Außergewöhnliche Streichquartette am außergewöhnlichen Ort

Ein Labor machte die Tür auf und lies Musik hinein. Die Akademie für Theater und Digitalität öffnete sich am 22.02.24 für ein Konzert des Equilé Quartett als 3. Kammerkonzert, bestehend aus Nemanja Belej, Sanjar Sapaev (beide Violine), MinGwan Kim (Viola) und Risto Rajakorpi (Violoncello), alle Mitglieder der Dortmunder Philharmoniker.

Auf dem Programm standen drei sehr unterschiedliche, aber gleichzeitig virtuose Streichquartette. Zu Beginn erklang Mozarts Streichquartett in C-Dur KV 157. Obwohl Streichquartette noch eine relativ „junge“ Gattung waren zu seiner Entstehung 1772/73, zeigen sie dennoch seine bemerkenswerte Beherrschung der Form und sein Talent für Melodie und Harmonie. KV 157 ist ein schönes Beispiel für Mozarts frühe kammermusikalische Meisterschaft und bietet einen Einblick in die Entwicklung seines Stils als Komponist. Sehr schön ist der vierte Satz, das „Presto“. Dieser Satz zeichnet sich durch seine Virtuosität und seine lebendige Energie aus, die den Höhepunkt des Quartetts bildet.

Danach sprangen wir ins 20. Jahrhundert und das Streichquartett Nr.2 in C-Dur von Benjamin Britten erklang. Das Streichquartett Nr. 2 von Britten ist geprägt von einer düsteren Atmosphäre, die die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg reflektiert, in der es komponiert wurde. Diese Stimmung wird durch dissonante Harmonien, ungewöhnliche Klangeffekte und intensive Emotionen verstärkt. Gleichzeitig ist der letzte Satz, die „Chacony“, eine Hommage an Henry Purcell.

Etwa 70 Jahre zuvor komponierte Edvard Grieg sein Streichquartett in g-moll op.27. Griegs Streichquartett Op. 27 ist stark von der norwegischen Volksmusik beeinflusst. Grieg integriert folkloristische Melodien, Rhythmen und Harmonien in das Werk, wodurch eine unverwechselbare nordische Klangwelt entsteht. Diese folkloristischen Elemente verleihen dem Quartett einen einzigartigen Charakter und vermitteln ein Gefühl von regionaler Identität. Die Musik vermittelt oft eine Atmosphäre von Weite, Naturverbundenheit und mystischer Stimmung, die an die majestätischen Landschaften Norwegens erinnert. Was dieses Konzert so besonders machte, war natürlich der Raum in der Akademie. Die Musiker saßen in der Mitte überkreuz auf Podesten. Die Zuschauer in der ersten Reihe saßen teilweise nur einen Meter von den Musikern weg und hatten die Möglichkeit in die Notenblätter zu schauen.

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