Ein Tradition zur Förderung der Dortmunder Kunstszene: Seit über 60 Jahren kauft das Dortmunder Kulturbüro Werke heimischer Künstlerinnen und Künstler an. Mit den 37 Arbeiten, die dieses Jahr angekauft wurden, sind es seit 1950 insgesamt 4.319 Werke der bildenden Kunst.
Die Ausstellung „einblicke“ zeigt im Torhaus Rombergpark vom 17. Januar bis zum 07. Februar die unterschiedlichen Werke, bevor sie in ein städtisches Depot kommen. Danach besteht die Möglichkeit, dass sie in städtischen Einrichtungen gehängt oder gestellt werden.
Vertreten sind die Künstler zwar nicht von A-Z, sondern von B (Brigitte Bailer) bis W (Garrett Williams). Darüber hinaus wurde von der Jury darauf geachtet, ein breites Spektrum an Dortmunder Kunst abzubilden. So finden sich neben Malerei auch Skulpturen, Fotografie, Zeichnungen und Drucke.
Almut Rybarsch-Tarny, „Meerwesen/Neunauge“
Heinz Morszoeck, „Yogi, verflieg dich nicht“
Anette Göke, „Auch im Dunkeln sind wir bunt“
Era Freidzon, „Abstrakte Komposition in Rot“
Stephanie Brysch, „Zeigende“
Ausstellung mit dem Fensterblick
Die Künstlerin Marika Bergmann. Im Hintergrund ist ihr „Fensterbild 2549“ zu sehen.
Die Galerie Torhaus Rombergpark zeigt vom 22. November bis zum 13. Dezember 2015 die Ausstellung „Fensterbilder“ von Marika Bergmann. In ihren Fensterbildern geht der Blick von innen nach außen, er behält aber immer etwas beobachtendes.
Wie oft sehen wir eine Straßenbahn an uns vorbeirauschen. Kurz nehmen wir wahr, dass in der Bahn hinter den Fenstern Menschen sitzen, die aber schnell wieder aus unseren Augenwinkeln verschwunden sind. Doch in diesem Moment hat Bergmann auf den Auslöser gedrückt und präsentiert uns Fotos von Personen (natürlich mit Balken anonymisiert) die mit der Bahn fahren. Die meisten nutzen ihr Smartphone, vermutlich um der Langeweile, die die Fahrten mit sich bringen, zu entkommen.
Die Serie Phoenix wirkt wie analoge Fotografie aus den 60ern. Schwarz/Weiss umgeben von rostigem Stahl, der eine Reminiszenz an die Geschichtete des heutigen Phoenix-Sees ist, da dort früher ein Stahlwerk stand.
Die meisten Bilder wirken dokumentarisch, auch wenn manche wie beispielsweise die beiden Arbeiten „Wartende 1“ und „Wartende 2“ stark digital bearbeitet wurden. Eine Besonderheit in der Ausstellung ist das Tryptychon „Containing I, II, III“. Die drei Bilder bestehen aus einer Collage von Papierschnipseln, die in einem weiteren Schritt übermalt wurden. Ein sehr surreal wirkender Blick aus dem Atelier der Künstlerin in der Nordstadt.
Zu dieser Ausstellung gibt es zwei Sonderveranstaltungen:
1. Performance und Konzert
Sonntag, den 29.11.2015 von 15.00 – 17.00 Uhr
Reihe für Reihe wird die Grafik eines Fensters systematisch, wie durch einen Druckkopf von Marika Bergmann auf orange-farbenem Planenstoff ausgelegt. Es entsteht während der ca. eineinhalbstündigen Musikperformance aus Loops und Klangelementen über Gitarre und Verstärker der Gruppe [MULTER] ein »Fensterbild«.
Untergegangenes, Untergründiges und Unsichtbares – Allgegenwärtiges.
2. Lesung mit Klangperformance
Sonntag, den 06.12.2015 von 15.00 – 17.00 Uhr
Ein eineinhalbstündiger Wort- und Klangbeitrag. Die Künstlerin setzt mit ihren szenischen Kurzgeschichten aus dem U und der Dortmunder Nordstadt ein Pendant zu ihren Bildern. Eine Begegnung mit dem pensionierten Stahlarbeiter Dietrich, der frechen Göre aus der Nordstadt, gefährlichen Ameisen und der mitreißenden Bewegung von wallendem Bier in den modernen Lichtfenstern hoch oben am U. Der Betrachter der Ausstellung »Fensterbilder« erlebt mit der Autorin Marika Bergmann Geschichten und Klang-Stimmungen im Lese-Klang-Projekt von Marika Bergmann und [MULTER].
Horst Wegener zeigt einige seiner Arbeiten im Torhaus.
Die neue Ausstellung im Dortmunder Torhaus Rombergpark lautet „Rolling stones“. Sie hat aber nicht mit Musik zu tun, sondern es dreht sich alles um die Arbeiten von Horst Wegener. Seine Steinskulpturen spielen sehr oft das Thema „Bewegung“.
50 Kilo können sehr schwer sein. Vor allem, wenn man sie in den Ausstellungsraum des Torhaus Rombergpark hieven muss. Aber Horst Wegener arbeitet halt mit Stein. Und er bearbeitet sie künstlerisch. So entwickelt der schwere Stein eine Leichtigkeit und Beweglichkeit. Das ist vor allem in seinen Automodellen zu sehen. Sein „Meisterwerk“, wie Wegener seinen Porsche aus Carrara Marmor nennt, überzeugt durch die Schönheit der Form. Wegener zeigt aber auch die Kehrseite, in dem er einen Porsche mit Unfallschaden aus Marmor schafft. Das Auto scheint irgendwo vor einer Laterne gefahren zu sein, zerstörte Motorhaube und andere Beschädigungen sind herausgearbeitet.
Auch andere Modelle von Autos sind zu sehen wie ein VW-Käfer (mit abnehmbaren Dach), ein eine Isetta, ein Chevrolet und ein Trabbi. Letztgenanntes stand im Garten und trägt Spuren der Naturrückeroberung. Das macht die Arbeit aber noch spannender, ähnlich wie ein von Moos überwachsender Manta, den der Künstler auch noch entzwei gehauen hat. Es könnte auch der Grabstein eines vergessenen Manta-Liebhabers sein.
Währen die Modelle (es gibt noch ein Kofferradio oder ein Motorradfahrer zu sehen) eher aus dem Bauch heraus entstehen, gibt es noch die „Werke des Verstandes“. Hier löst sich der Künstler vom gegenständlichen und modellhaften und arbeitete stark abstrahiert. Im Zentrum der Ausstellung ist die Arbeit „Cubus“. Eeine Kugel ist in einem Kubus gefangen. Wie kommt die Kugel dort hinein? Ist es die Kugel des Glücks, die mal hierhin oder dorthin rollt? Oder muss das Runde eben ins Eckige?
Eine besondere Arbeit ist der „Global Buddha“. Der Buddha ist über den globalen Handelsweg zu uns gekommen. Er steckt noch in seiner Versandkiste und kann mittels Bindfaden und Rollen überall hingefahren werden.
Öffnungszeiten des Torhaus Rombergparks:
dienstags bis samstags 14 bis 18 Uhr
sonntags und feiertags 10 bis 18 Uhr.
Opulente Farbenwelt
Mit Dr. Helga janzen hat Davoud Sarfaraz für den Katalog interviewt.
Die Ausstellung „Kuss auf wachen Nerv“ zeigt eine Auswahl von Bildern des Dortmunder Künstlers Davoud Sarfaraz vom 27. September bis zum 18. Oktober 2015 im Torhaus Rombergpark. Sarfaraz kam 1986 aus dem Iran nach Deutschland und lebt seit 1995 in Dortmund.
Sarfaraz begann 1976 in Teheran an der Kunstakademie zu studieren und arbeitete danach als Illustrator für Kindersendungen im Fernsehen. Seine künstlerischen Arbeiten begannen in Deutschland.
In seinen ältesten Bildern ab 1989 beschäftigt sich der Künstler stark mit Farbstudien. Die Menschen auf seinen Bildern sind zwar figurativ, aber auch schon abstrahiert. Die Motive stammen überwiegend aus dem leben in den iranischen Dörfern. Einige Werke aus dieser Phase sind auch in der Ausstellung zu sehen.
Danach folgte eine melancholische Phase, die mit dem Verlust der Heimat zu tun hat. Die Farben wurden dunklerer. Erst Ende der 90er Jahre kehrt die Farbigkeit wieder zurück. Sarfaraz entdeckt die dazu die Abstraktion. Manche seiner Werke hat der Künstler in separate Fenster aufteilet, so dass eine Art Kaleidoskop entsteht. Er arbeitet auch viel mit Ornamenten und schlägt somit eine Brücke von Ost nach West.
„Ich muss bei jedem Bild mein Inneres spüren“, so der Künstler über sein Arbeiten. „Ich komme beim Malen mit meiner eigenen Vergangenheit in Verbindung. Kunst ist nicht nur Dekoration.“
So kann der Titel „Kuss auf wachem Nerv“ bedeuten, dass der Künstler wach und bereit ist, den Musenkuss zu empfangen.
Zu dieser Ausstellung ist auch ein Katalog mit Farbtafeln, Textbeiträgen und einem Interview mit dem Künstler erschienen.
Ulla Kallert neben ihrem Bild „Wintertage in der Nordstadt“
Fotos erzählen Geschichten. Familienfotos erzählen Familiengeschichten, sie zeigen aber auch den Zeitgeist der Zeit, in der sie aufgenommen wurden. Die Künstlerin Ulla Kallert ist einen Schritt weiter gegangen und hat einige Familienfotos malerisch neu interpretiert. Es sind keine 1:1 Kopien, sondern Sichtweisen der Malerin. Die Ausstellung „212 Schritte hinter’m Bahnhof“ im Torhaus Rombergpark ist vom 30. August bis zum 20. September 2015 zu sehen.
Wohin kommt man, wenn man 212 Schritte hinter’m Bahnhof geht? In die Lessingstraße 76. Nicht nur das Geburtshaus von Ulla Kallert, sondern auch ihres Vaters. Doch die Inspiration, eine Serie mit Bildern von Familienfotos zu machen, stammt von ganz woanders her. Von einem Horrorfilm. „Angefangen hat es mit dem Film „Die Vögel“ von Hitchcock. Die Spannung in den Szenen hat mich dermaßen angekickt, dass ich vor dem Fernseher fotografiert habe. Die ersten drei Bilder sind nach dem Film entstanden. Bei einem Bild habe ich gedacht: Das ist wie in einem Familienbild von mir. Und dann habe ich mir meine Familienfotos angesehen“, erzählt die Künstlerin.
Die Bilder zeigen überwiegend Familienszenen aus den 60er Jahren, nur eins ist älter und erzählt eine besondere Geschichte: Das Kommunionsbild von Kallerts Vater mit dem Titel „Das Oberhaupt war auch mal klein.“ Dieses Bild berührt die Künstlerin sehr: „Ich war sehr betroffen, als ich das Foto jetzt nochmal betrachtet habe, weil ich gesehen habe, was für liebe Züge in dem Jungengesicht sind. Mein Vater war im Weltkrieg in russischer Gefangenschaft und der Krieg hat ihn so verändert, dass die ganze Familie darunter zu leiden hatte. Er war natürlich schwer traumatisiert.“
Fotos aus dieser Zeit sind in der Regel Schwarz-Weiß. Doch Kallerts Bilder haben leuchtende Farben. „Das ist für mich überhaupt kein Problem, da ich seit 25 Jahren eher Farbmalerin bin. Ich mache auch Ausflüge ins Figürliche, aber mein Schwerpunkt war immer Farbe, Komposition und Farbstimmung“, so die Künstlerin über ihre Arbeitsweise. Zudem ist für Kallert die Atmosphäre eines Bildes wichtiger als die originalgetreue Wiedergabe. „Da habe ich manchmal ein wenig gemogelt. Beispielsweise in einem Bild, auf der meine Schwester mit ihren Freundinnen zu sehen ist, habe ich meiner Schwester Ernst ein-gehaucht. Auf dem Foto lacht sie wie die anderen, aber es war mir nicht möglich sie so zu malen. Das wäre für mich nicht stimmig gewesen“, verdeutlicht Kallert.
Zwei Jahre hat die Künstlerin an dieser Serie gearbeitet, von denen 16 Werke in der Ausstellung zu sehen sind. Dadurch, dass die Gesichter nicht fotografisch genau ausgemalt sind, sind die Personen auf den Bildern nicht mehr allein Familienmitglieder, sondern erzählen vom Zeitgeist der 60er Jahre wie den ersten Urlauben oder Familienfesten.
Ulla Kallert
212 Schritte hinter’m Bahnhof
30. August bis 20. September 2015
Torhaus Rombergpark
Öffnungszeiten;
dienstags bis samstags 14 bis 18 Uhr
sonntags und feiertags 10 bis 18 Uhr
Kein Schubladendenken
Alexander Pohl neben seinem Objekt „37 DRP 55“, Mixed Media auf Leinwand, 2015
Die Galerie Torhaus Rombergpark zeigt vom 02. bis 23. August 2015 Malerei und Objekte von Alexander Pohl. Die 23 ausgestellten Arbeiten sind eine Werkschau von Pohls Schaffen der vergangenen 20 Jahre. Zu sehen sind dabei Pohls Faszination von Alltagsgegenständen sowie von Schubladen.
Dem Künstler jedoch Schubladendenken vorzuwerfen, wäre völlig verkehrt. Denn Pohl benutzt die Schubladen als idealen Rahmen für seine Kunstobjekte. Natürlich kommt nicht jede Schublade in diesen Genuss, für diesen Zweck muss sie handgefertigt sein, also keine Chance für Massenware.
Das zentrale Objekt in der Mitte des Ausstellungsraum heißt „Raumstation“ und ist von 2015. Hier betreibt Pohl ein künstlerisches Upcycling von Alltagsgegenständen und anderen skurrilen Dingen. Es finden sich auch die erwähnten Schubladen wieder. 24 kleinere Objekte sind in einzelnen Fächern untergebracht und befinden sich in einer Art rundem Präsentationsständer, den man tatsächlich drehen kann. Hier befinden sich eine uralte Munitionskiste ebenso wie eine alte Telefonwählscheibe, die für Jugendliche vermutlich antik wirkt oder eine Werbung für „Telecult Power“, eine Werbung aus den 70ern für Blödsinn, um den Leute das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Um die „Raumstation“ befinden sich weitere Arbeiten. Neben Schubladen dienen auch alte Styroporverpackungen von technische Geräte zu Pohls bevorzugten Materialien. Gleich zwei dieser Objekte dienen als Satelliten. „Hi Ho Silver Satelit“ irritiert die Besucher vielleicht, weil sie aussehen, als wären sie aus Metall. Doch der leiseste Windhauch zeigt, dass die beiden Objekte aus einem wesentlich leichteren Material sein müssen. Aus diesem Verpackungsmaterial schafft Pohl auch dreidimensionale „Stadtpläne“ wie das Werk „Termessos“ zeigt. Hier bilden unterschiedliche Styroporverpackungen eine Anmutung einer antiken Ruinenstadt samt Amphitheater.
Stadtpläne scheinen Pohl ebenfalls zu faszinieren. Seine Acrylbilder „Besançon“, „Eguisheim“, „Cernay“ und „Belford“ sind keine realen Stadtpläne, sondern sind eher expressionistische Ergebnisse von Standrundgängen.
Sehr persönlich wird es beim Objekt „Die Beine meiner Mutter“ aus dem Jahre 2008. Hier thematisiert Pohl die Flucht seiner Mutter aus Danzig, die vor den Bomben geflohen ist sowie die Mangelernährung, durch der sie letztendlich krank geworden ist und ihre Beine verloren hatte. So symbolisiert das fluoreszierende Brot nicht nur die Phosphorbomben, sondern auch die schimmeligen Lebensmittel, die die Menschen damals essen mussten.
Alexander Pohl, „Hi Ho Silver Satelit“, 2015, 20 x 17 cm
Alexander Pohl, „Termessos“, 2015, Schubladenobjekt, 80 x 79 x 15 cm
Alexander Pohl, „Belfort“, 2012, Acryl auf Leinwand, 200 x 200 x 4 cm.
Alexander Pohl, „Die Beine meiner Mutter“, 2008, Objekt/Installation
Fantasiereise nach Bilderbü
So sieht eines der Fahrzeug in Groß aus. Fotografiert bei den Herstellungsarbeiten.
Vom 05. bis 26. Juli 2015 zeigt das Torhaus Rombergpark die Ausstellung „Auf nach Bilderbü“ von Claudia Terlunen, Sabine Held und Silvia Liebig. Ihre imposanten Fahrzeuge aus Pappe laden die Besucher auf eine fantasievolle Reise ein.
Der Titel „Auf nach Bilderbü“ erinnert sofort an die Kinderbücher „Wir Kinder aus Bullerbü“ von Astrid Lindgren. Hier skizziert die schwedische Autorin eine fast schon naiv-romantische Sicht von Gesellschaft und Natur.
In diese zivilisationsferne und glückliche Gesellschaft gelangt man mit den Fahrwerken, die aus Pappe, Karton und anderen zerbrechlichen Materialien konstruiert wurden. Sie sind größer als ein Modell und erreichen imposante Ausmaße.
Doch fahrtüchtig sind sie nicht. Sie sind genauso weit von der Funktionalität entfernt wie „Bullerbü“ von der Realität. Daher sind die Fahrzeuge nur in der Fantasie benutzbar wie eben Bullerbu nur als Utopie existiert.
Ebenfalls am 05. Juli 2015 wird ein besonderer Kunstrundgang im Rombergpark eröffnet: „De la Somme au Ruisseau Rouge“ 19 Künstler aus Amiens und Dortmund präsentieren zusammen 44 Werke. Statt in einer Galerie können Sie die wetterfesten Farbdrucke auf einem ca. 1 km langen Rundweg vom Roten Bach zur Lindenallee bewundern.
Eröffnung der Ausstellung:
Sonntag, 05. Juli 2015, 11.00 Uhr
Öffnungszeiten:
dienstags bis samstags: 14.00 – 18.00 Uhr
sonn- und feiertags: 10.00 – 18.00 Uhr
Eintritt frei
Emotionale Farben
Die Künstlerin Hadijah Nassanga neben ihrem Selbstportrait.
Die Künstlerin Hadijah Nassanga zeigt vom 07. Bis zum 28. Juni 2015 in der Galerie Torhaus Rombergpark ihre Arbeiten unter dem Titel „Mother Love“. In ihren farbenfrohen Arbeiten beschäftigt sie sich mit afrikanischen Themen.
Schon vor etwa 1 1/2 Jahren berichtete Ars tremonia über eine Ausstellung von Nassanga in der Artothek. Ihre farbenfrohen Bilder aus dem afrikanischen Leben bleibt zwar ihr Hauptwerk, doch die Künstlerin hat sich weiter entwickelt und arbeitet mit verschiedenen Materialien wie Sand, Mischtechniken oder sie geht in eine abstrakte Richtung.
Was ebenfalls geblieben ist, ist die starke Bezugnahme auf Symbole. Segnungen, Flüche und Bürden sind ein häufiger Aspekt in ihren Bildern. Ebenso stark vertreten sind die Bilder mit Familienbezug.
Die Farben haben eine starke emotionale Bedeutung für Nassanga. So steht ein lila Kopftuch einer Mutter laut Nassanga „für eine Opferfarbe. Obwohl sie viel erträgt, gibt sie auch viel zurück.“ Besonders markant tritt die Farbsymbolik in ihrem Selbstportrait zu Tage. „Meine Seele ist blau“, erklärt die Künstlerin ihre Gesichtsfarbe auf dem Bild. Meine Augen habe ich grün gemalt, weil ich ein Mensch bin, der glaubt, dass irgendwo immer noch ein Licht ist.“
Nassanga hat sich in der vergangenen Zeit mit anderen Techniken in ihrer Malerei beschäftigt. So hat sie in ihrem Urlaub in Uganda die Kunst der Sandmalerei gelernt. In der Ausstellung sind einige eindrucksvolle Arbeiten zu sehen.
Hat Nassanga früher ausschließlich gegenständlich gemalt, probiert sie nun andere Formen aus. „Ich gehe etwas in die abstrakte Richtung. daran habe ich lange gearbeitet. Es gab eine Zeit, da ging es mir nicht so gut. Durch die abstrakte Malerei konnte ich meine Gefühle besser ausdrücken.“
Petra Eckardt, „Frauen aus Vechta“, Acryl, Zwirn auf Leinwand, 100×80 cm
Die Ausstellung „wider die verderbliche Gleichförmigkeit“ von Petra Eckardt in der Galerie Torhaus Rombergpark vom 10. bis 31. Mai 2015 zeigt ungewöhnliche Arbeiten der Künstlerin. Hat sie überwiegend abstrakt gemalt, besteht der Großteil der ausgestellten Werke aus figurativen Motiven und einer Begeisterung für textile Stoffe.
Das traditionelle japanische Kleidungsstück, der Kimono, hat es der Künstlerin besonders angetan. Die unterschiedliche Farbigkeit, der klassische Schnitt, steht in mehreren Werken im Mittelpunkt. Auch in der japanischen Kultur ist Kimono nicht gleich Kimono, denn es gibt für verschiedene Anlässe unterschiedlichen Kimonos. Der Kimono wird nicht nur von Frauen getragen, es gibt aus Männer-Kimonos. Darüber hinaus beschäftigt sie sich auch mit weiteren Details der traditionellen japanischen Mode wie Gürtel oder Schuhe. Textil und Malerei verbinden sich zu einem Bildobjekt.
Aus Keramik sind die weiblichen Torsi, die die Weiblichkeit der Kimonos unterstreichen sollen.
Das Thema „Textil“ geht in der Reihe „Erbstücke“ weiter. Hier verarbeitet Eckardt den Rapport alter Leinwandstoffe durch Übermalen. In der Arbeit „Frauen aus Vechta“ geht sie in den Raum, hier hat die Künstlerin nicht nur die Farbe weggenommen, sondern die Pinselstriche durch Fäden ersetzt.
Mit dem abstrakten Bild „explosiv“ ist ein Beispiel ihres künstlerischen Schwerpunkts zu sehen. Dominierend ist dabei ihre Lieblingsfarbe Rot.
Öffnungszeiten der Galerie Torhaus: dienstags bis samstags 14 – 18 Uhr, sonntags und feiertags 10 – 18 Uhr.
Petra Eckardt, „explosiv“, Acryl auf Leinwand, 100×80 cm
Petra Eckardt, „männlicher Kimono“, Bildobjekt, 120×135 cm
Petra Eckardt, Torsi aus Keramik, 40 cm
Die Faszination der Transformation
Künstler Mathias Schubert vor einem seiner Mündungsbilder.
Mündungsgebiete sind für den Künstler Mathias Schubert Orte der Veränderung. Hier findet der Übergang zwischen fest und flüssig statt. Die Ausstellung in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark zeigt vom 12. April bis zum 05. Mai 2015 zwölf Werke, davon drei Drucke und neun Ölgemälde.
Wenn Flüsse ins Meer fließen, verändert sich die Landschaft. Etwas, was Mathias Schubert fasziniert. „Es ist Zustände, die sich verändern, Vergangenheit trifft Zukunft“, erklärt der Künstler. Seine Bilder mäandern zwischen Abstraktion und konkreter Malerei, bleiben aber überwiegend abstrakt. Sie zeigen ihre Bedeutung nicht auf dem flüchtigen Blick, sondern der Betrachter muss sich Zeit lassen, die einzelnen Teile wie bei einem Puzzle zu einem Bild zusammenzufügen. Daher vergibt Schubert auch keine Titel für seine Bilder, denn der Betrachter sollte sich unvoreingenommen mit den Bildern beschäftigen.
Eine weitere Besonderheit von Schubert ist, dass er seine Ölfarben selber zusammenmischt. Dadurch kann er – anders als bei gekaufter Tubenfarbe – farbliche und malerische Experimente ausprobieren, wie beispielsweise durch das Trocknen der Strukturen ein dreidimensionales brüchiges Relief zu bekommen.