Mutter-Sohn Konflikt in einer Macho-Kultur

Im Spielfilm „Pelo Malo (Bad Hair)“ aus dem Jahr 2013, eine Koproduktion von Venezuela, Peru, Argentinien und Deutschland, gibt die Regisseurin Mariana Rondón Einblicke in eine noch stark von „Machismo“ geprägten geprägten südamerikanischen Gesellschaft in Venezuelas Hauptstadt Caracas. Die Zuschauer erleben ein von Homophobie, Gewalt und Armut bestimmtes Umfeld einer riesigen Plattenbausiedlung.

Die arbeitslos gewordene Marta (Samantha Castillo) lebt mit ihren beiden Söhnen unter beengten Verhältnissen in einer ärmlichen Plattenbausiedlung in Caracas und schlägt sich mühsam durch das Leben. Während ihre Beziehung zu ihrem Baby liebevoll und unkompliziert ist, schafft sie es nicht, sich verständnisvoll mit dem neun Jahre alten Junior (Samuel Lange) auseinander zu setzten.

Der spielt nicht wie die „richtigen Jungen“ Fußball, sondern träumt von glatten Haaren für ein Schülerjahrbuch und einer Karriere als Popstar, wie er es im Fernsehen auf dem Bildschirm täglich zu sehen bekommt. Seine Mutter reagiert zunehmend aggressiv auf seine Vorliebe für das Tanzen und singen. Ihre große Angst ist, dass ihr Sohn, der nur auf der Identitätssuche ist, schwul sein könnte. Wie weit sie geht zeigt sich, dass sie sogar vor den Augen ihres Sohnes mit ihrem ehemaligen Chef schläft, um ihn auf einen“normalen Weg“ zu bringen und sich ihre Arbeit wieder zu sichern. Je mehr Junior verzweifelt um die Liebe und Beachtung seiner Mutter kämpft, desto härter behandelt sie ihn und versucht am Ende, seinen Willen zu brechen.

Die schauspielerische Leistung, vor allem auch des Jungen ist beeindruckend. Leider ist der Film nicht ganz frei von einigen Längen. Der Film kritisiert neben der Homophobie auch den Schönheitswahn der venezolanischen Gesellschaft. Während sich anderswo Menschen für teures Geld extra eine Dauerwelle machen lassen, damit sie „krause Haare“ bekommen, ist Junior mit seiner Haarpracht unglücklich.

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