Satan – Solostück mit Iggy Malmborg

Eine Inszenierung im Theater kann aufwändig und üppig sein, sie kann aber auch mit wenig Requisiten realisiert werden. Der schwedische Schauspieler Iggy Malmborg bringt das aber noch auf die Spitze, denn er braucht in seinem Programm „Satan“ am 10. und 11. Mai 2024 im Theater im Depot nur einen Stuhl.

Gut, es gibt noch einen kleinen musikalischen Beitrag und einen Theaterkampf, aber die meiste Zeit der etwa 90 Minuten sitzt Malmborg auf seinem Stuhl und erzählt seine fiktive Geschichte, die am Ende einen besonderen Twist hat, soviel sei verraten.

Die Geschichte handelt von einem Protagonisten, der in einer religiösen Sekte in Schweden groß wird und versucht, sich langsam zu emanzipieren und es letztendlich mit Hilfe seines Freundes Adam, eines Atheisten, auch schafft. Da er an einer seltenen Erkrankung leidet, die es ihm unmöglich macht, jemanden aktiv zu Schaden oder selbst bei Bewerbungsgesprächen selbstbewusst zu sprechen, gerät er letztendlich in Obdachlosigkeit. Dank der Beschäftigung mit der Kunst, er wird Schauspieler, kann er sein Leben in den Griff bekommen. Dann trifft er seinen alten Freund Adam wieder, der ein skrupelloser, aber erfolgreicher Geschäftsmann geworden ist. 

Die Reduzierung von Theatermitteln auf das Wesentliche, die Erzählung einer Geschichte, führt automatisch dazu, sich auf die Hauptfigur zu konzentrieren. Die zwar auf Englisch erzählt (mit deutschen Übertiteln), aber alle hängen an seinen Lippen. Auf jeden Fall war es ein intensiver Abend.

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