Von blau zu grau – Sehnsucht als Thema

In ihrer Ausstellung „von blau zu grau“ präsentieren Magdalena Gruber und Pia Henkel ihre Abschlussarbeiten des Bachelor Studiengangs Fotografie der FH Dortmund. Die Sehnsucht – sei es nach einer Person, einem Zustand oder einer Zeitspanne – eint als zentrales Thema die beiden unterschiedlichen, konzeptuellen Projekte.

Magdalena Gruber setzt sich in ihrer Arbeit „mittwegs“ mit ihrem Kindheitstraum in Form einer Atlantiküberquerung auf einem Segelschiff auseinander und sieht sich dabei mit dem großen Mythos der Seefahrt und dessen räumlich bedingten Konflikt zwischen Enge und Weite konfrontiert.

Der Flyer zur Ausstellung "von grau zu blau". Zu sehen in der Nordstadtgalerie an der Bornstraße 148.
Der Flyer zur Ausstellung „von grau zu blau“. Zu sehen in der Nordstadtgalerie an der Bornstraße 148.

Mit „Nachtschwärmer“ macht sich Pia Henkel auf die Suche nach erfüllender Liebe, geprägt durch gesellschaftliche Idealvorstellungen. Insbesondere die zwischenmenschliche Kommunikation auf dem Weg ins Erwachsenwerden spielt dabei eine zentrale Rolle.

Zu sehen gibt es die
Arbeiten ab dem 31.10.19, 19:30 Uhr in der Nordstadtgalerie,
Bornstraße 148, Dortmund.

Vernissage: 31.10.19
19:30 Uhr

Ausstellung: 01. – 03.11.19, 14-19 Uhr




„Bewegung ist Alles!“ – künstlerische Aufhebung der Eindeutigkeit

In der Städtischen Galerie im Torhaus Rombergpark sind vom 20.
Oktober bis zum 10. November 2019 vierzehn Arbeiten der Herdecker
Künstlerin Petra Böttcher-Reiff unter dem Motto „Bewegung ist
alles!“ zu sehen. Die Werke (verschiedene Formate) sind in den
Jahren 2013 bis heute entstanden.

Die Künstlerin
gelingt es in ihren Arbeiten (Fotografie >
Fotografiken), aus statischen Fotografien von Natur, Menschen,
Landschaften sowie Sonne, Wolken, Wasser, Meer und Bauwerken
fließende, schwebende, Kunstwerke ohne Eindeutigkeit erschaffen. So
werden bei den Betrachtern ganz individuelle Emotionen hervorgerufen.

Dabei arbeitet sie
mit Reduktion und Verfremdung. Es entsteht eine magische, oft
futuristisch anmutendes, in Form und Farbe reduziertes Kunstwerk. Die
Werke haben nur kurze Titel wie etwa „Bambuswald“ oder „Sand“
zur Orientierung. Für eigene Assoziationen bleibt genug Spielraum.

Petra Böttcher-Reiff vor ihrer Arbeit "Zeitraffer I" im Torhaus Rombergpark. Zu sehen vom 20. Oktober bis zum 10. November 2019.
Petra Böttcher-Reiff vor ihrer Arbeit „Zeitraffer I“ im Torhaus Rombergpark. Zu sehen vom 20. Oktober bis zum 10. November 2019.

Mit Hilfe
technischer, digitaler Veränderungen lässt Böttcher-Reiff in ihrer
Farbe reduzierte effektvolle Fotografien oder malerische Bilder mit
verwischenden Aquarelleffekten entstehen. In Bauwerken (Duisburg oder
Antwerpen (Bahnhof-Centraal blau)) sind stilisierte Personen oder
andere Details schemenhaft zu erkennen.

Eindrucksvoll sind zum Beispiel die Arbeiten, die durch die Natur in Frankreich inspiriert wurden, aber auch die digital bearbeiten Fotografien etwa einer muskulösen männlichen Person in der Drehbewegung (Arbeiten „Zeitraffer 1“ und „Zeitraffer 2“). Der Kopf und Teile des Körpers sind schemenhaft surreal in mehrfacher Ausführung zu sehen. Das hat eine leicht surreale Wirkung auf die Betrachter. Je nachdem, von welchem Blickwinkel man die Arbeiten auf sich wirken lässt, entdeckt man etwas neues. Nichts ist eindeutig und alles eben in Bewegung und verändert sich. Das ist der Künstlerin in ihrer jetzigen Schaffensperiode besonders wichtig, wie sie im Pressegespräch erklärte.

Die Eröffnung der
Ausstellung „Bewegung ist Alles!“ Petra Böttcher-Reiff findet am
Sonntag, den 20.10.2019 um 11:00 Uhr in der Städtischen Galerie
Torhaus Rombergpark (Am Rombergpark 65) statt.

Einführung: Axel M.
Mosler (Dipl. Fotodesigner, Geschäftsführer Westfälischer
Künstlerbund Dortmund e.V.)

Die Künstlerin ist
anwesend.




Comichelden im Zweiten Weltkrieg

Der Comic als Massenmedium war in den 30er Jahren des 20.
Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen. Doch der Zweite Weltkrieg
beschäftigte alle Kulturschaffenden und so zogen auch die
Comichelden spätestens ab 1941 in den Krieg. Die Ausstellung „Nimm
das, Adolf“, zeigt vom 13. Oktober 2019 bis zum 15. März 2020 im
schauraum comic + cartoon am Max-von-der-Grün-Platz 7 knapp 100
seltene, zum ersten Mal ausgestellte Originalzeichnungen.

Die Superhelden der
ersten Stunde wie Superman oder Batman griffen eher verhalten in den
Krieg ein. So warb Batman für die amerikanischen Kriegsanleihen und
schenkt einem US-Soldaten ein neues Gewehr. Captain America hingegen
griff aktiv in die Kämpfe ein. Aber selbst Helden wie Prinz
Eisenherz kämpfte gegen den Hunnen, wenn auch nur ein einem
mittelalterlichen Setting.

Was hatte die
NS-Propaganda entgegenzusetzen? Altbackene Bildergeschichten, deren
Form aus dem 19. Jahrhundert mit gereimten Bildzeilen in keinster
Weise mit modernen Comics konkurrieren konnte. Die Nazis akquirierten
allerhöchstens die „Vater + Sohn“ Geschichten Erich Ohner, der
unter seinem Pseudonym „E.O. Plauen“ publizierte.

Kurator Dr. Alexander Braun stellte eine interessante Sammlung an Comics zusammen, die den Zweiten Weltkrieg thematisierten.
Kurator Dr. Alexander Braun stellte eine interessante Sammlung an Comics zusammen, die den Zweiten Weltkrieg thematisierten.

In Belgien und
Frankreich hatten Comiczeichner und Verlage nach der Besatzung von
den Deutschen plötzlich andere Probleme. Wie verhalten wir uns?
Kollaborieren oder Widerstand? Hergé, der Erfinder von „Tim und
Struppi“, war eigentlich in einem konservativ-katholischen Milleu
zu hause, er wechselte aber 1940 zur gleichgeschalteten Zeitung „Le
Soir“. Der andere belgische Comicheld Spirou hingegen übte sich im
Ungehorsam gegenüber den Besatzern und unterstützte so weit wie
möglich die Resistance.

Nach dem Zweiten
Weltkrieg teilen sich die Kriegs-Comics in heroische Heldengeschichte
und Anti-Kriegs-Erzählungen auf. Hier war vor allem der Verlag EC
Comics unter der Führung von Harvey Kurtzman von Bedeutung. Kutzmann
war auch der Mitbegründer des MAD Magazins.

In den 70er Jahren
gab es einen riesigen Schub der Enthistorisierung des NS-Themas.
Krieg, Horror und Fantasy wurden zusammengemixt. So erblickten die
berühmten Nazi-Zombies das Licht der Welt, während in Italien und
Spanien sie sexuelle Komponente eine Rolle spielte. Stichwort:
Naziploitation.

Dennoch gab und gibt
es ernsthafte Auseinandersetzungen auf Comic-Ebene mit dem
Nationalsozialismus. Man denke nur an Art Spiegelman oder an Fabrice
Le Nénanffs Chronologie der Wannseekonferenz von 2016.

Die Ausstellung wird
kuratiert von Dr. Alexander Braun. Zur Ausstellung erscheint ein 224
Seiten starker Katalog mit ca. 340 Abbildungen. Der Katalog ist
ausschließlich im schauraum: comic + cartoon erhältlich und kostet
20 Euro.

Zusätzlich gibt es
ein umfangreiches Begleitprogramm. Mehr Informationen unter:

www.comic.dortmund.de
www.facebook.com/schauraumcomiccartoon

„Nimm das, Adolf!“
Zweiter Weltkrieg im Comic

13. Oktober 2019 bis 15. März 2020
schauraum: comic + cartoon
Max-von-der-Grün-Platz 7, 44137 Dortmund
Eröffnung: Sonntag, 13. Oktober 2019, 11 Uhr
Eintritt frei




Fragilität und Zerbrechlichkeit in vielen künstlerischen Facetten

In der Galerie im Depot (Immermannstr. 29) in Dortmund zeigen 21
Künstlerinnen und Künstler des BBK (Bundesverband Bildender
Künstler) Ruhrgebiet vom Donnerstag, den 11.10.2019 bis zum
27.10.2019 unter dem Motto „Handle with care“ ihre ganz spezielle
Sichtweise zu dem Themenkomplex Zerbrechlichkeit und Fragilität
sowie der notwendigen Achtsamkeit für Mensch und Natur.

Dabei verwenden sie
natürliche Materialien wie Holz ( z.B. Monika Pfeiffer, Bernd
Moenikes), oft in Kollagen mit anderen Materialien. Andere, wie etwa
Heide Kemper, nähern sich der Thematik symbolhaft durch eine weiße
kopflose Skulptur, die offensichtlich ein Hochzeitskleid an hat. Es
geht um zerbrechliche Materialien (z.B. Plexiglas), die wie bei
Birgit Brinkmann-Grempel unterschiedliche Fotos einschließt. Das
sinnhafte Foto mit dem rohen Ei auf der Edelstahlablage
(Einladungskarte. Vernissage) Das Thema wird ganzheitlich und
vielfältig bearbeitet.

Das unsere Umwelt
durch die von Menschen gemachten und forcierten Klimawandel bedroht
ist, dürfte nur von Ignoranten mit Scheuklappen geleugnet werden.

Die Bedrohung der
Lebensgrundlagen verdeutlicht das Gemälde Öl auf Leinwand (80 x 80
cm) von Susanne Behringer „Stürmische Zeiten“ mit malerischer
Eindringlichkeit. Die Künstlerin verriet beim Pressegespräch, dass
sie selbst einmal einen starken Sturm hautnah erlebt hat. Außerdem
ist sie Imkerin. Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft hat
zur Folge , dass die Bienen von dort vertrieben werden und viele
(Hobby) Imker versuchen, ihnen in der Stadt eine geeigneten Ort für
den Bienenstock zu biete, so Behringer. Uns steht (jedenfalls bis
jetzt) nur diese eine Erde für alle Menschen Tiere und Pflanzen zur
Verfügung.

"Stürmische Zeiten" sind auf der Erde zu spüren. Susanne Behringer hat sie eingefangen. (Foto/Bildrechte: © Susanne Behringer)
„Stürmische Zeiten“ sind auf der Erde zu spüren. Susanne Behringer hat sie eingefangen. (Foto/Bildrechte: © Susanne Behringer)

Die Arbeit von
Claudia Terlunen „Zerstückelte Erde“, begrüßt die
Besucher*innen nachdenklich mit einem fragilen Mobile, an denen
Landschaftskarten hängen, die als Würfel gefaltet wurden.

Wie Schützenswert
sie ist und das wir Achtsam mit uns und ihr umgehen müssen,
verdeutlicht diese Ausstellung. Es gibt viel zu sehen. Nehmen Sie
sich Zeit.

Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, den 10.10.2019 um 19:00 Uhr in der Galerie im depot statt.

Begrüßung : Monika
Pfeiffer

Öffnungszeiten vom
11.10 bis 27.10.2019

Do. und Fr.: 17:00
bis 20:00 Uhr

Sa. und So.: 15:00
bis 18:00 Uhr




BBK Ruhrgebiet zeigt Kante

Alle 4 Jahre zeigen
„zeitgleich“ zahlreiche BBK- Verbände eine gemeinsame
Ausstellung von zeitgenössischer Kunst. In diesem Jahr ist das
Leitmotiv *Postdigital -von A nach B*. Gibt es überhaupt noch eine
klar wahrnehmbare Unterscheidung zwischen Digitalem und Analogem?

 Der BBK
Ruhrgebiet hat das Thema etwas variiert und präsentiert bis zum
3. November zu dem Thema „Kante zeigen“ die Exponate
von 22 teilnehmenden Künstlern in der BIG gallery Dortmund.

Karin Jessen hat sich mit dem mit der Überschneidung zwischen Digitalem und Analogen beschäftigt. Ihr Beitrag zur Ausstellung ist eine Serie von 16 kleinen Radierungen, Variationen des Leitmotivs *Postdigital*. Hierzu hat sie alte, ausgemusterte CD-Silberlinge mit dem Radiergriffel bearbeitet, Ideen und Empfindungen hineingekratzt, die Disketten mit Tiefdruckfarbe eingerieben und anschließend damit auf spezielles Tiefdruckpapier gedruckt.

22 Künstlerinnen und Künstler zeigten "klare Kante". Links sind drei Arbeiten von Peter Kenter zu sehen, das rechte Bild stammt von Karla Christoph.
22 Künstlerinnen und Künstler zeigten „klare Kante“. Links sind drei Arbeiten von Peter Kenter zu sehen, das rechte Bild stammt von Karla Christoph.

Andere Künstlerinnen
und Künstler haben sich auf das Motto „Kante zeigen“
konzentriert. Das Zeigen einer „klaren Kante“ ist dabei
häufig auch mit mutigem Formulieren – vielleicht sogar Handeln –
gedanklich verbunden. Kein Wunder, dass Greta Thunberg auch auf einer
Arbeit zu finden ist. Wortwörtlich genommen können „Kanten
zeigende/ aufweisende“ Objekte, Installationen oder Skulpturen,
aber auch Malerei und Fotografie eine mögliche künstlerische
Umsetzung des Themas sein. So sind in der Ausstellung einige Arbeiten
vertreten, die Kanten und Linien stark betonen, beispielsweise das
Gemälde von Antica Karacic, dass seine Kanten dadurch zeigte, dass
es in drei Teile als Triptychon an der Wand hing. Der „Hanns“ von
Karla Christoph hat auch eine unangenehme Begegnung mit einer Kante,
denn er ins ein „Hanns-guck-in-die-Luft“ und wird bald böse
stürzen.

 BIG gallery,    Rheinische Str. 1,       44137 Dortmund

Dauer
der Ausstellung:                     
  06.10. – 03.11.2019

Öffnungszeiten: Montag – Freitag: 8.00 -19.00 Uhr,  So: 14.00 -17.00 Uhr

Eintritt
frei




Junger Blick auf 50 Jahre Städtepartnerschaft Dortmund-Leeds

Von Februar bis September 2019 haben in Dortmund und in Leeds jeweils
eine Schülergruppe fotografisch das Bild ihrer Stadt erarbeitet.
Jede Gruppe hat 25 Bilder ausgewählt und an die andere geschickt, so
dass eine identische Ausstellung mit 50 Fotografien im 50. Jahr der
Städtepartnerschaft in beiden Städten zeitgleich gezeigt wird. In
Dortmund werden die Bilder in der „Produzenten-Galerie 42“ vom 4.
– 28. Oktober 2019 gezeigt

In Dortmund sind es
Schüler des Westfalen-Kollegs in Kooperation mit der UZWEI im
Dortmunder U, betreut durch die Fotodesignerin Etta Gerdes und den
Künstler Klaus Pfeiffer. In Leeds besuchen die Schüler das Leeds
City College und werden von Geoff Gillingwater und Titus Carey
betreut. Während der Arbeitsphase wurden Bilder digital
ausgetauscht, bevor es jetzt zur Abschlusspräsentation kommt.

Der "Bierkutscher" in Leeds, fotografiert von Jade Ratcliffe, und sein Kollege in Dortmund, aufgenommen von Santo Mutari.

Dieser junge Blick auf ihre Stadt macht die Ausstellung so spannend. Dabei sind sehr viele eindrucksvolle Bilder entstanden. Sie ist der „Bierkutscher“ auf Fotos aus Leeds und Dortmund zu entdecken. Auch der Vergleich der Hafenanlagen beider Städte ist sehr interessant.

Da die Galerie vom Platz her etwas beengt ist, werden alle Fotos auf der UZWEI in einem Screening bis zum 31.12.2019 gezeigt.

Produzenten-Galerie
42
Arneckestraße 42
44139 Dortmund
Öffnungszeiten Do
– Sa 16 – 19 Uhr und So 15 – 18 Uhr.




Artothek zeigt Kunstwerke von Gabi Kleipsties

Unter dem Motto „Formen und Strukturen“ präsentiert die Artothek
(1. Etage) in der Dortmunder Stadt- und Landesbibliothek bis zum 8.
November 2019 siebzehn Öl und Collage-Arbeiten auf Leinwand von der
Künstlerin Gabi Kleipsties (*1966) aus Schwerte.

Sie ist schon seit
fast dreißig Jahre künstlerisch tätig und absolvierte ein
Designstudium an der Fachhochschule Dortmund. Seit 1993 ist Gabi
Kleipsties freischaffende Künstlerin.

Zunächst malte
Kleipsties realistisch, in den letzte Jahren eher abstrakt. Als
Dozentin an der Jugendkunstschule Unna und im Rahmen des
Landesförderprogramms „Kultur und Schule“ auch in verschiedenen
Grundschulen bringt sie Kindern und Jugendlichen (auch Erwachsenen)
den Spaß an den malerischen Ausdrucksmöglichkeiten näher.

Stark beeinflusst
und inspiriert von den Eindrücken aus der Natur, bevorzugt die
Künstlerin auch entsprechende Farbtöne. Der Titel „Formen und
Farben“ weist auf auf eine reflektierende Auseinandersetzung mit
der Malerei sowie dem Dialog zwischen durchdachten malerischen
Bildkompositionen sowie der spontanen Ausdrucksmöglichkeit.

Die Arbeiten sind im
Spannungsfeld zwischen realistisch Dargestellten und Abstrakten
angesiedelt.

Gabi Kleipstis vor ihrer Arbeit "Settlement". Alle Bilder sind in der Artothek Dortmund zu sehen.
Gabi Kleipstis vor ihrer Arbeit „Settlement“. Alle Bilder sind in der Artothek Dortmund zu sehen.

Eindrücke aus der Natur und das Wiedererkennbare wird bei Gabi Kleipsties durch die Collagetechnik mit Hilfe von Spachtelstrukturen, Steinen oder Sand verfremdet. Durch Überlagerungen von verschiedenen Spachtelschichten, dem verschmelzen von Farbschichten findet eine Loslösung vom vom Abbild statt und es entsteht etwas Neues und spontan Überraschendes. Der Zufall hat eine Chance.

Das Gleichgewicht
der Bildelemente setzt sich aus farbigen Schwerpunkten zusammen und
gelingt durch Verwendung von Naturtönen, Rosteffekten, Tuschen,
Pigmenten sowie dem Gebrauch struktureller Elemente wie Linien,
Kreise oder Rechtecke.

Die Bilder strahlen etwas geheimnisvolles aus, sind aber trotz ihrer Gegenstandslosigkeit oft geprägt von Ruhe und Harmonie. Im Fall des Werkes „Planet“ ist ein solcher für den Betrachter recht gut zu identifizieren. Es gibt aber bei Gabi Kleipsties immer viel Raum für Fantasie und Assoziationen. Die Bilder haben alle englische Bezeichnungen, die die Gedankengänge anregen können.

Die Ausstellung ist
dienstags und freitags zwischen 10 und 19 Uhr in der Artothek zu
sehen. Der Eintritt ist frei.

Übrigens:

Es lohnt sich nicht
nur, sich die Ausstellung anzusehen, sondern es besteht auch die
Möglichkeit, sich in der Artothek relativ preisgünstig Kunstwerke
auszuleihen. Das ist eine der wichtigen Aufgaben der Artothek. Kunst
soll für möglichst viele Menschen zugänglich sein. Wer einen
Leihausweis der Stadt- und Landesbibliothek besitzt, kann für eine
gewisse Zeit interessante Kunstwerke erwerben. Schauen Sie mal
vorbei.




Offene Nordstadtateliers – Auf der Reise durch die Kunst

Nein, alle Ateliers zu besuchen, das wäre auch etwas zu viel. Trotz der zwei Tage, an denen die Ateliers Nordstadt ihre Tore öffneten. Daher schon einmal eine kleine Entschuldigung bei denen, die ich nicht besucht habe. Das Wetter spielte leider auch nicht wirklich mit. Dennoch haben wir, denke ich sehr viel unterschiedliche und spannende Einblicke bekommen.

Am 28. und 29.
September fanden also die Offenen Nordstadtateliers statt und ars
tremonia war unterwegs, um die Kreativität des Viertels zu erleben.
War ich am Samstag noch alleine, begleitete mich am Sonntag unsere
Kollegin Anja Cord.

Samstag bei den
offenen Nordstadtateliers

Am Samstag fing ich
im Osten der Nordstadt an. Mein erstes Ziel war das Atelierhaus
Westfalenhütte
von Brigitte Bailer. Sie stellte in ihren Räumen
hauptsächlich eigene Kunst aus verschiedenen Zyklen aus. Danach ging
es zum Atelier von Almut Rybarsch-Tarry. Ihre fantasievollen
Skulpturen und Plastiken sind ein Hingucker.

Im Atelier 103 hat der Künstler Davoud Sarfaraz seine Ausstellung. Hierüber haben wir von ars tremonia bereits berichtet.

Kurz darauf warf ich einen Blick in das Atelierhaus Alter Kiosk, in dem verschiedene Künstlerinnen und Künstler ihre Räume haben. Hier arbeiten Kostümdesigner, Grafiker und Maler an ihren Werken. Nicht weit davon entfernt hatte Dieter Meese sein Institut für praktische Irrelevanz. Daneben befanden sich Arbeiten von Kirsten Bergmann, die ihre Holzskulpturen zum Thema „Wut“ ausstellte. Die Künstlerin bearbeitet das Holz mit Kettensäge und Beitel, sodass Figuren mit einer ganz eigenen Individualität entstehen.

Dann führte mich
der Weg in die Nordstadtgalerie an der Bornstrasse. Hier haben
sich Studierende der FH einquartiert, die ein ganz witziges
„Kunstprojekt“ entwickelten. Wer Sperrmüll fand, konnte sie mit
einer Karte zur Kunst erklären. Damit sollte auf das Müllproblem in
der Nordstadt aufmerksam gemacht werden.

Der Kunstraum im Langen August beherbergt aktuell eine Ausstellung mit Arbeiten von Brigitte Bailer. Auch hier haben wir im Vorfeld berichtet.

Die Lortzingstrasse
hat sich ebenfalls zu einem künstlerischen Hotspot entwickelt. Das
Atelier 1 an der Nummer 26 beherbergt drei junge Künstler mit
ihren Arbeiten, während ein Haus weiter, Dietrich Lacker sein
Atelier hat. Lacker macht im wahrsten Sinne des Wortes
Kunst-Werk-Zeug und haucht den Werkzeugen ein neues Leben als
Tanzpaar oder Segelboot ein.

Sonntag bei den
offenen Nordstadtateliers

Der Sonntag begann mit einer Fahrt nach Lindenhorst. Hier im Atelier Werkstattarbeit haben Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen die Möglichkeit, sich ihrer Kunst zu widmen. Wichtig ist auch, dass es einen regelmäßigen Kontakt mit anderen Künstlerinnen und Künstlern gibt, sodass spannende gemeinsame Projekte entstehen.

Danach führte uns der Weg ins Depot. Hier sitzen viele unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler, die auch die Möglichkeit haben, in der Galerie eine Ausstellung zu machen. Momentan zeigt dort noch Michael Jaspert seine Arbeiten. Daneben konnten wir eine Vielzahl an Künstlerinnen und Künstlern entdecken. An dem 10. Oktober 2019 zeigen die Künstlerinnen und Künstler des BBK Ruhrgebietes ihre Werke in einer Gemeinschaftsausstellung.

Nach dem Depot ging
es in den Hafen. Das 3rd Floor Studio und das Atelier Amore
sind beide in der Speicherstraße 100. Sie präsentieren neue und
frische Kunst von jungen aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern
in einer ungewöhnlichen, aber aufregenden Location.

Einen ähnlichen Charme hat der Projektspeicher an der Speicherstraße 33. Hier haben die Organisatoren verschiedene Künstler eingeladen, damit sie hier sie ihre Kunst ausstellen können. Auch hier ist der Charme des nahen Hafens präsent.

Dann ging es weiter in die Scharnhorststraße in den Rekorder II. Hier hatten WAM-Studierende der Fachrichtung Illustration die Gelegenheit, ihre Kunst zur Schau zu stellen. Zu sehen waren neben Malerei auch Skulpturen. Ein paar Meter weiter hatte die Künstlerin Ingrid Rigot ihre Türen geöffnet und als kleine Überraschung ihre Schwester Reinhild Rigot-Dégardin aus Saarbrücken mitgebracht. Zu sehen waren Aquarelle, Gouachen und Pastelle. Etwas weiter unten befand sich Müllers Kabinett, das dem Fotografen Hendrik Müller gehörte. Er zeigte eine Fotoserie, die er in Lauscha gemacht hatte, und den Verfall der Stadt zeigt. Von ehemals 10.000 Einwohnern sind nur noch 3.500 übrig geblieben. Die Bilder könnten gut aus einem apokalyptischen Film stammen. Daneben konnte man „Fluchtbilder“ von sich machen lassen. Schöne Idee!

Den Abschluss machten wir in der Galerie der kunstbetrieb, die Arbeiten von verschiedenen Dortmunder Künstlerinnen und Künstlern zeigt und besuchten das Atelier von Anke Droste.

Es waren zwei sehr spannende und aufregende Touren, die uns gezeigt haben, wie abwechslungsreich doch Kunst in Dortmund vertreten ist. Uns hat die Reise von junger Kunst, die noch ihren Weg sucht, über erfahrende Künstler, von den unterschiedlichen Genres bis zu verschiedensten Orten in der Nordstadt geführt.




Galerie 103 präsentiert Kunst in einem ganzheitlichem Zusammenhang

Im Rahmen der „Offenen Nordstadtateliers 2019“ in Dortmund am
Wochenende 28./29.09.2019 zeigt die Galerie 103 (Chancen-Café
103) in der Oesterholzstraße 103 eine Ausstellung von drei
größeren farbigen Bilder sowie einigen Zeichnungen des Künstlers
Davoud Sarfaraz (geb. 1954, Iran) unter dem aufmunternden Titel „Die
Welt wartet schon auf die Frauen“ in ihren Räumlichkeiten.

Sarfaraz lebt schon
die Hälfte seines Lebens (über 32 Jahre) in Deutschland. Wie er bei
einem Pressegespräch erklärte, ist er sehr dankbar dafür, hier
leben zu können.

Er will uns jedoch
mit seiner Kunst aus den Zwängen des Alltagsstress, dem Zeitmangel,
Konsumzwängen und Hetze oder den Begrenzungen durch Religionen und
Doktrinen befreien und den Blick nach innen zu richten. Kunst und
Freiheit gehören für ihn zusammen. Sie bieten die Chance,
innezuhalten – einen Moment der Stille zu erleben.

Seine Bilder sind
einerseits fremdartig traditionell orientalisch gehalten,
andererseits verbindet er sie mit einer kraftvollen modernen
bildnerischen Sprache der Moderne.

Davoud Sarfaraz in der Galerie 103 mit Zeichnung „Die Friedenstaube“ (Foto: © Guido Meincke)
Davoud Sarfaraz in der Galerie 103 mit Zeichnung „Die Friedenstaube“ (Foto: © Guido Meincke)

Wie Guido Meincke
(Machbarschaft Borsig11) erläuterte, ist die Ausstellung im Rahmen der
offenen Nordstadtateliers 2019 ein Teil des übergeordneten
ganzheitlichen Konzepts des Programms „Namaste 103“ von
Machbarschaft Borsig11 e.V. im Chancen-Café
103, gefördert von Interkultur Ruhr und realisiert mit Chancen der Bewohner des Borsigplatz-Quartiers.
Ziel ist, Kunst und gesellschaftliches Leben zusammenzuführen.

Unter
der Leitung von Anup Khattri Chettri wird in der Nordstadt zum Beispiel meditiert.
Menschen aus verschiedenen Kulturen treiben gemeinsam Sport, kochen und essen zusammen, malen oder
musizieren. Spiritualität im Sinne von Anup repräsentiert keine
bestimmte Religion oder dogmatische Philosophie, sondern ist absolut
säkular. Geeignet für alle Menschen,
ob religiös oder ohne Glauben. Es geht darum, Ruhe, Frieden und
Klarheit zu erlangen.

So gibt es an den beiden Tagen der Offenen Nordstadt Ateliers 2019 nicht nur die Kunst von Davoud Sarfaraz zu sehen, sondern es gibt dazu ein Programm mit persischen Leckereien und Musik.

Weitere Informationen: www.borsig11.de

Programm:

Samstag, den
28.09.2019 15:00 – 20.00 Uhr

15:00 Uhr: Eröffnung
mit Dr. Phil. Helga Jansen

18:00 Uhr: Konzert
mit Kioomars Musayyebi (Santur)

19:00 Uhr:
Persisches Abendessen

Sonntag, den
29.09.2019 11:00 – 18:00 Uhr

Gespräche bei
Kaffee, Tee, Kuchen und persisches Gebäck

16:00 Uhr
DADAistische Straßenkunst




Collagenhafte Arbeiten von Brigitte Bailer im Kunstraum

Vom 21. September bis zum 20. Dezember präsentiert der Kunstraum im
Langen August ausgewählte Arbeiten von Brigitte Bailer unter dem
Titel „selected“. Die Künstlerin arbeitet in Werkzyklen und hat
Bilder aus drei Zyklen mit in die kleine Galerie genommen. Zu sehen
sind ausgewählte Stücke der Zyklen „Werke im Werk“, „Umgarnen
und Verdrahten“ sowie Arbeiten mit Papier.

„Für mich steht
das Thema der Materialität im Zentrum“, so Brigitte Bailer. Die
Kombination aus verschiedenen Materialien macht neugierig. Vorallem
die Arbeiten „Werke im Werk“. Hier verarbeitet sie Stahlplatten
oder solche aus Zink in ihren Bildern. Die Stahlplatten haben eine
natürlich Rostpatina. Diesen Rost bekommt sie durch das Eingraben
der Platten in ihren Garten. „Meine besten Mitarbeiter sind
Regenwürmer“, erklärt sie, denn durch ihre Schleimspuren
hinterlassen sie später faszinierende Roststellen. Denn die Platten
bleiben bis zu einem halben Jahr in der Erde. Danach haben sich
spannende Muster im Rost entwickelt, die ihre Bildsprache
unterstützt. Denn die Bilder von Brigitte Bailer sind abstrakt
gehalten, besitzen keine Titel, so dass der Betrachter gezwungen
wird, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Bei den Arbeiten mit
Zinkplatten entwickelte das Metall einen Weißrost, der von der
Künstlerin ebenfalls in das Bild eingearbeitet wurde.

Brigitte Bailer zeigt eine Auswahl ihrer Werke im Kunstraum.
Brigitte Bailer zeigt eine Auswahl ihrer Werke im Kunstraum.

Das collagenhafte
Arbeiten zeigt sich auch in den Bildern des Zyklus „umgarnen und
verdrahten“, hier kombiniert Brigitte Bailer zwar hauptsächlich
Stoff und Draht, aber wendet durchaus weitere Materialien.

Am 29. September
2019 findet um 17 Uhr im Kunstraum eine Lesung mit Musik zum
50-jährigen Jubiläum des Septemberstreiks 1969 bei Hoesch.
Anne-Kathrin Koppetsch liest aus „Tod im Stahlwerk“ und Winfreid
Meyer spielt am Piano den passenden Soundtrack. Der Eintritt ist
frei.

Die Öffnungszeiten
des Kunstraums (Braunschweiger Straße 22) sind Dienstag bis Freitag
von 15 bis 19 Uhr.