Eine musikalische Reise zum Mittleren Osten

Das 2. Konzert für junge Leute entführte das Publikum am 22.1.2021 im Konzerthaus Dortmund unter dem Titel „Traveling through the Middle East“ in die Kultur des Mittleren Ostens.

Die Dortmunder Philharmoniker begab sich gemeinsam mit sieben Solist*innen des Babylon ORCHESTRA Berlin, der palästinensischen Sängerin und Komponistin Rasha Nahas sowie den Reiseblogger*innen Carolin Steig und Martin Merten (WE TRAVEL THE WORLD) in die arabischen Emirate, genauer gesagt: Dubai und Ras Al Khaimah.

Zunächst einmal trafen hier europäische zeitgenössische Musik und der des (urbanen) Nahen und Mittleren Ostens zusammen.

Wüstenromantik trifft auf knallharte Moderne: Dubai (Foto: © M.Hermsdorf / pixelio.de)
Wüstenromantik trifft auf knallharte Moderne: Dubai (Foto: © M.Hermsdorf / pixelio.de)

Dem aus insgesamt 15 Personen bestehenden Babylon ORCHESTRA aus verschiedenen Ländern (Syrien, Irak. Iran, Armenien, Frankreich, Italien u. a.) setzt sich für den Austausch zwischen den unterschiedlichen musikalischen Kulturen ein und damit für ein besseres Verständnis füreinander ein. Als „Reiseführerin“ und Moderatorin des Abends fungierte die Musikvermittlerin Andrea Hoever.

Der künstlerische Leiter und Arrangeur des Babylon ORCHESTRA Mischa Tangian brachte dem Publikum deren anders gestimmten Instrumente (iranische Violine, spezielle Zitter u. a.) näher und auf der großen Leinwand wurden zur Musik passende Bilder projiziert.

Rasha Nahhas überzeugte mit ihrer warmen und voluminösen Stimme. Die Songs musikalisch zwischen Rockabilly, Freejazz und Chanson drehen sich oft um den Konflikt in ihrem Heimatland und deren Folgen für die Menschen.

Die Dortmunder Philharmoniker trug klassisches mit Nikolai Rimski-Korsakows 1. Largo e maestoso aus der „Scheherazade op. 35 oder einen Auszug aus der Maurischen Rhapsodie (Engelbert Humperdinck) bei.

Ein starkes Zusammenspiel boten beide Orchester am Ende mit Isaac Albéniz (Arr. Mischa Tangian) aus der Suite espaňola op. 47 (Nr. 5 „Asturias“).

Die Reiseblogger Carolin und Martin erzählten zunächst etwas über sich und ihre Reisen nach Dubai und Ras Al Khaimah. Es folgte ein musikalisch begleiteter, auf Leinwand projizierter, Videoclip.

Es zeigte den Kontrast zwischen der grandiosen Wüsten, Gebirge mit ihrer Tierwelt und dem urban-glitzernden, auf immer mehr Luxus und Erlebnis-Touristen eingerichtetem Leben in Dubai. Dort zählen nur Superlativen wie zum Beispiel das größte Riesenrad, die längste Wasserrutsche und mehr.

Da bleiben zwiespältige Gefühle. Wie steht es in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Beispiel aus mit den Frauenrechten oder den Rechten für Homosexuelle? Auch bei der Behandlung von Arbeitsmigranten sieht es – ähnlich wie im benachbarten Katar – problematisch aus.

Musikalisch jedoch bot der Abend ein interessantes Zusammentreffen der unterschiedlichen Kulturen auf hohem Niveau.

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