall des mutmaßlichen österreichischen Serienmörders Jack Unterweger für ihren nun schon 28. Grappa-Krimi inspiriert.

Der uneheliche Sohn eines US-Soldaten und einer Wiener Prostituierten erdrosselte im Alter von 24 Jahren 1974 brutal eine Frau mit ihrem BH. Auch die weiteren Morde hat er auf diese Weise begangen. Zu einer Lebenslangen Haft verurteilt, begann er im Gefängnis zu schreiben und wurde von der Kulturschickeria hofiert. Er wurde von der österreichischen Kulturszene als Paradebeispiel für eine geglückte Resozialisierung präsentiert.

Eine Petition führte zu seiner Haftentlassung nach sechzehn Jahren. Nach 1990 kam es in seinem Umfeld in verschiedenen Städten zu Morden an Prostituierten. Aus irgend welchen Gründen flogen ihm die Frauen zu und fielen immer wieder auf ihn herein. Im Jahr 1994 wird er für neun Morde wiederum zu einer Lebenslangen Haft verurteilt, der er sich durch einen Suizid (Erhängen) entzieht.

In ihrem neuen fiktiven Krimi konfrontiert Wollenhaupt die taffe Romanheldin Maria Grappa in ihrer Redaktion mit einem neuen Mitarbeiter, einem verurteilten Doppelmörder Mischa Ashley mit der Thematik „Resozialisierung“ konfrontiert. Ashley nimmt nach seiner Haftentlassung an dem Projekt „Die zweite Chance“ teil. Im Gefängnis hatte er ein auch von der Kulturschickeria gefeiertes Buch über sein Leben geschrieben. Autor scheint vor allem nach Ansicht der Chefin der Redaktion Jutta Hold in das Verlagshaus gut zu passen.

Droht Grappa etwa auch beruflich Gefahr durch den „Neuen“?…

„Wie ein Virus dringt Mischa Ashley in die Redaktion und bringt die Welt dort durcheinander,“ so die Autorin.

Der neue Grappa-Krimi ist ab jetzt im Buchhandel erhältlich:

Originalausgabe
206 Seiten, Paperback
EUR 11,00 (D), EUR 11,30 (A)
ISBN 978-3-89425-579-4

Auch als E-Book erhältlich.

Am Donnerstag, den 17. Mai 2018 um 19.30 Uhr stellt Gabriella Wollenhaupt in einer Lesung im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund

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den Krimi „Grappa in der Schlangengrube“ dem interessierten Publikum schon einmal vor.

Eintritt: 3,00 Euro

Grappa und die Venusfalle

[fruitful_alert type=“alert-success“]Gabriella Wollenhaupt lässt im 27. Grappa-Krimi wieder alte Bekannte auftreten.  (Cover: © Grafit Verlag)[/fruitful_alert]

Die Dortmunder Autorin Gabriella Wollenhaupt hat ihren 27. Grappa-Krimi unter dem Titel „Grappa und die Venusfalle“ im Grafit-Verlag heraus gebracht. An Themen mangelt es ihr nach all den Jahren nicht.

War in ihren Romanen oft aktuelle politische Probleme im Fokus, steht diesmal ein psychologisches Phänomen mit dem sperrigen Namen „Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom“ im Mittelpunkt. Das Krankheitsbild wird vor allem bei Frauen beobachtet. Die betroffenen Frauen machen ihr Kind bewusst krank, um es dann aufopferungsvoll zu pflegen. Das verschafft den Frauen die erwünschte Beachtung ihrer Umwelt. Aber keine Sorge, aktuelle politische Problemfelder werden im Krimi nicht ausgeblendet.

Kurz zum Inhalt: Aus dem Phönix-See wird die Leiche der sozial engagierten Besitzerin von mehreren Hundesalons gezogen. Die als „Mutter Teresa von Bierstadt“ bekannte Frau kümmert sich scheinbar auch aufopferungsvoll um ihre schwer kranken Tochter. Nach und nach kommen die Reporterin Maria Grappa und ihre Helfer hinter dunkle und erschreckende Familiengeheimnisse…

Gabriella Wollenhaupt schafft es, eine schwere psychische Erkrankung wie das „Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom“ mit seinen schlimmen Folgen für die Betroffenen darzustellen. Schonungslos deutlich wird das Leiden der krank gemachten und oft zur Schau gestellten Kinder dargelegt.

Das ist keine leicht zu ertragene Kost, und die Autorin lockert die Atmosphäre wie in all ihren Krimis mit trockenem Humor und Anspielungen auf bekannte Persönlichkeiten auf. So gibt es einige Stellen, wo der Leser oder die Leserin sicher auch lachen können. Die alt bekannte und lieb gewonnenen Figuren finden sich auch im neuen Kriminalroman wieder. In der Redaktion sowie im Privatleben von Fotograf Wayne Pöppelbaum gibt es neue Entwicklungen. Grappa wird mit zunehmend Alter nachdenklicher.

Der Krimi wartet nicht nur mit einigen Wendungen auf und ist mit zunehmender Spannung zu lesen, sondern wirft auch ethische Fragen in der Grauzone zwischen Notwehr und Selbstjustiz auf.

Das Taschenbuch mit der ISBN 978-3-89425-487-2 umfasst 218 Seiten und ist im Grafit-Verlag erschienen und auch als E-Book erhältlich.

Preis: 11,00 Euro

Krimi im Umfeld einer psychoneurotischen Erkrankung

[fruitful_alert type=“alert-success“]Eine Leiche im Phoenix-See: Autorin Gabriella Wollenhaupt lässt wieder Maria Grappa ermitteln.[/fruitful_alert]

Es ist wieder Mai und der 27. Grappa-Krimi um die engagierte Bierstädter (Dortmunder) Reporterin Maria Grappa mit dem Titel „Grappa und die Venusfalle“ von Gabriella Wollenhaupt kommt heraus. In den Räumlichkeiten des Grafit Verlages stellte die Autorin ihr neues Werk vor.

Wie Wollenhaupt erzählte, war diesmal ein realer Fall aus den USA Grundlage für ihren neuen Kriminalroman. Ein Mädchen wurde dort von ihrer Mutter, die an dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet, über viele Jahre bewusst krank gemacht. Menschen, hauptsächlich Frauen, die an dieser psychoneurotischen Störung leiden, machen ihre Kinder absichtlich mit verunreinigtem oder vergiftetem Essen bis zu starken Behinderungen krank, um Mitleid und Aufmerksamkeit zu erlangen. Danach pflegen sie ihr Kind wieder aufopferungsvoll und halten es abhängig. Das betroffene Mädchen in den USA heuerte in seiner großen Verzweiflung einen Auftragsmörder an, der die Mutter erstach. Am Ende des Prozesse sah das Mädchen wieder ganz normal aus und die früheren Symptome der von der Mutter noch zur Schau gestellten Behinderungen waren verschwunden.

Dieses sensible psychologische Thema hat die Autorin in ihrem Krimi verarbeitet.

Aus dem Phönix-See in Dortmund wird die als „Mutter Theresa von Bierstadt“ bekannte Besitzerin mehrerer Hundesalons, Marina Schrott, gezogen. Ertrunken war sie aber nicht im vor Ort. Die sozial engagierte Frau kümmerte sich zudem aufopferungsvoll um ihre schwer kranke Tochter Venus. Nach und nach kommen immer mehr schmutzige und unglaubliche Details der Familiengeschichte und über die Hintergründe ans Licht. Neben diesem interessanten Fall gibt es auch in der Redaktion und im Leben des Fotografen Wayne Pöppelbaum Veränderungen…

Eine Premierenlesung findet am Dienstag, den 23.05.2017 um 19:30 Uhr im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund statt.

Eintritt: EURO 3.-

Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die Venusfalle

218 Seiten. Paperback

EUR 11,00 [D] EUR 11,30 [A]

ISBN 978-3-89425-487-2

Auch als E-Book erhältlich.

Krimi in gespannter Atmosphäre

Grappa ermittelt zwischen Islamismus und rechter Gewalt. (Cover: © grafit-Verlag)
Grappa ermittelt zwischen Islamismus und rechter Gewalt. (Cover: © grafit-Verlag)

Schon ein Blick auf das Cover des neuen, nun schon 26., Krimis um die engagierte „Bierstädter“ (Dortmunder) Polizeireporterin Maria Grappa von Gabriella Wollenhaupt mit dem Titel „Grappa greift durch“ zeigt anschaulich, um welches aktuell brisante Thema es darin geht; Das Gesicht einer bis auf die geschlossenen Augen schwarz verschleierten Frau.

Ausgerechnet Anneliese Schmitz, als Bistro-Besitzerin und gute Bekannte von Polizeireporterin Maria Grappa, muss in der Nähe ihrer Wohnung auf einem Spielplatz eine schwarz verschleierte Frau entdecken, die ihr totes Kleinkind schaukelt. Die kleine Öslem ist keines natürlichen Todes gestorben, und die junge Mutter Duru Sahin ist geschockt und nicht ansprechbar. Es stellt sich heraus, das der Vater des Kindes ein gesuchter IS-Terrorist ist. In einem Klima der Verunsicherung, vor allem nach den Anschlägen in Paris und Brüssel verpasst Chef Berthold Schnack der Journalistin einen Maulkorb. Was darf den Lesern zugemutet werden? Da muss Maria mit etwas Druck durchgreifen.

Es stellen sich einige Fragen. Ist Durus Vater , ein bekannter Iman in Bierstadt wirklich so ein toleranter und gemäßigter Moslem, wie er tut? Schließlich hat er seiner Zuflucht suchenden Tochter samt Enkelin diesen nicht gewährt.Dann gibt es da noch die moderne, aufgeschlossene und freiheitsliebende Freundin PerihanTercanli. Die ist in großer Sorge wegen ihres jüngeren Bruders Erkan, der in den Sog der radikalen Salafisten geraten ist. Dazu kommen noch Konflikte zwischen den braunen Mob und Flüchtlingen.Zwei weitere Morde geschehen und sowohl Fotograf Wayne Pöppelbaum wie auch Grappa und Freund Friedemann Kleist (Anti-Terror-Task Force) geraten in ernste Gefahr….

Neben gewohnt humorvoll-ironischen Bemerkungen zeichnet sich der Kriminalroman durch eine nachdenkliche Stimmung aus. Wollenhaupt gelingt es gut, die Stimmung der Verunsicherung aufzufangen. Sie vermeidet ein einfaches schwarz-weiß Denken ohne zu verharmlosen. Es wird ganz klar: Es gibt weder „Sicherheit-Garantien“ noch einfache Lösungen für das Flüchtlingsproblem, den IS-Terror und braunen Populismus. Wichtig sind aber Offenheit, Aufmerksamkeit, Respekt und Achtsamkeit sowie keinen verschleierten Blick für die gesellschaftliche Problem.

Eine spannende Urlaubslektüre für die kommende Urlaubszeit.

Gabriella Wollenhaupt

Grappa greift durch

Taschenbuch: 220 Seiten

grafit verlag

ISBN 987-3-89425-468-1

10.00

Buntes Dortmund im ehemaligen Ostwall-Museum

Im großen Lichtsaal sind Beispielarbeiten aller Künstler versammelt.
Im großen Lichtsaal sind Beispielarbeiten aller Künstler versammelt.

Vom 21. Februar bis zum 02. März 2016 zeigt das Baukunstarchiv (ehemaliges Museum Ostwall) die Ausstellung „Dortmund ist bunt“. Für die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler gilt „Bunt“ sicherlich nicht nur für die Farbigkeit ihrer Bilder, sondern auch als Statement für die Vielfalt in dieser Stadt. Darüber hinaus wird mit dem Ausstellungsraum auch die kulturelle Kontinuität des Gebäudes am Ostwall 7 gelebt. Kuratiert wurde die Ausstellung von Bettina Bröckelschen.

Insgesamt 13 Künstlerinnen und Künstler zeigen in den altehrwürdigen Räumen ihre Kunst. Dabei haben die meisten Künstler einen eigenen Raum. Sehr farbenfrohe Bilder zeigt Beate Bach, deren Arbeiten starke florale und organische Elemente ausweisen. Auch Bettina Bröckelschen malt sehr bunte und detailreiche Bilder. Für sie sind ihre Bilder wie eine Theaterbühne, auf der sie die Personen platziert.

Anette Göke zeigt in ihren Arbeiten, dass die verschiedenen Kulturen auf der Welt, unser Leben bereichern kann. Silke Schulz stellt Reiseimpressionen aus Indien aus. Licht- und Schattenspiel sowie subtile Farbgebung sind ein Markenzeichen ihrer Bilder. In der breiten Öffentlichkeit ist sie als Krimiautorin bekannt, doch Gabriella Wollenhaupt malt auch. Sie zeigt eine Auswahl von „Menschenbildern“ in ihrem Raum.

Politisch sind die Arbeiten von Rita-Maria Schwalgin und Franz Ott. Während Ott seine großformatigen Ölbilder zeigt, stellt Schwalgin ihre Fotografien aus. Fotografien zeigen auch Karin Hessmann und Cornelia Suhan. Dabei ging es in die Katakomben Dortmunds. Unter der Fragestellung „Was würdest du mitnehmen?“ zeigen sie Bilder mit beklemmender Wirkung.

Ungewöhnlich sind die Skulpturen von Almut Rybarsch-Tarry. Unterschiedliche Oberflächen und Formen laden den Besucher zur Berührung ein. Sie teilt sich ihren Raum mit Tanja Melina Moszyk, Acrylbilder zeigt.

Auf ganz kleinem Format präsentiert Marlies Blauth ihre Collagen und Landschaftsbildern. Mit scheinbar einfachen Strichen entstehen architektonische Ansichten oder Landschaften.

Düster erschienen die Arbeiten von Era Freidzon. Ihr Zyklus „Lullaby“ zeigt Bilder zwischen Traum und Realität, verschüttete Erinnerung aus der Kindheit scheinen wieder an die Oberfläche zu gelangen.

Am Sonntag, dem 28. Februar 2016 um 12 Uhr gibt es in den Räumen des ehemaligen Museum Ostwalls eine Lesung aus dem Buch „Schöner Schlag“ von Gabriella Wollenhaupt und Friedemann Granz, dazu spielt das „Zimmaorkestra“.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind von Dienstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

Die stille Glut der Rache

Jubiläumskrimi. Der 25. Fall der Polizeireporterin Maria Grappa von Gabriella Wollenhaupt führt unter anderem in die Abgründe des Stalkens. (Foto: © grafit-Verlag)
Jubiläumskrimi. Der 25. Fall der Polizeireporterin Maria Grappa von Gabriella Wollenhaupt führt unter anderem in die Abgründe des Stalkens. (Foto: © grafit-Verlag)

Für ihrem 25. Dortmund-Krimi um die Polizeireporterin Maria Grappa ließ sich Journalistin Gabriella Wollenhaupt von einem Fall, der 2013 in den Medien große Wellen schlug, inspirieren.

Der evangelischer Pfarrer Michael Hammerschmidt aus Meschede wurde von einer älteren Frau über Jahre penetrant gestalkt. Die Bilder, wie sie leicht bekleidet vor dem Haus des Pfarrers tanzt, gingen durch die Presse.

In „Grappa und die stille Glut“ wird ein 56-jähriger evangelischer Pfarrer von einer 72-jährigen Frau auf ähnliche Weise bedrängt. „Stalking“ ist in der Redaktion während des Sommerlochs Thema und der Geistliche wendet sich an Polizeireporterin Maria Grappa. Kurze Zeit später wird er auf grausame Weise umgebracht. Wie sich herausstellt, war der Pfarrer vor 22 Jahren Betreuer in einem Ferienlager für Jugendliche. Dort wurde eine junge Küchenhilfe aus der Schweiz ermordet. Oder hat doch die betagte Stalkerin etwas mit dem Mord zu tun? Sie umgibt ein düsteres Geheimnis, das fast fünfzig Jahre zurück reicht. Ihre 6-jährige Tochter Nelly verschwand damals spurlos auf dem Schulweg. Maria Grappa macht sich auf eine gefährliche Zeitreise.

Wollenhaupt greift in ihrem neuesten Krimi wieder viele aktuelle Themen in unserer Stadt auf, wie zum Beispiel Flüchtlingsproblematik, Pöstchenschieberei oder die internationale Terrorgefahr. Auch privat gibt es Turbulenzen. Ihr Liebhaber, Hauptkommissar Dr. Friedemann Kleist, weilt nämlich gerade als Leiter eines Analysezentrums gegen Salafistenkriminalität im Ausland.

Alle übrigen bekannten Figuren der Krimi-Reihe, wie zum Beispiel Fotograf Wayne Pöppelbaum oder Anneliese Schmitz von der Bäckerei sind wieder dabei.

Der Autorin gelingt es, verschiedene Handlungs- und Kriminalstränge bis zur Aufklärung spannungsreich zu verweben. Nichts ist wie es scheint. Das Schwarzweiß-Bild vom „guten“ Geistlichen und „böser“ Stalkerin wird einer differenzierten Betrachtung unterworfen. Auch die mit dem Älterwerden verbundenen Probleme werden nicht ausgespart. So ist Maria Grappa schon mal öfter müde und erschöpft und ein wenig „altersweise“ geworden. Zum Glück blitzt aber immer mal wieder ihre humorvolle Ironie und Lebensfreude durch.

Dieser Kriminalroman ist nicht nur für Dortmund-Insider eine unterhaltsame Urlaubslektüre.

Das 188 Seiten umfassende Taschenbuch ist im grafit Verlag erschienen.

€ 9,99 (D)

ISBN 978-3-89425-455-1

Auch als E-Book erhältlich

Grappa im rosa Milieu

Es ist kaum zu glauben. Die Dortmunder Fernsehredakteurin und Schriftstellerin Gabriella Wollenhaupt hat jetzt mit „Grappa sieht rosa“ schon ihren 24. Kriminalroman mit der engagierten, taffen Bierstädter Polizeireporterin Maria Grappa im Grafit Verlag herausgebracht. Ist das alleine nicht schon beachtlich genug, geht ihr dabei das Interesse an brisanten Themen, nahe am Puls unserer Zeit, nicht abhanden.

Diesmal bewegt sich die Protagonistin im Dunstkreis von Homophobie und bekommt, wie die Leser/innen, tiefe Einblicke in die Homosexuellen Szene von Bierstadt (Dortmund) samt seinem Umfeld. Geschickt gelingt Wollenhaupt dabei wieder einmal ein Brückenschlag zum aktuellen Zeitgeschehen in jüngster Gegenwart.

Grappas 24. Fall spielt im Bierstädter Schwulenmillieu. (Cover © grafit-Verlag)
Grappas 24. Fall spielt im Bierstädter Schwulenmillieu. (Cover © grafit-Verlag)

Worum geht es im Krimi? In Bierstadt, dass sich immer tolerant und weltoffen gibt, steht eine besondere Hochzeit an. Der Agrarminister im homophoben Russland Putins muss nach seinem „Outing“ als Homosexueller aus seinem Land fliehen. Als Fluchtziel bietet sich für ihn Bierstadt an, wo er seinen Freund, einem Tierpfleger im Dortmunder Zoo, heiraten möchte

Mitten in die Vorbereitungen auf dieses große Ereignis kommt die schockierende Nachricht von der brutalen Ermordung des berüchtigten Skandalreporter Felix Mohr, der durch homophobe, frauenfeindliche und gegen soziale Randgruppen hetzende Artikel auffiel. Er wusste anscheinend auch von einem geplanten Anschlag auf die Homo-Hochzeit. Als sich herausstellt, das Mohr selbst schwul war, führen Maria Grappa ihre Nachforschungen in eine ihr bisher unbekannte Welt. Dort erfährt sie Dinge, die sie nicht für möglich gehalten hätte….

Die Grappa-Krimis sind ja für viele, vor allem hier in Dortmund und Umgebung, inzwischen schon Kult. Die Autorin enttäuscht ihre Fans nicht, und lässt alle bekannten Figuren, wie unter anderem etwa den ihr zur Seite stehenden Fotografen Wayne Pöppelbaum oder die einfühlsame Bistro-Chefin Frau Schmitz auftreten.

Ihr Lebensabschnittsgefährte Hauptkommissar Friedemann Kleist kommt wieder einmal von Düsseldorf, wo er ein beim Aufbau eines (Terror)-Abwehrzentrums mithilft, zu seiner Liebsten nach Bierstadt vorbei.

Wollenhaupt behandelt nicht nur aktuelle Themen in ihren Krimis, sondern bringt passend dazu auch bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unserer Stadt in ihren Romanen unter. So kam etwa bei „Grappa im Netz“ ein allseits bekannter ehemaliger Oberbürgermeister vor.

Bei „Grappa sieht rosa“ spielt nun ein bekannter Kammersänger an der Dortmund Oper eine Rolle. Trotz der Namensänderung im Roman wird es einem kulturell einigermaßen interessierten Leser wohl schwer fallen, nicht zu erkennen, um wen es sich dabei handelt.

Humor und ironische Witz und Selbstironie sind auch im neuesten Grappa-Krimi wieder ein fester Bestandteil. Aber mit den Jahren wird Maria Grappa ein wenig nachdenklicher. Die Sinnfrage des Lebens gewinnt mit zunehmenden Lebensalter an Bedeutung. Am Ende offenbart sich dann der traurige Hintergrund dieser Geschichte. Es geht um mehr als sexuelle Identitätsfindung oder Homophobie – letztendlich um Vertrauen und Vertrauensmissbrauch.

Der Krimi ist nicht nur spannend und kurzweilig zu lesen, sondern der Autorin ist eine gut Balance zwischen Humor und nachdenklichem Ernst gelungen.Die Grappa-Fan würden sich sicher auf noch weitere Fortsetzung der Reihe freuen.

Das Taschenbuch umfasst 191 Seiten, ist im grafit-Verlag unter der ISBN: 978-3-89425-436-0 erschienen und für 9,99 Euro im Buchhandel (auch als E-Book) erhältlich.