Das Konzept der Retrospektive mit dem Titel „RE-VISION“ ist ebenso klug wie historisch reizvoll: Gezeigt wird eine kuratierte Auswahl von Kalenderblättern der Künstlerinnen und Künstler beider Vereinigungen, die von den Anfängen bis ins Jahr 2023 reicht. Dieser traditionsreiche, vom Kulturbüro und der Sparkasse Dortmund unterstützte Wettbewerb, zeigt hier gebündelt seine Früchte.
Ein Blick in die hellen, mit edlem Fischgrätparkett ausgestatteten Räumlichkeiten der galerie balou offenbart eine überaus ansprechende Präsentation. Die dichte, aber sehr aufgeräumte Hängung der Werke in einheitlichen, hellen Holzrahmen sorgt für eine ruhige Grundstruktur. So wird der Fokus der Betrachter gekonnt auf das Wesentliche gelenkt: die immense grafische und technische Vielfalt der Blätter.

Die ausgestellten Motive sind so facettenreich wie die Kunstszene selbst. Der Rundgang bietet eine visuell spannende Mischung: Man entdeckt streng geometrische, abstrakte Farbkompositionen neben feinen, fast surreal anmutenden Zeichnungen (wie etwa schwebende Figuren oder Tiermotive). Andere Werke arbeiten stark mit Typografie, pop-kulturellen Elementen, lokalkolorierten Motiven (z.B. der Schriftzug „NRW“ oder „RUHR 2010“) und expressiven Collage-Techniken. Die Farbpalette reicht dabei von reduzierten Schwarz-Weiß-Kontrasten bis hin zu leuchtenden, kräftigen Farbräumen.
