Gefährliche Mission – Infinity

Ein seltener Moment emotionaler Nähe. Sarah (Johanna Weißert), Helen (Jennifer Ewert) und Eloise (Emilia Haag). (Foto: Birgit Hupfeld)
Ein seltener Moment emotionaler Nähe. Sarah (Johanna Weißert), Helen (Jennifer Ewert) und Eloise (Emilia Haag). (Foto: Birgit Hupfeld)

Am Donnerstag, den 08.09.2016 war im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater die Uraufführung für die Auftragsarbeit (Charles Way) in Kooperation mit dem Consol Theater Gelsenkirchen und dem Theatr IoIo (Cardiff). Im drei Personen Stück unter der Regie von Andrea Kramer (Consol Theater) stellen Johanna Weißert vom KJT die Mutter Sarah, Jennifer Ewert (Consol Theater) ihre Zwillingsschwester Helen und Emilia Haag (Consol Theater) Eloise, die 12-jährige Tochter von Sarah dar.

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Aber auch unendliche Gefahren. Filme und Bücher über Unglücksfälle und Probleme während einer Raummission sind nicht selten. Wer erinnert sich nicht an den Ausspruch „Houston, wir haben ein Problem“ aus „Apollo 13“ oder an die Probleme des allein gelassenen „Marsianers“ aus dem Jahre 2015. Um den Mars dreht sich das Theaterstück auch: Wir befinden uns im Jahr 2033: Die rationale, neugierige Astronautin Helen wird für eine 3-jährige Marsmission auserwählt. Ihre Zwillingsschwester Sarah, eine vorsichtige, bodenständige Frau, lebt mit ihrer Tochter Eloise auf dem elterlichen Bauernhof. Während ihre Mutter der Mission skeptisch gegenüber steht, ist Eloise Stolz auf ihre mutige Tante. Sie halten so gut das geht über moderne Kommunikationssysteme Kontakt. Ängste, Konflikte und Emotionen brechen sich Bahn. Auf der Rückreise gibt es Komplikationen am Raumschiff. Kann Helen ihr Versprechen, wieder gesund heim zu kommen einlösen…?

Die Bühne war mit 12 weißen Medizinbällen und einer Leiter, Eimer vor einer blauen Wand bestückt. Ein Traktor hing seitlich links hinter der blauen Wand von der Decke. Die Regisseurin löste das Problem der großen räumlichen Distanz, indem sie nicht die reale, sondern die jeweilige emotionalen Distanz der Personen zu vermitteln suchte. Ein gelungener Kniff war dabei der multifunktionale Einsatz der weißen Bälle und der Leiter. Mit der Nutzung der Medizinbälle konnten die drei Schauspielerinnen zum Beispiel wunderbar ihre Emotionen, wie Wut, Ängste und Zuneigung ausdrücken.

Die Typen wurden einfach und prägnant dargestellt. Helen in einem weißen Ganzkörper-Anzug, die Mutter von Eloise zünftig mit Holzfäller-Hemd und Eloise als frecher Teenager. Das Stück verlangte den Schauspielerinnen nicht nur hohes Maß an Sensibilität für die Gemütszustände ihrer Figuren ab, sondern war auch choreografisch anspruchsvoll. Sie brachten brachten Gefühle wie Eifersucht, Wut, Angst, Enttäuschung oder Freude und Stolz glaubhaft auf die Bühne. Die Musik unterstützte das Geschehen im Hintergrund. Effektvoll der hinter der blauen Leinwand projizierten Raketenstart und gelungen der gezielte Einsatz der Beleuchtung.

Das Stück stellt sich der existenziellen Frage: Welche Risiken sind wir bereit mutig für eine lebenswerte Zukunft ein zu gehen? Welche Risiken sind es wert, dass wir sie eingehen? Nicht nur für junge Menschen in der Pubertät von Bedeutung.

Weitere Informationen und Termine unter www.theaterdo.de

Das Objekt der Begierde für Helen: Der Mars, aufgenommen von Hubble. (© Foto: NASA)
Das Objekt der Begierde für Helen: Der Mars, aufgenommen von Hubble. (© Foto: NASA)
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