Eindrucksvolle Porträts von Holocaust-Überlebenden

Im Dortmunder Westfalenpark säumen vom 24.10.2020 bis zum 09.11.2020 den Weg vom Eingang Ruhrallee bis zum Florianturm 80 überlebensgroße Porträts von Überlebenden der NS-Verfolgung unter dem Titel „Gegen das Vergessen“. Der Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano (Mannheim) traf seit 2014/2015 (bewegt auch durch das Flüchtlingsdrama) weltweit mehr als 400 dieser Holocaust-Überlebenden.

Begegnungen gab es zum Beispiel in Deutschland, den USA, Österreich, der Ukraine, Russland, Israel, den Niederlanden oder Weißrussland. Das Spektrum reichte von verfolgten Juden, politisch unliebsamen Personen, Zwangsarbeiter*innen bis zu Sinti-und Roma. Jede und jeder der Porträtierten hat seine ganz individuelle Lebens- und Leidensgeschichte. Diesen Menschen soll unter dem Titel „Gegen das Vergessen“ ein Gesicht gegeben werden. Die Opfer werden, so Klaus Kaiser (Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW) beim Pressetermin, aus ihrer Anonymität geholt.

Auf Initiative des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW präsentiert Toscano sein großes multimediales Erinnerungsprojekt nach erfolgreicher „Tournee“ zum Beispiel in Washington (und anderen Städten) im Dortmunder Westfalenpark. Koordiniert wird die Ausstellung von der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache.

Neben dem Porträt von Horst Sommerfeld stehen (v.l.n.r.) Luigi Toscano (Fotograf und Filmemacher), Markus Günnewig (Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache) und Klaus Kaiser (Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen).
Neben dem Porträt von Horst Sommerfeld stehen (v.l.n.r.) Luigi Toscano (Fotograf und Filmemacher), Markus Günnewig (Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache) und Klaus Kaiser (Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen).

Für eine Patenschaft konnte Schüler*innen des hiesigen Westfalenkollegs für die Dortmunder Schau gewonnen werden. Toscano betonte wie wichtig es vor allem ist, die junge Generation für die Thematik zu sensibilisieren und sie dazu zu bewegen, sich für den Erhalt unserer Demokratie einzusetzen.

Er hätte hunderte bewegende Geschichten zu erzählen. Etwa die von dem inzwischen verstorbenen Horst Sommerfeld (geb. in Flatow), dessen gesamte Familie in Auschwitz ermordet wurde. Sein Porträt befand sich einer Ausstellung von Luigi Toscano zufällig neben dem des heute in Stockholm lebenden Walter Frankenstein. In der einzigen deutschen Zeitung, die Frankenstein in Stockholm las, sah er ein Porträtfoto der Ausstellung von Horst Sommerfeld neben seinem eigenen. Sie kannte sich beide aus ihrer Vergangenheit in Flatow. Anders als bei Sommerfeld hatte seine Familie den Holocaust überlebt. Es kam nur noch zu einem telefonischen Kontakt zwischen ihnen, da Sommerfeld inzwischen verstorben war.

An jedem Porträt ist eine kleine Gedenktafel mit den wichtigsten Daten angebracht. Über einen QR-Code können Besucher*innen vertiefende Informationen zu den Persönlichkeiten erhalten.

Die Ausstellungs-Eröffnung findet am Samstag, den 24.10.2020 um 14:00 Uhr am Florianturm (bei Unwetter: Café im Florianturm) statt. Nach Grußworten des Parlamentarischen Staatssekretärs Klaus Kaiser und von Bürgermeister Manfred Sauer stellt Luigi Toscano sein Ausstellungsprojekt vor. Anschließend gibt es einen Beitrag von Schüler*innen des Westfalenkollegs Dortmund.

Es moderiert Markus Günnewig, Leiter der Gedenkstätte Steinwache. Es wird um Anmeldung unter gegen-das-vergessen@fulfil.de gebeten.

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