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Neue Sammlungspräsentation im frischen Gewand im Museum Ostwall

Die Ebene 5 und 6 (Museum Ostwall im Dortmunder U sind jetzt ganz „frisch“ neu gestaltet und am Freitag, den 07.02.2020 um 19:00 Uhr wird dort für den Zeitraum von zwei Jahre die Dauerausstellung „BODY & SOUL, Denken, Fühlen, Zähneputzen“ eröffnet.

Wie Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des MO) beim Presserundgang verriet, wurde durch die architektonischen Veränderungen, prägnante farblichen Gestaltungen und Präsentation ein Ziel verfolgt, was dem Museum am Herzen liegt. Die Trennung von Kunst und Leben soll aufgehoben und beides zusammen gebracht werden. So erwartet die Besucherinnen und Besucher nicht nur eine inhaltlich spannende Neuinszenierung der MO-Sammlung, sondern mit Hilfe des Designerbüros Soda aus Arnheim (Niederlande) präsentieren sich die beiden Ausstellungsetagen in einem einladenden neuem Gewand.

Größere Räume und niedrigere Wände geben Orientierung. Ein nicht reflektierender hellgrauer Boden sorgt für weniger optische Störungen. Eine Verbindung mit dem Treppenhaus und verbesserte Orientierung gelingt durch eine Farbgestaltung von hellrosa bis dunkelrot sowie durch großformatige Fotografien. Dies schafft auch eine erwünschte Wohlfühlqualität, die durch bequeme Sitzgelegenheiten, mehr Rundungen. Die warmen Farben, Teppiche , Kissen und Sitzgelegenheiten laden zum verweilen ein.

Inhaltlich ist die Ausstellung in neun Kapitel aufgeteilt.:

1. „Nackt wie Gott uns schuf“, 2. „Kleider machen Leute“, 3. „Höher, schneller, weiter“, 4. „Schlaf ist der Bruder des Todes“, 5. „Essen und Trinken hält Leib und Seele gesund“, 6. „Welche Farben hat die Seele?“, 7. „Wovor hast du Angst?“, 8. „Woran glaubst Du?“ und 9. „All You need is love…“.

Neben Gemälden, Kleidungsstücken , Skulpturen gibt es zudem einige Video-Installationen, die den Besucher*innen Möglichkeiten zur Interaktionen bieten.

Wolf Vostell (1932–1998)
Umgraben, Happening von 1970
Re-Inszenierung von Gregor Jabs, 2012 Bild © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Foto © Jürgen Spiler
Wolf Vostell (1932–1998)
Umgraben, Happening von 1970
Re-Inszenierung von Gregor Jabs, 2012 Bild © VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Foto © Jürgen Spiler

Beispielhaft sei da nur die Video-Installation „Exchange Fields“ von Bill Seaman erwähnt. Sie zeigt eine Tänzerin, deren Körper sich sich zwischen Energiequellen bewegt. Indem unser Körper mit den zugehörigen Objekten im Raum agiert, steuern wir die Bewegungen der Tänzerin.

Nachdem der Eingang in das Museum Ostwall dauerhaft auf die Ebene 5 verlegt wurde, wird das ehemalige Foyer zum „Flux Inn“. Durch die Fluxus-Bewegung inspiriert entstand hier ein Raum zum Lebensraum, Aktionsraum und zur Chill Out Area. Verschiedene Aktionspunkte laden zur kreativen Auseinandersetzung mit Kunstwerken ein. Gelegenheit zur Entspannung bieten verschieden gemütliche Sitzgelegenheiten oder eine Hängematte und Musik von einer Schallplatte von Dieter Roth (Ursonate).

Im KunstAktionsRaum haben Schulklassen, Kindergartenkinder oder andere Gruppen die Gelegenheit, frei nach dem Motto „Augen öffnen, Hirn hüpfen, Lippen lockern, Finger formen“ künstlerisch aktiv zu werden.

Auch Individualbesucher*innen können ihren Gedanken als Skizze, Malerei, Figur, Foto, Objekt oder als Handlungsanweisung eine künstlerische Form verleihen.

Experimentieren kann man mit Hilfe von angebotenen Workshops der MO-Museumspädagogik. Das MO-Schaufenster ist ebenfalls mit in den neuen architektonischen Komplex integriert.

Unabhängig von der Ausstellung erscheint anlässlich der neuen Sammlungspräsentation der Katalog „Expressionismus und klassische Moderne“ aus der Sammlung des Museums Ostwall im Dortmunder U mit Texten von Natalie Calcozan, Nicole Grothe und Edwin Jacobs zu den Meisterwerken.

Infos und Kontakt unter mo@stadtdo.de oder Telefon: (0231) 50-2 47 23

Konfrontative Kunstinstallation von Idan Hayosh im Museum Ostwall

Schon zum sechsten Mal vergeben die Freunden des Museums Ostwall in diesem Jahr den MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den 1979 in Israel (Tel-Aviv) geborenen und heute in Essen lebenden und arbeitenden Künstler Idan Hayosh. Der jährlich an Künstler*innen vergebene, mit 10:000 Euro dotierte, Preis würdigt die- oder denjenigen, deren Werk vom Geist der Fluxus-Bewegung inspiriert ist.

Aus Anlass der am 15. Dezember 2019 um 11 Uhr stattfindenden Preisverleihung installiert Hayosh im Oberlichtsaal auf der Ebene 6 des Dortmunder U die Licht-und Sound-Installation „the RUNWAY (lamps #29).

Sie ist bis zum 15.03.2020 zu sehen und jeweils zur vollen Stunde 15 Minuten lang begehbar.

Die Installation "the RUNWAY" (lamps #29) von Idan Hayosh in Aktion im Museum Ostwall.
Die Installation „the RUNWAY“ (lamps #29) von Idan Hayosh in Aktion im Museum Ostwall.

Der Künstler kommt aus der Fotografie und ist vor allem mit der Faszination im Umgang mit Licht beschäftigt, wie Dr. Nicole Grothe (Kuratorin und Leiterin der Sammlung des Museums) erklärte.

Was sind Berührungspunkte des Künstlers zu Fluxus? Zum eine gibt er Dingen des Alltags (Lampenscheinwerfer, Gaskartuschen, Winkelschleifer) durch die Verbindung von durch Strom (und Verstärker) erzeugtem Sound und Licht eine besondere Bedeutung und eigener Ästhetik.

Man muss außerdem die Kunst (Sound-Installation) physisch erleben, und wird gleichzeitig vom Licht und der strengen formalen Anordnung und dem lauten Sound abgestoßen und gleichzeitig magisch angezogen.

Die Installation „The Runway (lamps #29)“ besteht aus unzähligen Scheinwerferlampen, deren elektronischen Ströme in Sound umgesetzt werden. Beim Einschalten der Installation wird aus der scheinbar harmlos wirkenden Präsentation der vielen unterschiedlichen Lampen ein Angriff auf all unsere Sinne. Das gleißende Licht blendet die Betrachterin und den Betrachter, während der laut Sound wie eine Lärmwand wirkt, die uns zurück weichen lässt.

Es empfiehlt sich, beim Eingang zur Installation die angebotenen Ohrstöpsel zu tragen. Länger als fünf Minuten sollte man sich nicht dort aufhalten. Der Kontrast zwischen der beängstigenden Alarmsituation und der anziehenden Schönheit zieht einen in den Bann. Diese Installationskunst ist laut, grell und aggressiv. Hayosh will kein spezifisches politisches Statement abgeben, sondern seine Arbeiten für sich sprechen lassen.

Freuen sich über die Installation des Preisträgers Idan Hayosh. Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des Museum ostwalls) und Benjamin Sieber (Vorsitzender der Freunde des Museums Ostwall)
Freuen sich über die Installation des Preisträgers Idan Hayosh. Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des Museum ostwalls) und Benjamin Sieber (Vorsitzender der Freunde des Museums Ostwall)

Die Freunde des Museums Ostwall haben für das Haus drei Winkelschleifer erworben, die zusammen an Strom angeschlossen „ihren“ ganz eigenen Sound verbreiten.

Studenten der Technischen Universität Dortmund haben zur Installation von Hayosh ein Begleitprogramm entwickelt. Zu erleben ist es am 24.01.2020 und dem 31.01.2020 jeweils von 11:00 bis 14:00 Uhr.

Ein Gefühl von Sommer – Bilder der niederländischen Moderne im Museum Ostwall

Vom 11. Mai bis 25. August zeigt das Museum Ostwall 110 Werke aus der hier recht unbekannten künstlerischen Epoche. Die Sammlung des Ehepaars Anna und William Singer spannt einen Bogen der niederländischen Malerei vom 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Direktor Edwin Jacobs entwickelte die Idee einer Wechselausstellung zwischen dem Singer Laren Museum und dem Museum am Ostwall passend zur Umbauphase der Ausstellungsebene im U. Durch den Sammlungsaustausch erhalten die Besucher des Museum Ostwall viele neue Einblicke in die niederländische Moderne, während die Gäste in den Niederlanden den hochwertigen Bestand expressionistischer Bilder des Museums Ostwall kennenlernen. Die vor drei Wochen eröffnete Ausstellung in Laren erfreut sich schon jetzt mit bisher 15000 Besuchern großer Beliebtheit.

Die Macherinnen der aktuellen Ausstellung im Dortmunder U, die Kuratorin und stellvertretende Direktorin Regina Selter, Anne van Lienden und Co-Kuratorin Stefanie Weißhorn-Ponert schöpften aus einem reichen Fundus. Ein Jahr dauerte die Vorbereitung inklusive mehrerer ausgedehnter Sichtungen im Depot des Singer Laren Museums.

Gezeigt werden Strandansichten mit Fischerbooten, ländlich-bäuerliche Szenen, Heidelandschaften mit Schafen, Interieurszenen mit Bäuerinnen und Kindern, aber auch Stadtansichten und Porträts.

Die Bildauswahl zeigt Werke bedeutender Künstler wie Georg Hendrik Breitner, Isaac Israels, Jacob Maris, Anton Mauve, Evert Pieters, Albert Neuhuys, Bart van der Leck, Else Berg, Lou Loeber, Jan Sluiters und Piet Mondrian.

Bieten mit der neuen Ausstellung Einblicke in die niederländische Moderne. Stefanie Weißhorn Ponert (Co-Kuratorin), , Regina Selter Kuratorin und stellv. Direktorin MO, Direktor Edwin Jacobs, Direktor Jan Rudolph de Lorm. (Foto: © Anja Cord)
Bieten mit der neuen Ausstellung Einblicke in die niederländische Moderne. Stefanie Weißhorn Ponert (Co-Kuratorin) , Regina Selter (Kuratorin und stellv. Direktorin MO), Direktor Edwin Jacobs, Direktor Jan Rudolph de Lorm. (Foto: © Anja Cord)

Farblich abgesetzt führt die Ausstellung chronologisch durch die Phasen der Haagener Schule, dem Amsterdamer Impressionismus, des Expressionismus bis zur Gruppe De Stijl, die sich der Abstraktion und der Funktionalität des Bauhaus verschrieben hatte. Piet Mondrian, Bart van der Leck und Theo van Doesburg sind hier als Gründer der Künstlergruppe zu nennen. Alle Stilrichtungen der europäischen Moderne sind in dieser faszinierenden Sammlung abgebildet.

Als Ergänzung zeigen Studenten des Instituts für Kunst und Materielle Kultur der TU Dortmund zeitgenössisch interpretierte Positionen zu ihrem Gefühl von Sommer im Jahr 2019, Bezug nehmend auf die niederländische moderne Malerei.

William Singer als Sohn eines Industriellen aus Pittsburgh, trat nicht in die vorgezeichneten Fußstapfen seines Vaters, sondern suchte als Künstler seinen eigenen Weg. Eine Reise führte das Ehepaar 1901 nach Laren. Sie waren fasziniert von der gerade aktuellen Haager Schule, aber auch von späteren Strömungen bis zum Entstehen der abstrakten Malerei. Das kleine Örtchen Laren hatte sich durch den Maler Jozef Israels und dessen Sohn Isaac Ende des 19. Jahrhunderts zur Künstlerkolonie entwickelt und bot so viele Möglichkeiten zu vielfältigem Austausch und kreativen Prozessen. Die rege Sammlertätigkeit des Paares bildete den Grundstock für das Museum Singer Laren.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Schreibworkshop und Kuratorinnenführungen. Für 24,95 Euro wird ein 140 Seiten starker Katalog angeboten.

Öffnungszeiten der Ausstellung sind dienstags, mittwochs, samstags, sonntags von 11 – 18 Uhr, donnerstags und freitags11 – 20 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, mit Ticket sind die sonntäglichen Führungen (15 – 16.30h) kostenlos.

Kunstankauf „The Searcher“ als besondere Erinnerungskultur

Mit der lebensgroßen Skulptur „The Searcher“ des niederländischen bildenden Künstlers und Filmemachers Roy Villevoyes hat die Sammlung des Museums Ostwall im Dortmunder U einen aufsehenerregenden Zuwachs erhalten. Zu sehen ist dieses Abbild eines beeindruckenden realen Menschen.

Es handelt sich um Jean Paul, der in einem kleinen Dorf in der Nähe von Verdun lebt und im echten Leben ein Suchender ist. Schon in jungen Jahren fand er in seiner näheren Umgebung auf den ehemaligen Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs viele Hinterlassenschaften der deutschen Soldaten, die er sammelte und archivierte. Gefunden hat er nicht nur Waffen, Kochtöpfe oder Kleidungsstücke – als grausige Hinterlassenschaft des Krieges liegen dort tausende vermisste Soldaten begraben.

Villevoye hat in seinen Film „After the Battle“ dem heutigen Umgang mit der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg nachgespürt. Ein wichtiger Protagonist ist dabei Jean Paul, der von einigen wohl als Sonderling und besessen angesehenen wird.

Es ist schon erschreckend und bezeichnend, dass über hundert Jahre nach diesem Krieg so viele Zeugnisse als mahnende Erinnerung immer noch in solch großer Menge, selbst an der Oberfläche zu finden sind. Diese lebensechte Skulptur Jean Pauls verbindet die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem einschneidende historische Ereignis aus der Vergangenheit mit der Gegenwart.

Roy Villevoyes im Hintergrund mit seiner lebensechten Skulptur von Jean Paul.
Roy Villevoyes im Hintergrund mit seiner lebensechten Skulptur von Jean Paul.

Um diese aufwendige, auf dem ersten Blick wie ein lebendiger Mensch wirkende Skulptur, in einer über fünf Monaten dauernden Arbeit erstellen zu können, halfen Villevoyes seine guten Kontakte zu seinem Künstlerfreund und Präparator aus Rotterdam Remie Bakker.

Als Team erschufen sie aus einem Stahlgerüst, Silikon und Styropor als Grundlage in akribisch genauer Rekonstruktion den Menschen Jean Paul.

In grüner Kleidung, mit Hut auf dem Kopf, mit Lehm verschmierten Regenstiefel und einem suchenden Blick, so ist die menschliche Skulptur in der aktuellen Sammlungspräsentation „Fast wie im echten Leben“ in der Abteilung „Freund oder Feind? – „Wir“ und „die Anderen“ zu sehen.

Die Kleidung stammt wie die Barthaare im Gesicht original von Jean Paul. In der Hand hält er eine Lange Schaufel zum Graben mit einem Soldatenhelm am Ende. Außerdem noch Dinge wie etwa ein Eimer mit Stacheldrahtzaunresten, ein durchgeschossenes Wellblechdach, was als Schutz dienen sollte und alte Helme der Soldaten.

Die gefundenen „Gegenstände des Krieges“ haften nicht nur an der Skulptur, sondern fordern zu einer Auseinandersetzung mit Themen wie Grausamkeit von kriegerischen Auseinandersetzungen, Kriegsvermeidung, und Sinnlosigkeit des Soldatentodes auf.

Ausstellung im Dortmunder Museum Ostwall zu Kunst & Kohle

In diesem Jahr ist Schicht im Schacht für die letzte Zeche im Ruhrgebiet. Das nehmen 17 Ruhrgebiets-Museen mit einem großen Kohle-Projekt zu Anlass, sich dem Thema Kunst & Kohle in verschiedenen Ausstellungen umfassend zu widmen.

Mit dabei ist auch vom 04.05.2018 bis zum 12.08.2018 das Museum Ostwall auf der sechsten Etage im Dortmunder U mit der Ausstellung „Kunst & Kohle: SchichtWechsel“. Hier führt das Museum die Besucher von der Laienkunst der Bergbauarbeiter bis hin zur Gegenwartskunst mit seiner zeitgemäßen Auseinandersetzung mit der Thematik.

Was vielen vielleicht nicht bekannt ist, die bergmännische Laienkunst im Ruhrgebiet erlebte in den 1950er bis 1960er-Jahren eine Blütezeit. Gefördert wurde sie nicht nur durch Gewerkschaft und Montanindustrie, sondern auch stark durch die Gründungsdirektorin des Museums Ostwall Dr. Leonie Reygers. Sie sammelte Laienkunst, stellte sie aus und wirkte zudem als Jurorin an den so genannten „Steckenpferdturnieren“ mit. Das waren Ausstellungen der Mitarbeiter der Hoesch Werke AG. Mit interaktiven und museumspädagogischen Projekten bezog sie auch die Kinder zum Beispiel mit einer Kindermalstube mit ein. Die künstlerische Betätigung war ein bedeutender Ausgleich für die harte Arbeit unter Tage. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf der klassischen naiven Malerei (u.a. Ivan Rabuzin) und der Bergarbeiterlaienkunst (u.a. Erich Bödeker und Franz Brandes). Gezeigt wird ein breites Spektrum aus Leihgaben und Sammlungsbeständen.

Die Ausstellung ist in vier Bereiche gegliedert.

Ausgehend von der Gründungsdirektorin Dr. Leonie Reygers führt sie dann zu der von ihr geförderten und ausgestellten bergmännischen Laienkunst. Dort zeugen Dokumente, Fotografien und klassische naive Werke der „Laienkünstler“.

In einem „KohleKreativRaum“ wir im Übergang zwischen historischem Bereich und Gegenwartskunst Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit gegeben, sich selbst künstlerisch zu betätigen. Sie können zum Beispiel mit Kohlepapier und Kohlestift zeichnen oder sich eine kette mit gewaschenen kleinen glänzende Kohlestücken basteln.

Auch zeitgenössische Künstler (Gegenwartskünstlerinnen und -künstler) setzen sich mit dem Thema und dem Material „Kohle“ kreativ und divers auseinander. Hier steht die Kohle als Werkstoff im Mittelpunkt. So zum Beispiel bei Erich Rausch mit seinen elektrostatischen Objekten, Alicjy Kwade mit ihrem Aschehaufen oder Nora Schattauer mit ihren Zeichnungen auf Kohlepapier.

Assoziative Gemeinsamkeiten, persönliche Bezüge und ästhetische Gesichtspunkte verbinden die Werke im Bereich der zeitgenössischen Künstler. Einige Künstler, wie zum Beispiel Mohhau Modisakeng setzen sich mit ihrer performativen Arbeit mit gesellschaftlichen und politischen Fragen zum Thema kritisch auseinander. Das „schwarze Gold“ kommt jetzt unter schlimmen Arbeitsbedingungen beschafft aus fernen Ländern wie Südafrika oder China.

Starke Symbolkraft haben etwa Anhäufungen von Kohlebriketts (Reiner Ruthenbeck) und eröffnen aktuelle Zugänge und neue Sichtweisen auf das Thema Kohle.

Kohle geht - Kunst bleibt: (v.l.n.r.) Caro Desling (Gastkuratorin), Regina Selter (stellvertretende Direktorin MO), Karoline Sieg (kuratorische Mitarbeiterin MO).
Kohle geht – Kunst bleibt: (v.l.n.r.) Caro Desling (Gastkuratorin), Regina Selter (stellvertretende Direktorin MO), Karoline Sieg (kuratorische Mitarbeiterin MO).

Begleitend zur Ausstellung haben zudem Studierende des Studiengangs „Film & Sound“ der FH Dortmund unter der Leitung von Prof. Sandra Hacker und Harald Opel ein Kurzfilmprogramm erarbeitet. Diese sind in der „Blackbox“ zu sehen.

Alle Dortmunderinnen und Dortmunder sind übrigens am Sonntag, den 10. Juni 2018 (12.00 bis 16.00 Uhr) eingeladen, unter dem Titel „Du und der Bergbau – Erinnerungsobjekte aus Dortmund“ zusammen mit den persönlichen Bergbau-Andenken ihrer Familie Teil der Ausstellung zu werden. Sie können sich damit professionell fotografieren lassen. Diese werden dann in der Ausstellung gezeigt.

Die Kuratorinnen/ Leitung der Ausstellung sind Regina Selter, stellvertretende Direktorin MO im Dortmunder U,Karoline Sieg, kuratorische Mitarbeiterin MO im Dortmunder U und Caro Desling, Gastkuratorin.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 3. Mai 2018 um 19,30 Uhr im Kino im U und im Foyer des Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse eröffnet. Ein Bergmanns-Chor wird live singen.

Ende Juli 2018 soll ein Katalog zur Ausstellung erscheinen.

Mehr Informationen unter www.museumostwall.dortmund.de

Kunstpause am Mittag – eine halbe Stunde Inspiration

Im Museum Ostwall im Dortmunder U startet ab 29.11.2017 die neue Reihe „Kunstpause am Mittag“. Es bietet sich hier für interessierte Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, eine halbstündige (13:30 bis 14:00 Uhr) Stippvisite durch die neu eingerichtete Sammlung des Museums zu unternehmen. In mehrwöchigen Abständen wird immer Mittwochs die Kunstpause  zu einem anderen Thema angeboten.

Dieses Angebot soll nicht nur der Kunstvermittlung dienen, sondern ganz im Sinne von Edwin Jacobs (Direktor Dortmunder U) , die Verbindung von Kunst und Stadtgesellschaft verstärken und mögliche Hemmschwellen abbauen.

Bei der ersten Veranstaltung am Mittwoch, den 29.11.2017 führte Dr. Nicole Grothe, Leiterin der Sammlung. Zum Thema „Du und Ich“ durch die Mitte November eröffnete Ausstellung „Fast wie im echten Leben“. Ars tremonia war bei der Premiere des Formats anwesend.

Es geht um die Wechselwirkung von Kunst und Betrachter. Wir sehen die Kunst, und die Kunst blickt zurück. Was verändert sich bei und in uns durch sie? Die knappe halbe Stunde war bewusst auf Kommunikation angelegt. Dr. Grothe fragte die Anwesenden direkt nach ihren Eindrücken zu den gezeigten Porträts.

Dr. Nicole Grothe führte die Besucher durch die erste Kunstpause im Museum Ostwall.
Dr. Nicole Grothe führte die Besucher durch die erste Kunstpause im Museum Ostwall.

Gezeigt wurden Selbstporträts (z.B. von Max Beckmann) oder die auf längere Lebensdauer angelegten Porträts wichtiger Persönlichkeiten in Gips, Stein oder Bronze vom Hörder Bildhauer Bernhard Hoetger. Spannend und symbolhaft war das ganz andere Selbstporträt von Dieter Roth. Er zeigt sich als vielfaches „Löwenselbst“ mit ganz vielen, als kleine Löwen aus Schokolade gemacht – mit deutlichen Verfallserscheinungen. Das zeugt nicht nur für Humor und dem erleben der eigenen Vergänglichkeit, sondern auch von der Vielschichtigkeit seiner Persönlichkeit.

Das die Begegnungen zwischen Du und Ich auch von gesellschaftlich gewachsenen Verhaltensmustern geprägt ist, zeigt zum Beispiel die Arbeit von Freya Hattenberger.

Sie weist mit ihrem Video-Statement „Ich bin‘s“ gängige Erwartungen an weibliches Rollenverhalten mit Selbstbewusstsein zurück.

Die halbstündige Kunstpause war kurzweilig und inspirierend nachhaltig.

Die nächsten „Kunstpause am Mittag“ unter der Leitung von Dr. Nicole Grothe finden zu anderen Themen jeweils am Mittwoch den 13.12.2017, 10.01.2018 und den 14.02.2018 von 13:30 bis 14:00 Uhr statt.statt.

Weitere Informationen unter mo@stadtdo.de

Begehbares Kunst-Arrangement im Museum Ostwall

[fruitful_alert type=“alert-success“]Reiseeindrücke aus Namibia prägen die ausgestellten Arbeiten von Bettina Marx.[/fruitful_alert]

Das Museum Ostwall im Dortmunder U zeigt vom 24. März bis 11. Juni 2017 in ihrer 18. Schaufensterausstellung (4. Etage) unter dem Titel „Flora war Falk“ Installationen, Objekte, Zeichnungen sowie Wandmalerei der jungen Künstlerin Bettina Marx. Die Förderpreisträgerin des Landes NRW schafft mit ihren Arbeiten ein Gesamtkonstrukt, deren einzelne Teile nicht für sich alleine stehen, sondern im Zusammenklang von Farben und Arrangements ihre Wirkung und Assoziationen auf die Besucher entfaltet.

Ausgangspunkt für die Ausstellung war eine Reise der Künstlerin nach Namibia. Die große Wandmalerei im Hintergrund stellt mit ihren orange-roten und hellen Farben die Verbindung zu den anderen Elementen, Zeichnungen und Malereien. Orange-rot ,gebrochenes Braun und Rosa treten in einen Dialog mit den verschiedenen Werkgruppen. Die Kuratorin Regina Selter betonte die die Liebe der Künstlerin zu leuchtenden Farben.
Im Zentrum des Raumes befindet sich an der Decke ein metallener rosa bemalter Rahmen, in den wie bei einer Wäscheleine Schnüre gespannt sind. An ihnen hängen stoffähnliche, fragile Bahnen von japanischen Reispapier in den Farbtönen Ocker, gebrochenes Violett und Blau-Grau. Mit Tusche und Wasser entstehen zufällige, oft wolkenähnliche Strukturen. Die Bahnen bewegen sich bei jedem Windhauch.
An der Wand gelehnt ist eine orangerot gerahmte Holztafel. Dort sind verschiedene Papierarbeiten der Werkgruppe „Nam“, die während der Namibia-Reise entstanden sind. Die assoziativen Bilder in teilweise leuchtend hellen Farben regen die Betrachter zu eigenen Erinnerungen an Urlaube an. Sie waren von der Atmosphäre des Ortes der Entstehung inspiriert und sind auf den ersten Blick abstrakt. Beim näheren Hinsehen lassen sich jedoch wie unter einer Lupe einzelne Elemente, wie etwa ein Flamingo erkennen. „Wichtig sind mir Erinnerungen und spezielle Geschichten, die mit den einzelnen Werke verbunden sind,“ erklärte Marx.
In der gegenüber liegenden Holzkonstruktion mit einem großen Guckloch greift die Künstlerin den Gedanken an ein beschützendes Vogelnest auf. Die Besucher können von innen nach außen sehen und umgekehrt. Die Farben sind entsprechend erdig.
Bettina Marx zieht auch subtile , formale Referenzen zu Werken der von ihr sehr wertgeschätzten Fluxus-Künstlerin Alison Knowles. Deren Werke  sind nebenan in der Sammlungspräsentation des MO zu sehen.
Für den Betrachter scheint es, als wenn er in das Innere eines Bildes eintaucht. Die Besucher haben Gelegenheit, in ein Bildgefüge einzutreten und formale Verbindungslinien zu ziehen.

Eröffnung ist am 23.03.2017 um 18.30 Uhr eröffnet. Die Kuratorin Regina Selter führt nach einer Begrüßung durch den Direktor des Museums Ostwall, Edwin Jacobs, in die Ausstellung ein.
Weitere Informationen erhalten sie unter www.museumostwall.dortmund.de
Mehr zur Künstlerin erfahren Sie auf ihrer Webseite: http://www.bettinamarx.de/

Jahresbilanz und Ausblick im Dortmunder U

Freuen sich auf ein spannendes Jahr 2017 im Dortmunder U: (v.l.n.r.) Regina Selter (Museum Ostwall), Edwin Jacobs (Direktor Dortmunder U) und Kurt Eichler (Geschäftsführer Kulturbetriebe).

Bei der Pressekonferenz am 10.02.2017 zog der Geschäftsführer der Kulturbetriebe Kurt Eichler zunächst eine positive Bilanz nach sechs Jahren Vollbetrieb im Dortmunder U.

Das Kunst- und Kulturzentrum inzwischen ist ein fester Bestandteil und eine prägende Landmarke für Dortmund und die Region mit internationaler Signalwirkung geworden,“ so Eichler. Besonders freut ihn, dass fast die Hälfte der Besucher (46%) unter 29 Jahre alt ist. Einige davon werden „Wiederholungstäter“ und kommen gerne wieder. „Die Zufriedenheit steigt,“ erklärte Eichler.

Eine besonders große Resonanz beim Publikum erfreut sich derzeit die MO-Ausstellung „Ich bin eine Kämpferin“ – Die Frauenbilder der Niki de Saint Phalle“. „Wir wollen die verschieden Facetten dieser rebellischen Künstlerin zeigen,“ erläuterte die stellvertretende Direktorin Regina Selter. Im Rahmen des Frauenfilmfestivals Dortmund/Köln findet am 05.04.2017 in Kooperation ein Symposium zum Thema „Trauma, Subjekt- und Körperkonzepte“ statt. Seinen Bekanntheits- und Wirkungsgrad steigern konnte das Dortmunder U mit den sieben Ebenen unterschiedlicher Ausrichtung vor allem auch durch die WDR-Doku „Geheimnis Dortmunder U“ im letzten Jahr. Das Millionen-Projekt „smArtplaces“ der EU kooperiert das mit neun europäischen Partnern. Gemeinsam suchen sie nach Konzepten zur Publikumsentwicklung im digitalen Zeitalter. Einen besonderen Preis bekam das Dortmunder U mit der Auszeichnung als „Europäische Kulturmarke des Jahres“. Das Niveau des Vorjahres konnte mit 137.332 Besuchern im Vergleich zu dem Vorjahr gehalten werden.

Mit einem Neustart und Umbruch geht es im Jahr 2017 weiter. Der neue Direktor Edwin Jacobs setzt auf Partizipation, Kooperation und verlässliche Qualität. Eine Kooperation mit der Volkshochschule kann er sich auch gut vorstellen. „Die Menschen sind das Wichtigste, wofür wir arbeiten. Wir wollen das Beste anbieten, um uns in der Stadtgesellschaft zu verankern. Dazu gehört mindestens eine Top-Ausstellung im Jahr,“ erklärte Jacobs.

Inspiration von Jugendlichen erhält das Kino im U ab Frühling 2017. Die Jugendlichen sollen Dokumentarfilme aussuchen und mit dem Kinopublikum in Dialog treten.

Die kulturelle Bildungsarbeit und gute Zusammenarbeit mit der TU-Dortmund ist von großer Bedeutung und gehört zu den Stärken des Dortmunder U. Nirgendwo sonst gibt es auf ein so breites Bildungsangebot für junge Menschen auf einer einzigen Etage. Kunst nicht nur beobachten, sondern auch mitmachen, so soll das Motto sein. Partizipation ist ja schon in Teilen gelebte Praxis auf der UZWEI. So gibt es Formate wie „Schnittstelle“ zwischen Museum Ostwall und UZWEI, das Festival „Innovative Citizen“ oder etwa das junge Medienfestival „Feedback“. Der Geist des Mitmachens soll das ganze Haus erfassen. Das U bietet auf den verschiedenen Ebenen das ganze Spektrum vom kreativen Workshops bis hin zu analogen oder digitalen kunstwissenschaftlichen Projekten. Das U möchte sich mit seiner Sammlung und seinen Angeboten dynamisch und breiter aufstellen. Eine Ausstellung zum Thema Kohle ist geplant.

Mit dem Sommerfest am 26. August 2017 und weiteren verschiedenen Aktionen wird der Außenbereich auch 2017 wieder einbezogen. Die Gastronomie in Form des Moog wird durch panUrama am Westrand zum „Moog-Garden“ als eine grüne Oase erweitert.

Näheres zu dem umfangreichen Programm und andere Informationen erhalten sie unter www.dortmunder-u.de

Geschenk für das Museum Ostwall

Auch ein Stuhl braucht Ruhe, die findet er jetzt im Museum Ostwall: Es freuen sich (v.l.n.r.), der Schenker Klaus Fehlemann, die Leiterin der Sammlung des MO, Dr. Nicole Grothe und Edwin Jacobs, der neue Leiter des Dortmunder U und Direktor des MO.

Normalerweise bekommt ein Geburtstagskind Geschenke.Anders war es beim 75. Geburtstag von Klaus Fehlemann, dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins der Freunde des Museums Ostwall. Fehlemann, Freund und Förderer der Fluxus-Kunst, entschloss sich gerade an seinem Ehrentag, dem 06.01.2017, dem MO in der vierten Etage im Dortmunder U ein besonderes Geschenk für deren Fluxus-Sammlung zu machen.

Der erste sitzende Stuhl…“, von Konzept- und Performance-Künstler Timm Ulrichs (Jahrgang 1940) wurde am Freitag feierlich in Anwesenheit von Edwin Jacobs, dem neuen Leiter des Dortmunder U und Direktor des MO sowie Dr. Nicole Grothe, Leiterin der Sammlung des MO übergeben.

Die Freude darüber war groß. „Es lohnt sich, die Fluxus-Sammlung zu erhalten und zu erweitern“, erklärte Fehlemann. „Streng genommen ist Timm Ulrichs eigentlich kein Fluxus-Künstler sondern eher ein „Total-Künstler“. Er erfasst alle Aspekte des menschlichen Lebens,“ verriet Dr. Grothe. Eben auch die Gegenständen menschlichen Lebens. Beim sitzenden Stuhl beleuchtet Ulrichs das Verhältnis von Sitzen und Stehen. Normalerweise muss der Stuhl ja immer stehen und gibt uns Gelegenheit uns zu setzen. Nun kann er auch selbst „ausruhen“.

Dieses Geschenk vervollständigt die Fluxus-Stuhl-Sammlung des MO.

Unter anderem sind dort ja schon das „Three Chair Event“ des Fluxus-Künstlers Georg Brecht, ein „Stuhl“ von Dieter Roth oder ein von Nam June Paik bearbeiteter Regiestuhl zu bewundern.

Museum Ostwall zeigt Urbanes auf Papier

Am 12. und 13. November 2016 ist das „Wochenende der Grafik“. Das Museum Ostwall präsentiert im Grafikkabinett „Living Cities: Ansichten des Urbanen von Picasso bis zur Gegenwart“. Dazu gibt es an den beiden Tagen noch ein ausführliches Programm. Am ganzen Wochenende sind der Eintritt in die Sammlung des Museum Ostwall sowie alle Angebote im MO frei.

Mehr als 5.500 Arbeiten auf Papier besitzt das Museum Ostwall. Davon ist immer nur ein kleiner Teil zu sehen, denn die Werke würden aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit leiden. Insgesamt machen beim „Wochenende der Grafik“ zehn NRW-Museen mit, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte haben. Der Schwerpunkt beim Museum Ostwall liegt auf der künstlerischen Auseinandersetzung mit Stadt.

War die Stadt bei den Expressionisten durchaus noch positiv besetzt wie bei Ernst Ludwig Kirchner (Straßenszene, 1913) und Matthias Beckmann, wird die Stimmung immer kritischer. Max Beckmann präsentiert die Schattenseiten der Stadt, bis hin zu Joseph Beuys Forderung „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ aus dem Jahre 1982. Die aktuellsten Arbeiten stammen von Barbara Hlali. Ihre Zeichnugnen handeln vom Unterwegssein in der Stadt und schließen den Kreis von Kirchner.

Das Programm am Samstag, 12. November

11 bis 12 Uhr: Raus aus der Kiste! Einblicke in die Graphik-Mappen „Jazz“ von Henri Matisse und „Cirque“ von Fenand Léger

Manche Kunstwerke verlassen das Museumsdepot nur zu besonderen Anlässen, weil sie sehr empfindlich oder schwierig zu präsentieren sind. Am Samstag haben Besucherinnen und Besucher die einmalige Möglichkeit, einen Blick auf die Mappen „Jazz“ (1943- 1947) und „Cirque“ (1950) aus der Grafischen Sammlung des Museums Ostwall zu werfen. Kuratorin Nicole Grothe und Restauratorin Lisa Schiller zeigen die mit Text und faszinierend leuchtenden Lithographien beidseitig bedruckten Blätter und bieten so ein Kunsterlebnis der besonderen Art.

Treffpunkt an der Kasse im Eingangsbereich des Dortmunder U.

14 und 16 Uhr: Kuratorinnenführung zur Ausstellung „Living Cities. Ansichten des Urbanen von Picasso bis zur Gegenwart“

Nicole Grothe, Kuratorin der aktuellen Präsentation im Graphik-Kabinett, lädt ein zum Gespräch über Werke von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart, die das Leben in der Stadt zum Thema haben: Ernst Ludwig Kirchner faszinierten die im Pariser Chic gekleideten Städterinnen, Joseph Beuys forderte „Stadtverwaldung, statt Stadtverwaltung!“, Thomas Bayrle zeichnet die Stadt als kleinteilige, aber überbordende Struktur und Barbara Hlali integriert Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel in ihre Bilder über das Reisen. Welche Stadt gefällt Ihnen am besten?

Start im Foyer des MO, Ebene U4, Dauer: ca. 45 Minuten.

15 bis 17 Uhr: Stadtcollage. Workshop für Familien, Jugendliche und Erwachsene

Ein Bruchstück der städtischen Skyline – eine Brücke? ein Turm? eine Häuserzeile? – wird vervielfältigt und neu zusammengesetzt. Thomas Bayrle, dessen Druckgraphik „Die Stadt“ zu diesem Workshop anregt, war fasziniert von den kleinteiligen, aber überbordenden geometrischen Strukturen einer Stadt. Aus einer besonders interessanten Form erschaffen wir das Bild einer riesigen Metropole.

Start: Kasse im Eingangsbereich des Dortmunder U.

Sonntag, 13. November 2016

14 bis 18 Uhr: Strukturen der Stadt. Aktionspunkt zum Mitmachen

Rau, glatt, gleichmäßig strukturiert oder chaotisch – die Oberflächen der Materialien, aus denen ein Raum gebaut ist, prägen seinen Charakter. Inspiriert von Stadtansichten, die in der Ausstellung „Living Cities. Ansichten des Urbanen von Picasso bis zur Gegenwart“ im Graphik-Kabinett zu sehen sind, gestalten wir aus bunten Frottagen von Oberflächenstrukturen des Dortmunder U eine neue Stadt.

Ort: Foyer des MO, Ebene U4

15 bis 16.30 Uhr: Kunst auf und aus Papier. Öffentliche Führung

Kunst auf Papier gehört zu den besonderen Schätzen eines Museums. In der Führung werden Lithografien der Klassischen Moderne ebenso vorgestellt wie Handlungsanweisungen für Aktionen der Fluxus-Bewegung und sogenannte Plakatabrisse, mit denen die Nouveaux Réalistes, in den 1960er Jahren auf die Bilderflut im Stadtraum reagierten. Im Graphik-Kabinett sind Stadtansichten von Pablo Picasso bis zur Gegenwart zu sehen.

Start im Foyer des MO, Ebene U4.

Das MO im Web: www.mo.dortmund.de