Rastlose Wölfe im Schauspielhaus

Das Ministerium der Wölfe: Mick Harvey, Paul Wallfisch, Alexander Hacke und Danielle de Picciotto. (Foto: ©Thomas Ecke)
Das Ministerium der Wölfe: Mick Harvey, Paul Wallfisch, Alexander Hacke und Danielle de Picciotto. (Foto: ©Thomas Ecke)

Die Uraufführung von „Republik der Wölfe“ wird ein Märchenmassaker mit Live-Musik nach den Gebrüdern Grimm und der amerikanischen Literatin Anne Sexton (1927 bis 1974). Die Premiere findet am 15. Februar 2014 im Schauspiel Dortmund statt. Dann rufen die Regisseurin Claudia Bauer (inszenierte zuletzt in Dortmund „Welt am Draht“) und der Musikalische Leiter des Schauspiel Dortmund Paul Wallfisch und und seine Freunde von der neuen Band „The Ministry of Wolves“ zusammen mit dem Schauspielensemble die „Republik der Wölfe“ aus.

 

Sie katapultieren die von ungeheuerlichen Verbrechen vollen Märchen der Brüder in die Gegenwart und umrahmen sie musikalisch. Dabei spielen die Verstrickungen der Glück suchenden Menschen mit dem Dunklen und Bösen eine wesentliche Rolle. „ Mit ihrer gesellschaftskritischen Metamorphose dieser Märchen (Transformations) von 1971 passt Anne Sexton da sehr gut mit rein“, so Dramaturg Alexander Kerlin.

 

Sexton unternahm mehrere Selbstmordversuche und war mehrfach in psychiatrischer Behandlung. Als eine Art Therapie und Befreiung begann sie, Gedichte zu schreiben und wurde neben Sylvia Plath zur bekanntesten Vertreterin der „Confessional Poetry“.

 

Für die große musikalische Produktion „Republik der Wölfe“ haben sich vier hochkarätige Musiker zusammengefunden und die Band „The Ministry of Wolves“ gegründet. Zu ihnen gehören neben Paul Wallfisch (Botanica), Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten), Multi-Instrumentalist Mick Harvey (Mitbegründer von Nick Cave and the bad Seeds) sowie die Mitbegründerin der Loveparade

Danielle de Picciotto. Der Soundtrack für die große musikalische Produktion sind gerade abgeschlossen. Da passt es gut, dass Hacke und de Picciotto gerade für einen Auftritt beim „Small Beast“, dem monatliche Musikclub von Paul Wallfisch zur Zeit in Dortmund für ein erstes Pressegespräch zur Verfügung stehen.

 

Zunächst einmal, warum der der Bandname „The Ministry of Wolves“?

„Wenn es eine Republik der Wölfe gibt, dann sind wir eben das Ministerium der Wölfe“, erläuterte Wallfisch. .„Wölfe spielen in den Märchen eine wesentliche Rolle. Sie sind kraftvoll, klug und rastlos. Wir vier Musiker sind ebenfalls rastlose Reisende in der Welt“, fügte de Picciotto hinzu.

 

Sowohl Paul Wallfisch wie auch Danielle de Picciotto mögen die Gedichte von Anne Sexton.

„ Ich liebe vor allem ihre frechen und zumeist zynischen Texte. Sie hält nicht viel von einem verlogenen „Happy End“ und ist dabei nicht so depressiv wie Sylvia Plath. Beide waren unzufrieden mit ihrer Situation als Frau in der damaligen Zeit“, so de Picciotto.

 

Was erwartet das Publikum musikalisch? Einen Beschreibungsversuch macht Dramaturg Alexander Kerlin: „ Es ist eine Synergie von verschiedenen musikalischen Einflüsse wie beispielsweise Tom Waits, Botanica und Einstürzende Neubauten. Eine dynamische, dramatische, mal ruhigere Musik, die in kein Schema gepresst ist“.

 

Es werden viele Instrumente zum Einsatz kommen. So wird etwa Danielle de Picciotto zum Beispiel an der Autoharp, einem der Zither ähnlichem Instrument, einer Drehleier oder etwa mit der Geige zu hören sein. Hintergrundgeräusche werden mit Hilfe verschiedener Gegenständen erzeugt.

Ab jetzt gehen die Proben mit den Schauspielern los. Dann wird es weitere Infos geben.

 

Neben der Premiere am 15. Februar gibt es das Wolfsrudel auch am 16. Februar, 05., 06., 07., 08., 09. März, 11., 12. und 13. April und am 09., 10. und 11. Mai 2014.

 

Karten unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27222.

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