Gibt es eine Zukunft für die Chancen?

Mit diesem geld wurden die Künstlerinnen und Künstler während es Projekts von den Anwohnern bezahlt. (Foto: © Borsig11)
Mit diesem geld wurden die Künstlerinnen und Künstler während es Projekts von den Anwohnern bezahlt. (Foto: © Borsig11)

Vom 01.06.2014 bis 31.05.2015 entwickelte das Projekt „Public Residence: Die Chance“ künstlerische Aktionen rund um den Borsigplatz. Dazu wurde eine neu kulturelle Währung eingeführt, die Chance. Wer in der Gegend wohnt, hatte Anspruch auf 100 Chancen oder konnte durch aktive Teilnahme an Aktionen weitere Chancen bekommen. Die Anwohner konnten die Chancen an Künstlerinnen und Künstler weiterreichen, damit diese davon kulturelle Projekte durchführen konnten. Nach diesem Jahr werden die meisten Künstler nun den Borsigplatz verlassen, aber die Bewohner haben die Chance, die angestoßenen Projekte in Eigenregie weiterzuführen. Daneben gibt es noch eine große Finissage am 30. Mai ab 10 Uhr im Borsigplatz-Quartier.

Insgesamt sieben Künstlerinnen und Künstler haben im Laufe des Jahres am Borsigplatz gewohnt und kreative Projekte entwickelt. Es wurden Gärten angelegt, Bier gebraut, Theater gespielt, es gab Stadtführungen zu unbekannten Berühmtheiten, es wurde eine freie Republik gegründet und diskutiert.

Was waren die Erfahrungen der beteiligten Künstler? Frank Bölter, Dorothea Eitel und Rolf Dennemann waren beim Pressegespräch zugegen. „Es war ein Lernprozess“, erkärte Bölter, der aus Köln kommt. „Bestimmte Dinge funktionieren hier nicht, ich habe zu groß gedacht. Man muss mit kleinen Chancen anfangen.“ Bölter hat das Projekt „Dortmunder Schwarzbräu – Selber Brauen“ organisiert und auch die Idee zum „Echt Nordstadt-Honig“ entwickelt. „Die Lunte ist gelegt“, hofft Bölter, dass seine Aktionen keine einmalige bleiben, sondern von den Anwohnern weitergeführt werden.

Dorothea Eitel hatte es etwas schwerer, denn ihre Tanzperformances waren etwas Flüchtiges. „Das Elend der Darsteller“, wie es Rolf Dennemann beschrieb. „Es wird alles mit mir verschwinden“, befürchtet Eitel, hofft aber, dass sie mit ihren Aktionen doch Impulse gesetzt hat. Zumal doch viele Sachen auf Video gebannt wurden.

Für die Vermittlung von „was passiert hier eigentlich“ hat sich Rolf Dennemann eingesetzt. Zu seinen Gesprächsnachmittagen kamen recht viele Leute, aus denen das Projekt „Borsig-VIPs“ wurde.

Insgesamt kann das Projekt darauf verweisen, dass es viele Impulse gesetzt hat. Auch wenn es durchaus passierte, dass jemand, der über viele Chancen verfügte, versuchte, seinen Einfluss geltend zu machen. „Jedes Detail, was es im Großen gibt, gab es mit den Chancen im Kleinen“, erzählte Eitel über „Sponsoren“, die plötzlich künstlerischen Einfluss geltend machen wollten. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler waren: Frank Bölter, Susanne Bosch, Rolf Dennemann, Dorothea Eitel, Angela Ljiljanic, Henrik Mayer und Olek Witt,

Zu den positiven Impulsen gehört auch, dass manche Anwohner die angestoßenen Projekte weiterführen wollen: Jacek Wąsik (Holzworkshop und einiges mehr), Irene Gakopoulos (Geschmacksarchiv, Kunstvermittlung für Kinder), Joseph Toth (Theater), Jürgen Elkers+Jürgen Sarstedt (Honig) Valeska Schmidt (kreative Angebote für die Nachbarschaft, eigene Kunstprojekte, Fortführung Freie Republik Borsigplatz) und Gerhard Neumann (Musik).

Auf jeden Fall findet noch die große Finissage am 30. Mai 2015 ab 10 Uhr im Borsigplatz-Quartier statt. Dann zeigen die Künstler noch einmal ihre Projekte. Das genaue Programm: http://www.borsig11.de/wordpress/2015/05/public-residence-finissage/

Organisiert wurde die Aktion durch den Verein „Machbarschaft Borsig11“ und der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft. Insgesamt gab es die Möglichkeit 100.000 Chancen für die Künstler zu verteilen, davon waren rund 65.000 Chancen im Umlauf. Die Künstler konnten die Chancen, die sie

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