Von der Natur in der Kunst umarmt

Ausstellung von Birgit Brinkmann-Grempel im Torhaus Rombergpark

Wenn man aus dem Grün und dem Blühen des Rombergparks kommend die enge Stiege im Torhaus Rombergpark erklommen hat, öffnet sich der Blick in den hellen und freundlichen Ausstellungsraum und dieses Mal in die Weite der Natur mit den Werken der Künstlerin Birgit Brinkmann-Grempel.



Luftig und bewegt im Raum schweben und kreisen Stoffbahnen in den Farben der Natur, hergestellt auch mit Sonnenlicht. Und in der Tat, man fühlt sich umarmt, wie es der Ausstellungstitel verspricht. An diesem Morgen, zur Eröffnung der Ausstellung, noch einmal ganz besonders, denn das Tanzduo „Dosadeux“ greift die Arbeiten der Künstlerin auf und tanzt um und mit den Stoffbahnen, es fühlt sich an wie Himmel und Erde, die aufeinandertreffen, Kontakt aufnehmen und sich letztlich ebenfalls umarmen.

Birgit Brinkmann-Grempel und Klaus-Otto Bracke. (Foto: (c) Martina Bracke)
Birgit Brinkmann-Grempel und Klaus-Otto Bracke. (Foto: (c) Martina Bracke)

Neben den Stoffbahnen präsentiert die Künstlerin noch weitere Werke, z. B. auf Holz. Sie arbeitet mit Siebdruck, Tusche und auch Pyrographie. Das heißt, dass mit Absicht Löcher eingebrannt werden. Es mutet wie gestickt an, doch es ist ausgebrannt. Insofern ist auch das, was nicht da ist, von ihr gewollt und gemacht, wie Klaus-Otto Bracke von der Galerie Spitzbart & Bracke aus Essen in seiner Einführung hervorhebt.

Insgesamt eine sehr harmonische Vernissage mit zahlreichen Gästen, „melancholischen Glücksgefühlen“ und mindestens schon einem verkauften Werk. Eine Ausstellung, die gern als Teil der Natur des Rombergparks noch bis zum 03. Mai besucht werden kann.

Torhaus Rombergpark, Am Rombergpark 65, jeweils dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Wer mehr von Birgit Brinkmann-Grempel sehen möchte, kann dies in einer weiteren Ausstellung tun, die derzeit parallel läuft. Ihre „Vier Wege zur Stille“ werden noch bis zum 17. Mai in der Marienkirche in der Innenstadt gezeigt.




Trialog mit dem Domino

"Irrlicher" vom Künstlerinnenensemble "Triple B" (Beringer, Brinkmann-Grempel, Ring).
„Irrlicher“ vom Künstlerinnenensemble „Triple B“ (Beringer, Brinkmann-Grempel, Ring).

Seit anderthalb Jahren bilden Susanne Beringer, Birgit Brinkmann-Grempel und Barbara Ring das Künstlerinnenensemble „Triple B“. Hier erarbeiten die drei Künstlerinnen gemeinsam Werke, die zwischen künstlerischer Individualität und künstlerischem Miteinander liegen. Zu sehen sind aktuelle Arbeiten unter dem Titel „Das Dominokonzept“ in der Galerie Dieter Fischer im Depot, die vom 07.10. bis 23.10 2016 läuft.

Schon in der Ausstellung „von Burgen und Fräulein“ im Torhaus Rombergpark präsentierten sie ihre Spezialität: drei individuelle Einheiten verschmolzen zu einem Ganzen. Jede Künstlerin bearbeitete eine Acrylplatte und daraus entstand eine Einheit oder besser gesagt, eine Dreiheit. Die Durchsichtigkeit ermöglichte es dem Betrachter die Figuren aus unterschiedlichen Positionen zu betrachten. Der Sockel ermöglicht es sogar die einzelnen Platten zu verschieben.

Von diesen Arbeiten sind auch einige in der Ausstellung in der Galerie Dieter Fischer zu sehen. Doch die drei Künstlerinnen haben sich auch weiterentwickelt. Wie Forscherinnen arbeiet sie an neuen Strukturen wie dem Würfel oder konzentrieren sich auf kleinformatige Arbeiten (20×20 cm). Diese kleinen Quadrate werden wie Dominosteine kombiniert. Einem Anlageprinzip folgend reagiert ein Dominostein auf den anderen. Sei es formal, inhaltlich oder farblich. Auch wird darauf geachtet, dass alle drei Beteiligten mit der gleichen Anzahl von Ebenen vertreten ist, quasi eine gerechte Kombination.




Aufeinander abgestimmt

"Von Burgen und Fräulein /romantisch". Beringer, Brinkmann-Grempel und Ring
„Von Burgen und Fräulein /romantisch“. Beringer, Brinkmann-Grempel und Ring

Es ist nicht das erste Mal, dass Susanne Beringer, Birgit Brinkmann-Grempel und Barbara Ring zusammenarbeiten. Unter dem Namen „DominArs“ haben sie bereits 2015 im Frauenmuseum Bonn ausgestellt. Für das Torhaus Rombergpark wählten die drei Künstlerinnen den passenden Ausstellungstitel „Von Burgen und Fräulein“ und zeigen insgesamt 24 Arbeiten. Die Ausstellung ist vom 08. bis zum 25. Mai 2016 zu sehen.

„Von Burgen und Fräulein“ wartet mit einer Besonderheit auf. Denn die Künstlerinnen haben nicht nur ihre „eigene Ecke“, in der sie eigene Werke zeigen, sondern im Mittelpunkt stehen Exponate, die Behringer, Brinkmann-Grempel und Ring gemeinsam erarbeitet haben. Dabei sind sie nach dem „Dominoprinzip“ vorgegangen: Jede Nachfolgerin baute auf der Arbeit der Vorgängerin auf. Das bedurfte einiger Vorgaben wie Farbwahl, Format, so dass erst ein gemeinsame Prozess entstehen konnte. Denn die Fragmente auf Plexiglas können nur dann eine Einheit werden, wenn jede Künstlerin sich für das Ganze zurück nimmt und alles aufeinander abgestimmt wird. So werden figurative und abstrakte Platten geschickt miteinander kombiniert. Die gemeinsamen Arbeiten haben mehrere Wochen gebraucht, denn die verschiedenen Prozesse wie Farbtrocknung dauern unterschiedlich. Die Künstlerinnen, die sich von der BKK Ruhrgebiet her kennen, haben sich Fotos geschickt.

In den Arbeiten, die das Torhaus und das (nicht mehr existierende) Schloss zum Thema haben, rückt die altertümliche Architektur und das geheimnisvoll-romantische des Ortes in den Vordergrund. Die „Fräulein“ sind figürlich und zeigen Emotionen und Befindlichkeiten.