Geburtstagsgala – 50 Jahre Schauspielhaus Dortmund

Aus Anlass des fünfzigsten Geburtstags hatte sich das Schauspielhaus am 23.09.2018 mit einer Gala mächtig ins Zeug gelegt. Es wurden keine Mühen gescheut, möglichst viele Protagonisten von den insgesamt neun Intendanten und auch ehemaligen SchauspielerInnen für diese Feier nach Dortmund zu locken. Oberbürgermeister Ullrich Sierau und vor allem Hans-Josef Vogel (Regierungspräsident Arnsberg) wiesen deutlich auf die wesentliche Bedeutung des „aus der Zukunft gerichtetes“ Theaters für die Stadt nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch für den kritischen Diskurs in Zeiten einer gesellschaftlichen Metamorphose. (Stichwort Digiale Gesellschaft).

Schon vor Gala-Beginn rezitierten der Dortmunder Sprechchor souverän geleitet von Schauspieler Uwe Schmieder eindrucksvoll im Eingangsbereich des Schauspielhauses eindrucksvoll Passagen aus „Das unmögliche Theater“ von Wolfram Lotz.

Für das Musikprogramm konnten der aktuelle musikalische Leiter des Schauspiels Tommy Finke und deren Vorgänger Paul Wallfisch und Merle Wasmuth (Chanson) vom hiesigen Ensemble als stimmungs- und eindrucksvolle Acts gewonnen werden. Später gab es auch ein „Happy Birthday“ Ständchen von den vier „Ladys in Red“ Bettina Lieder, Alexandra Sinelnikova, Merle Wasmuth und Marlena Keil. (Schauspiel-Ensemble)

Durch das Programm führten humorvoll das aus der „Die-Show“ bekannte „Moderatoren-Paar“ Julia Schubert und Frank Genser vom Dortmunder Schauspiel-Ensemble.

Der Abend begann mit einem von Tommy Finke und Band musikalisch begleiteten Rückblick auf 50 bewegende Jahre Schauspielhaus Dortmund in Bildern von der Leinwand.

Das ganze Ensemble kam zum Schluss auf die Bühne. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Das ganze Ensemble kam zum Schluss auf die Bühne. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Bei seiner Begrüßung mahnte Intendant Kay Voges bei aller Liebe für das „Interims-Schauspielhaus“ mit Nachdruck eine dauerhafte Lösung für die geplante „Junge Bühne“ neben dem Theater trotz der anfallenden Kosten an.

Andreas Beck vom Dortmunder Ensemble begeisterte danach als Staatsschauspieler Brusconmit einem Ausschnitt aus dem Monolog der aktuellen Inszenierung „Der Theatermacher“ (Regie: Kay Voges).

Einige der prägenden SchauspielerInnen und auch MitarbeiterInnen aus den letzten fünfzig Jahren im hiesigen Schauspielhaus waren vor Ort anwesend.

Ines Burkhardt (von 1975 – 2005 Mitglied des Dortmunder Ensembles) kam samt Hund Sunny und erzählte einige Anekdoten. Zudem gab sie etwa aus ihrem Buch „Theater-Leben in Deutschland“ zum Besten.

Die „Talkrunde“ mit den drei anwesenden Intendanten aus vergangenen Jahrzehnten mit Andreas Weißert, Jost Krüger, Jens Pesel und Kay Voges als aktuellem „Chef des Hauses“ mit vorgegebenen Leitfragen gab einige interessante Einblicke in das Intendanten-leben gestern und heute.

Besonders die Vorgänger-Intendanten hatten – aus ihrer Sicht verständlich – etwas ausführlicher zu antworten und zu erzählen. Der Zeitplan ließ sich schon da nicht mehr einhalten.

Im Rahmen der Feierlichkeiten wirkte der theoretische Vortrag von Uni-Professorin Ulrike Haß über „die Entwicklung des Stadttheaters von der Antike bis zur Gegenwart“ etwas unglücklich, zumal der konkrete Bezug zu Dortmund fehlte. Denn die vergangenen 50 Jahre Schauspielhaus waren nicht immer ein Zuckerschlecken für die Beteiligten wie man von den Berichten der ehemaligen Intendanten erfuhr.

Nun war der Zeitplan endgültig aus den Fugen geraten. Drei Musik-Einlage konnten nicht gebracht werden, und Sebastian Franssen (Vorsitzender „Dortmunder für ihr Schauspiel) musste sich mit seinem Vortrag über die Rolle des Vereins gestern und heute sputen, um zusammen mit Dr. Michael Hoffmann (Vorsitzender der Theater und Konzertfreunde Dortmund) für das Schauspiel je einen Scheck von 5000,- Euro zu übergeben. Leider musste aus Zeitgründen dann auch das geplante Interview mit dem ehemaligen Ensemblemitglied Claus-Dieter Clausnitzer ausfallen.

Mit dem „Danke für alles“-Song von dem aktuellen Ensemble auf der Bühne ging die „lange“ Geburtstagsgala dann schließlich noch schwung- und stimmungsvoll zu Ende.

Im Foyer wurde noch lange diskutiert und gefeiert.

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