Archiv der Kategorie: Musik

KLANGVOKAL – Kleinod der Oper im Reinoldisaal

Mit „Marc’Antonio e Cleopatra“ hatte der deutsche Komponist Johann Adolf Hasse 1725 seinen Durchbruch. Am 26. Mai 2024 stand sie im Rahmen des Festivals KLANGVOKAL auf dem Programm. Diese Oper ist ein Beispiel für die neapolitanische Oper, die sich durch melodischen Reichtum und dramatischen Ausdruck auszeichnet. Bei der Premiere in Neapel hatte sie eine zusätzliche Besonderheit. Kein Geringerer als der berühmte Kastrat Farinelli und die Altistin Vittoria Tesi sangen die beiden Hauptfiguren, wobei Farinelli die Cleopatra und Tesi den Marcus Antonius verkörperten.

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Ein Konzertabend voller rhythmischer Vielfalt

Das 9. Philharmonische Konzert im Dortmunder Konzerthaus am 21. und 22. Mai 2024 stand unter dem Motto „Schmelztiegel der Kulturen“. In dieser Spielzeit wird „Wir im Ruhrgebiet“ thematisiert, was auch die kulturelle Diversität Dortmunds betont. Seit Jahrzehnten ist die Stadt ein Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen, die das gesellschaftliche Leben prägen. Die türkischstämmigen Einwanderer, zunächst als „Gastarbeiter“ angeworben, haben dabei einen bedeutenden Beitrag geleistet.

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Noa Wildschut verzaubert das Dortmunder Konzerthaus

Am 13. Mai bot die Geigerin Noa Wildschut im Dortmunder Konzerthaus einen Kammermusikabend der Extraklasse dar. Gemeinsam mit Pablo Barragán an der Klarinette und Frank Dupree am Klavier präsentierte sie ein leidenschaftliches und facettenreiches Programm, das folkloristische Musik aus dem Balkan sowie jüdische Melodien in den Mittelpunkt stellte. Werke von Béla Bartók, Paul Ben-Haim, Claude Vivier, Ernest Bloch und Paul Schönfeld boten den Rahmen für diesen musikalischen Höhenflug.

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Protestlied als Kunstform

„The People United Will Never Be Defeated!“ ist ein bekanntes Klavierstück des zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Frederic Rzewski. Es wurde 1975 komponiert und basiert auf dem chilenischen Protestlied „¡El pueblo unido jamás será vencido!“ von Sergio Ortega und Quilapayún. Rzewski schuf eine monumentale Variationsserie über das Thema dieses Liedes.

Am 03. Mai 2024 sollte eigentlich Giorgi Gigashvili das Stück im Konzerthaus spielen, aber leider musste er aus gesundheitlichen Gründen absagen. Dafür übernahm Emanuil Ivanov seinen Platz.

Die Zuhörenden, die bei der Reihe „Musik für Freaks“ gewöhnlich auf der Bühne saßen, erlebten ein Klavierfeuerwerk der besonderen Art. Rzewski seziert das Volkslied ähnlich wie Johann Sebastian Bach seinerzeit die Goldberg-Variationen. In den Goldberg-Variationen verwendet Bach ein Thema und präsentiert dann 30 Variationen, während Rzewski in „The People United“ das chilenische Protestlied als Ausgangspunkt nimmt und 36 Variationen komponiert. Sowohl Bach als auch Rzewski stellen hohe Anforderungen an den Pianisten. Die Goldberg-Variationen sind technisch anspruchsvoll, erfordern jedoch auch eine subtile interpretatorische Fähigkeit, um die musikalischen Nuancen jeder Variation zu erfassen. Bei „The People United“ sind neben der technischen Beherrschung des Instruments auch komplexe rhythmische Muster und moderne Spieltechniken erforderlich.

Natürlich unterschieden sich beide Werke auch: Rzewski unterteilt seine Variationen thematisch: Zunächst kommen einfache Ereignisse, dann folgen Rhythmen, Melodien, Kontrapunkte, Harmonien und zum Schluss werden alle Elemente wieder zusammengefügt. Rzewski zitiert auch im Verlauf des Stückes das „Solidariätslied“ von Brecht und Eissler oder das italienische „Bandiera rossa“. Hier wird deutlich, dass Rzewski im Gegensatz zu Bach auch eine politische Komponente integrierte.

Letztlich muss ich Ivanov loben, der das Stück mit Bravur spielte, denn wie erwähnt, erfordert „The people united“ hohe technische Ansprüche, dabei kommen Dinge wie Pfeifen oder Klavierdeckel zuschlagen auch vor.

Dies alles ließ Ivanov leicht und locker aussehen und wurde vom Publikum zurecht gefeiert. Erst nach zwei Zugaben war das Konzert zu Ende.

Kammerkonzert im besonderen Ambiente

Diese Spielzeit bietet für Kammermusikfreundinnen und -freunde etwas Besonderes: Die Konzerte finden an ungewöhnlichen Orten statt. So wurde beispielsweise die Kokerei Hansa, die Ausstellungshalle von Phoenix des Lumières oder die Akademie für Theater und Digitalität zum Ort von klassischer Musik. Am 18. April 2024 war der Pioneer Cube des Unternehmens Wilo der Schauplatz für das Kammerkonzert.

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