Künstlerinnen zeigen Präsenz

Keine Frauen zu sehen? Die Ausstellung "präsenz" in der Galerie "der kunstbetrieb"  will auf die prekäre Situation von Frauen in der bildenden Kunst aufmerksam machen.
Keine Frauen zu sehen? Die Ausstellung „präsenz“ in der Galerie „der kunstbetrieb“ will auf die prekäre Situation von Frauen in der bildenden Kunst aufmerksam machen.

Auch 2016 werden Frauen in gesellschaftlich relevanten Bereichen benachteiligt, findet Sabine Spieckermann von der Galerie „der kunstbetrieb“. Das gelte auch für die Kultur und Kunst. Bildende Künstlerinnen haben laut KSK 2014 ein Durchschnittseinkommen von 11.000, während Männer immerhin auf 16.000 kommen. Beides ist natürlich extrem besorgniserregend, die Situation für Frauen scheint noch immer einen Tick schlechter zu sein. Bis zum ersten Oktober 2016 präsentiert die Galerie unter dem Titel „präsenz“ Arbeiten von fünf Frauen.

Almut Rybarsch, Anne Jannick, Anke Droste, Sylvia Reuße und Paola Manzur zeigen in ihren Werken ihre Sichtweisen auf die Gesellschaft und Gegenwart. Dabei nutzen die Künstlerinnen auch unterschiedliche Herangehensweisen: Malerei, Installation, Grafik und Objektkunst ist in der Galerie zu sehen. Ein weiteres interessantes Detail:Die kompletten Räumlichkeiten der Galerie wurden benutzt. So wurden die Wände zu temporären Kunstwerken.

Droste zeigt eine Kombination von Installation und Malerei unter dem Titel „in die ferne, heimwärts“. In ihrem großformatigen Bild thematisiert sie das Thema „Flucht“. Rybarsch zeigt mit der „Büchse der Pandora“ eine ihrer mythisch angehauchten lebensgroßen Figuren. Hier ist Anfassen erlaubt. Bei der Installation von Reuße hingegen nicht, denn ihr Familienkästchen ist gefüllt mit persönlichen Erinnerungen. Der Lebensbaum/Stammbaum an der Wand präsentiert die Wurzeln und die Verbundenheit mit der Geschichte und Gegenwart. Anne Jannick bleibt ihrem Wasserthema treu und erschafft in den Farben gelb, grün und blau fliessende Bewegung. Ihr Objekt wirkt auf den ersten Blick wie ein Wasserfall, doch es entpuppt sich auf den zweiten Blick als Weide. Manzur zeigt ein eindrucksvolles Bild aus der chilenischen Wüste.

Noch mehr Frauen gibt es am 17. September zur Museumsnacht. Denn der Frauenchor belcando wird in der Galerie ein Konzert geben.

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