Auf der Suche nach der dunklen Seite

Das Ensemble bei der Probe zu "Macbeth - eine Versuchung". (Foto: © Theater Dortmund/Diesner)
Das Ensemble bei der Probe zu „Macbeth – eine Versuchung“. (Foto: © Theater Dortmund/Diesner)

Das Seniorentanztheater wird fünf Jahre alt und präsentiert dieses Jahr ihre fünfte Produktion. Diesmal hat sich das 24-köpfige Ensemble mit einem Klassiker der Literatur auseinandergesetzt. Am 16. und 17. Mai 2014 steht „Macbeth – eine Versuchung“ auf dem Spielplan des Dortmunder Schauspielhauses. Inszeniert hat das Stück der Düsseldorfer Choreograph Marcus Grolle, der bereits im vergangenen Jahr die Inszenierung von „glücklich?!“ geleitet hat.

 

„ Jeder Mensch hat auch dunkle Seiten“, so Grolle und wo werden sie besser herausgearbeitet als bei Shakespeares Macbeth. Das Stück, in dem die Hauptfigur zunächst zwischen Treue und Ehrgeiz hin und her gerissen ist, bis der Wille zur Macht durchbricht, bietet eine gute Möglichkeit, die dunklen Seiten des Lebens auszuloten. Der Nebentitel „eine Versuchung“ zeigt deutlich, dass hier keine reine Literaturumsetzung geplant ist, sondern es geht um einen Versuch bzw. um eine Annäherung an das Stück.

 

Der biografische Erfahrungsschatz der Tänzerinnen und Tänzer fließt in die choreografische Literaturbearbeitung ein. Und dieser Erfahrungsschatz ist nicht gering, denn beim Seniorentanztheater sind zur Zeit Frauen und Männer von 55-78 Jahren aktiv. So sind Texte entstanden, die vom Kriegsende berichten und wie es in der Nachkriegszeit weiterging. „Macbeth stirbt, aber das Leben muss irgendwie weiter gehen“, so Grolle.

 

Tische und Stöcke werden auf der Bühne als Requisiten eingesetzt, es gibt eine Videoeinspielung und die Musik stammt hauptsächlich von zeitgenössischen Komponisten wie Maryanne Amacher, Angelo Badalamenti oder James Fulkerson.

 

Für die aktuelle Produktion mussten die 19 Frauen und fünf Männer einiges an Zeit investieren. Seit Oktober 2013 gab es wöchentliche Proben sowie zweimal jährlich viertägige Intensivwochenenden von freitags bis montags.

 

Infos und Karten unter www.theaterdo.de oder telefonisch 0231 5027222.

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