Museum Ostwall Kunstpreis geht an Lili Fischer

Der von den Freunden des Museums Ostwall in Dortmund gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte Kunstpreis „Follow me Dada and Fluxus“ geht im Jahr 2018 an die Hamburger Künstlerin Lili Fischer (Jahrgang 1947). Der schon zum fünften Mal zu vergebende MO Kunstpreis wurde aus sieben Einreichungen von einer Fachjury ausgewählt.

Mit dem Preis ist zudem noch eine Ausstellung „Schnakengeist“ der Preisträgerin Lili Fischer vom 16.12.2018 bis zum 31.03.2019 im Schaufenster Museum Ostwall (4. Etage) sowie ein Ankauf zweier Werke für die Sammlung des Museums verbunden.

Die Künstlerin hat schon ein bewegtes und vielseitiges Leben hinter sich. Ihre Kunst entstand in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts im Hintergrund von Happenings, Fluxus, Performance und Spurensicherung und späterer Feldforschung in der Natur und dem Lebensumfeld des Menschen. Ihre Ausdrucksformen umfassen Zeichnungen, Fotografie, Drehbücher, Performance und Objektkunst. 1994 bis 2013 war sie außerdem Professorin für Performance/Feldforschung an der Kunstakademie Münster.

Für ihr künstlerisches Schaffen steht heute, wie sie bei einem Pressegespräch erzählte, in der Speicherstadt (Hamburg) ein 100 qm großes Atelier zur Verfügung.

Die Arbeiten zu der Ausstellung stammen aus dem Zeitraum zwischen ungefähr 2005 und 2009.

Lili Fischer ist die diesjährige Preisträgerin des Kunstpreises "Follow me Dada and Fluxus". Foto: © Roland Gorecki
Lili Fischer ist die diesjährige Preisträgerin des Kunstpreises „Follow me Dada and Fluxus“. Foto: © Roland Gorecki

Mit der Natur war Fischer auch durch eine Tätigkeit als Amateurin auf Nordsee-Inseln wie Pellworm stark verbunden. Wie der Titel der Ausstellung besagt, stehen in der Ausstellung die oft eher als lästig empfundenen Schnaken (Schneide) im Mittelpunkt des Interesses.

Die Künstlerin liebt ihre filigranen Formen und tänzerischen Bewegungen sowie ihre Dimensionen.

Am Anfang ihrer gezeigten Kunst steht die Zeichnung der toten Schnake auf dem Zeichenpapier, dann werden die exakten Linien und Strukturen gezogen.

Aus diesen Linien werden Schrift, Luftströmungen, Flugbewegungen und genaue Studien der Proportionen. „Es entsteht ein ganzer Kosmos, so die Künstlerin. Ihr Vater war, wie sie verriet, ein Flugzeugbauer.

Neben Zeichnungen und Skizzen in Schwarz-Weiß und einem farbigen Foto-Plakat mit einem Menschen mit „Schnakenflügeln“ in einer Wolkenlandschaft, sind noch einige eindrucksvolle Modelle von Schnaken in verschiedenen Größen in ihrer filigranen Schönheit zu sehen.

Das größte Modell einer Schnake (T-förmig) aus der Werkgruppe Schnaken (2006/2008) besteht zum Beispiel aus ganz feinem Japanpapier, Peddigrohr, Rundhölzern, Draht, Sieb und wurde mit Pigmentfarben sowie edler Bronze versehen und mit Leim befestigt. Das Model hat die enorme Flügelspannbreite von 300 cm, Körperhöhe ca. 100 cm und einer Beinlänge (ausgestreckt) von 220 cm. Dieses Werk gehört zu den beiden Ankäufen für das Museum Ostwall (MO).

Die zweite angekaufte Arbeit gehört zur Werkgruppe Schnaken (2005 – 2008) und trägt den Titel „Schnakengeist“ (Tipula maxima). Sie wurde geschaffen aus gerissenem Japanpapier auf schwarzem Karton (120 x 180cm) und trägt die Bezeichnung nicht ganz zu unrecht.

Die offizielle Preisverleihung an Lili Fischer findet am Sonntag, den 16.12.2018 im Museum Ostwall im Dortmunder U im dortigen „innogy Forum/ Kino“ (Erdgeschoss) statt.

Leonie-Reygers-Terrasse 2
44137 Dortmund

Wie Klaus Fehlemann (Vorsitzender der Freunde des Museums Ostwall im Dortmunder U9 vorab verriet, sollen alle bei der Preisverleihung Anwesenden ein von Hand signiertes Motiv-Plakat der Künstlerin nach Hause mitnehmen können. „Das gehört zu unserem Konzept,“ so Fehlemann.

Infos unter mo@stadtdo.de oder Tel.. 0231/ 50–24723

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