Die Orestie in der Zirkusmanege

Der antike Stoff der Orestie wurde in einen Zirkus verpackt. (Foto © Joachim Schmitz)
Der antike Stoff der Orestie wurde in einen Zirkus verpackt. (Foto © Joachim Schmitz)

Eine verblüffend überraschende Aufführung bot am 4. Juni 2015 das Theater an der Ruhr Mülheim mit ihrem Stück „Die Orestie“ und deren besondere Interpretation im Kinder-und Jugendtheater Dortmund. Das Ganze im Rahmen des Festivals Unruhr 2015.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben sich lange mit der Orestie und der griechischen Mythologie beschäftigt und etwas Neues geschaffen. Das Geschehen wurde kurzerhand in eine Zirkusmanege verlegt. Agamemnon, König von Mykene wird zum Zirkudirektor, der zunächst die beteiligte Personen in der Manege vorstellt. Diese bekommen alle einen eigenen Charakter zugeschrieben. So ist seine Gattin Klytämnestra eine bestimmende, emanzipierte Domina, die ihm nie verzeihen konnte, dass er ihre Tochter Iphigenie opferte. Diese ist , wie wir erfahren werden, aber am Leben, und wurde gerettet.

Nachdem Troja gefallen ist, kehrt Agamemnon nach Jahren in Begleitung der Seherin Kassandra, die sein Schicksal voraus sieht, in die Heimat zurück. Da Klytämnestra nicht weiß, dass Iphigenie lebt, ermordet sie Agamemnon. An seinem Gab treffen die seit Jahren getrennten Geschwister aufeinander. Elekta, die von Hass auf die Mutter zerfressen ist und in dem Stück als Raubkatze dargestellt wird, ihre Schwester Chrysothemia, die für Vergebung plädiert und nicht fassen kann, dass ihr Vater wirklich tot ist sowie der Thronfolger Orest mit seinem Gefährten Pylades, die als eher traurige Clowns eine schwierige Entscheidung treffen müssen: Rache oder nicht?

Begleitet und beobachtet wird die ganze Geschichte von Apollon, als Vertreter der Götter. Er wird mit einer Klangschale angerufen.

Die Aufführung ist durch eine starke Körperlichkeit und Symbolik gekenzeichnet, so dass die Geschichte der Orestie etwas in den Hintergrund gedrängt wurde. Da ist etwas Eigenes, voller Farbe, Bildersprache und Dynamik entwickelt worden. Den Darstellern merkte man an, dass sie gut aufeinnander abgestimmt sind. Alle waren weiter in ihren Rollen, auch wenn sie nicht im Mittelpunkt standen.

Die jungen Besucherinnen und Besucher waren begeistert.

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