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Eine emotionale Oper als Monument der Menschlichkeit

Das Klangvokal Musikfestival Dortmund hatte am 11.06.2022 im hiesigen Konzerthaus Gaetano Donizettis (1797-1848) dramatische lyrische Oper „Caterina Cornaro“ als konzertante Aufführung auf dem Programm.

Alles war auf das feinste für die Freunde der italienischen Belcanto-Opernmusik vorbereitet.

Das renommierte WDR Rundfunkorchester spielte unter der sensiblen Leitung von Giacomo Sagripanti. Der 1947 gegründete altehrwürdige WDR Rundfunkchor bildete die eindrucksvolle begleitende öffentliche Stimme.

Als Sänger*innen standen mit der italienischen Sopranistin Roberta Mantegna als Caterina Cornaro, der Bass Adam Palk als ihr Vater Andrea, der für den indisponierten Davide Luciano kurzfristig eingesprungene Bariton Germán Enrique Alcántara als ihr Ehemann König Lusignano von Zypern, Dimitry Korchak (Tenor) als ihr große Liebe Gerardo, George Andguladze (Bass) als Intrigant und Erpresser Mocenigo, Dimitry Ivanchey (Tenor) als Handlanger Strozzi sowie als ihre Vertraute Matilde die Sopranistin Anna Malesza-Kutny einige Hochkaräter auf der Bühne.

Roberta Mantegna sang die Titelrolle der "Caterina Cornaro" im Konzerthaus. (Foto: © Bülent Kirschbaum)
Roberta Mantegna sang die Titelrolle der „Caterina Cornaro“ im Konzerthaus. (Foto: © Bülent Kirschbaum)

Die dramatische lyrische italienische Oper basiert auf die historische Geschichte der „Caterna Cornaro (1454 -1510)“. Caterina plante eine Liebesheirat mit dem französischen Edelmann Gerardo. Kurz vor der Trauung wird sie jedoch von Mocenigo vom Rat der Zehn in Venedig aus politischen Machtinteressen unter Druck gesetzt, den zyprischen König Lusignano zu heiraten. Ihr Vater ist nicht stark genug, sich dagegenzustellen. Es geht um die Herrschaft Venedig über Zypern. Eine dramatische Geschichte um die Kraft von Freundschaft, Vertrauen und Liebe. Zudem aber auch um Liebesleid, Verrat, Vertrauen und den Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung.

Als die ganze Intrige offensichtlich wird, zeigen Caterina, Lusignano und Gerardo ihre wahre Stärke und bringen das Volk hinter sich. Im Gegensatz zur realen Historie gewinnen die Zyprioten gegen die Macht des „Löwen“ Venedig.

In dieser Fassung kehr Gerardo mit dem sterbenden König Zyperns heim. Caterina wird neue Königin.

Konnten alle beteiligten Sänger*innen mit ihren warmen und vollen Stimmen dem Publikum gefallen, gab es doch besondere Beifallsbekundungen (Bravo-Rufe) für die sehr emotionalen Gesangdarbietungen von Roberta Mantegna, Germán Enrique Alcántara und Dimitry Korchak. Bei ihnen kam die in ihren Charakteren angelegte gesamte Gefühlspalette wie etwa Liebe, Leiden, Zweifel Schwäche oder Stärke besonders gut rüber.

Eine Oper, die leider nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat. Auch heute sind wir inmitten von Europa, in der Ukraine, mit einem schrecklichen Macht-Krieg durch Putins Russland konfrontiert. Die Menschen erleben die Zerstörung ihres Landes mit viele Toten. Die Bevölkerung dort kämpft mit Mut und Hoffnung für ihre Selbstbestimmung, Sicherheit und Glück.

Die Donizetti-Oper ist ein universales musikalisches Monument der Menschlichkeit.