Menschen und Tiere im Mittelpunkt

Das Bild von Susanne Schütz zeigt kein Fabelwesen, sondern symbolisiert eine bockige Frau.
Das Bild von Susanne Schütz zeigt kein Fabelwesen, sondern symbolisiert eine bockige Frau.

Vom 27. März bis zum 19. April 2015 präsentiert die Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund die erste Einzelausstellung der Depot-Künstlerin Susanne Schütz. Neben ihren Öl- und Acrylbilder zeigt sie auch noch vier Plastiken. Die Vernissage ist am 27. März von 19 bis 21 Uhr.

„Ich lade in meinen Kopf ein“, erklärt Susanne Schütz und ergänzt, „es ist eine intime und persönliche Ausstellung.“ Ihre Bilder zeigen teils Alltagsszenen, teils haben die Bilder eine allegorische oder symbolische Bedeutung. Eine Wand ist Tier- und Menschenkindern gewidmet.

Die alten Meister bewundert Susanne Schütz. „Darüber hinaus bin ich Fan vom Symbolismus und vom Fin de siècle“, erklärt sie. Beides waren Kunstrichtungen, die zwischen 1880 und 1910 ihren Höhepunkt hatten.

In manchen Bildern finden sich Elemente wieder, die durchaus im Fantasy-Genre spielen könnten. So zeigt ein Bild eine Frau mit einem Bockshorn. Doch es steht nicht für eine Fantasy-Figur, sondern für eine Visualisierung des Begriffes „bockig“.

Ihre Bilder sind in unterschiedlichen Formaten. Ebenfalls eine bewusste Entscheidung der Künstlerin. „Ich spiele mit den Formaten.“

Neben den Bildern und den Plastiken bespielt Susanne Schütz den gesamten Ausstellungsraum. Dazu gehört ein Blumenarrangement, wie es niederländische Meister als Motiv für ihre Bilder benutzt haben sowie der Herzschlag der Künstlerin als akustische Begleitung.

Galerie Dieter Fischer

Immermannstraße 29

44147 Dortmund

Geöffnet Mittwoch, Freitag und Sonntag 12 bis 18 Uhr.




Museum Ostwall wünscht „Angenehmen Aufenthalt“

Pol Bury, Plans mobile, 1953, Hartfaserplaten auf Metallachse.
Pol Bury, Plans mobile, 1953, Hartfaserplaten auf Metallachse.

Das Museum Ostwall durchforstete seine Depots und förderte eine Anzahl von Kunstwerken hervor, die eine lange Zeit nicht zu sehen waren. Die Arbeiten stammen aus den 50er bis 70er Jahren und bieten einen frischen Blick auf die moderne Kunst der damaligen Zeit. Die Ausstellung ist bis zum 30. August 2015 in der 4. und 5. Etage zu sehen.

Die Ausstellung ist nach Räumen gegliedert und bietet dort verschiedene Schwerpunkte. So ist ein Raum dem Thema „Licht und Bewegung“ gewidmet. Hier sind Werke der „Gruppe Zero“ ausgestellt, in der Einflüsse des Zen-Buddhismus sichtbar sind. Wichtige Elemente sind Farb- (Weiß) und Formgebung (Kreis). Zu sehen sind unter anderem der „Lichtgeist“ von Otto Pienes oder Raimund Girkes „Weiß-Raum“. Feurig hingegen ist Bernard Aubertins „Tableau Feu“, das gespickt ist mit Streichhölzern.

Bunter wird es im Raum „Form und Farbe“. Erstmals im Dortmunder U ist eine Arbeit von Alfonso Hüppi zu sehen, die eine Wechselwirkung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität erzeugt. Sehr farbenfroh und im typischen Stil der 70er Jahre sind die Siebdrucke von Roland Altmann und Viktor Vaserely.

Portraits spielen in der Kunst eine wichtige Rolle. Andy Warhol und Ketty La Rocca haben sich Marilyn Monroe ausgesucht, während sich HA Schult und Milan Knizal selbst in den Mittelpunkt stellen. Entmenschlicht ist der „Egozentriker“ von Konrad Klapheck und sehr gemütlich wirkt die Skulptur „Freundin Inge am Wannsee“ von Renate Goebels.

Zwei Räume sind bestimmten Künstlern gewidmet. Im ersten Raum lernen die Besucherinnen und Besucher die Intermedialität von Dick Higgens kennen, der aus Text, Bildern und Improvisation hochkomplexe Performances schuf. Seine Handlungsanweisungen sehen aus wie geometrische Muster, sollten aber den Schauspielern Hinweise geben, wie sie sich zu bewegen haben.

Zum 20. Todestag bekommt Fluxuskünstler Al Hansen ebenfalls einen eigenen Raum. Vor allem seiner Obsession mit der Figur der „Venus“ nimmt den größten Teil des Raumes ein. Hansen arbeitete viel mit dem Material der Wegwerfgesellschaft. Daher sind seine Arbeiten oft aus Streichhölzern, Pralinenpapier und ähnlichem.

Das Grafikkabinett zeigt „Menschenbilder“ mit Werken sowjetischer Künstler aus dem 1960er Jahren. Die ausgestellten Künstler wie beispielsweise Ilja Kabakow oder Anatol Brusilowskij gehörten zu den sogenannten „Non-Konformisten“, die sich mit dem Ideal des sozialistischen Realismus nicht anfreunden wollten. In ihren Arbeiten ist ein Mix aus Dadaismus, Expressionismus oder Surrealismus zu entdecken.

Offene Angebote für Kinder und Jugendliche

Ergänzend zum Kunst-Set für Kinder erscheint als weiteres offenes und kostenfreies Angebot ein Fluxus-Kartenset für Jugendliche. Handlungsanweisungen auf Fluxus-Werkkarten und -Jokern laden interessierte Jugendliche ein, die Kunstrichtung Fluxus durch eigenes Handeln kennenzulernen.

Ermöglicht wird das Fluxus-Kartenset durch die großzügige Unterstützung der Freunde des Museums Ostwall, der DEW21 und der Sparkasse Dortmund.




Der frühe Vogel lockt ins Unionviertel

Nein, Sie müssen nicht etwa um 8 Uhr aufstehen, dennoch gibt es Vieles zu entdecken beim ersten Rundgang durch das Unionsviertel in diesem Jahr am 21. März: Ausstellungen, Versteigerungen, Schmuck und Orakel finden sich an überraschenden, meist unerwarteten Orten, deren Türen ab 14 Uhr neue Perspektive eröffnen.
Es gibt zwei Varianten, sich in dieses kleine Abenteuer zu begeben: zum einen individuell mit dem Plan des Flyers in der Hand und einem offenen Blick durch die Straßen des Viertels streifend, mal hier mal dort einkehrend mit einer Pause im Straßen- oder Hofcafe, oder unter ortskundiger Leitung; so kann man sich dem geführten Rundgang von Martini und Helga Beckmann anschließen. Manche Geschichten und überraschende Begegnungen liegen hier bekanntlich auch zwischen den einzelnen Spielorten, in den Erzählungen über das Unionviertel und seinen stetigen Wandel. (Treffpunkt der Führung: 14 Uhr am Haupteingang des Dortmunder U).

Einige Beispiele aus dem Programm: „Emerging artists“ in der zweiten Etage im Dortmunder U zeigen junge Künstler (wir berichteten), im Dortmunder Kunstverein (neben dem Dortmunder U) lässt sich gut entspannen. „Snoezelen“ heißt der Begriff (wir berichteten). Im Strassencafé an der Rheinischen Straße gibt es nicht nur Kaffee, sondern auch eine „Piepschau“, Vögel und Vogelähnliche in unterschiedlichen Farben und Formen. Gorkis Welt der Wunder (Kurze Straße 30) präsentiert ein polnisches Orakel.

Die Galerie 143 an der Rheinischen Straße 143 präsentiert Sven Piaydas Ausstellung „New pictures from outer rim“ (wir berichteten). Die Urbanisten veranstalten einen „Tanz auf den Ruinen“ und eröffnen ihre neuen Büroräume an der Rheinischen Straße 137. Die Urbanisten versuchen alten Sachen ein neues hochwertigeres Leben einzuhauchen.

Mehr Infos und den Programmflyer gibt es hier.




Ausstellung für Tiere

Die Kunstwerke der Kinder hängen hoch genug für Hunde und Katzen.
Die Kunstwerke der Kinder hängen hoch genug für Hunde und Katzen.

Was würden Tiere wohl für eine Ausstellung entwickeln, wenn sie denn könnten (oder wollten)? Bei der Musik sind die Forscher schon einen Schritt weiter und haben eigene Musik für Katzen komponiert, die gut angekommen ist und darauf basiert, dass sie unter anderem eine Oktave höher ist, als für uns Menschen. Aber was ist mit bildender Kunst?

In drei Kunstkursen mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 4 und 14 Jahren greift das Museum Ostwall im Rahmen seiner Wechselausstellung „Arche Noah. Über Tier und Mensch“ in der Kunst die grundlegende Idee einer Ausstellung für Tiere auf. Welche Erfahrungen unsere Kursteilnehmer bei der Wiederaufnahme der Idee der Künstler Roth und Hamilton machten und welche »Kunstwerke« sie sich für Hunde, Katzen, Vögel, Eichhörnchen, Füchse oder andere Tiere in der Stadt haben einfallen lassen, ist in der Ausstellung für Tiere auf dem
Vorplatz des Dortmunder U bis zum 19. April 2015 selbst entdecken.




Zweite Etage im U präsentiert junge Künstler

Ein Foto mit gruseligem Charakter: Timo Klos, "The living dead", 2015
Ein Foto mit gruseligem Charakter: Timo Klos, „The living dead“, 2015

Bis zum 06. April 2015 zeigt die UZWEI, die Etage für kulturelle Bildung, Arbeiten von elf Künstlerinnen und Künstlern, die Absolventen der TU oder FH Dortmund sind. Die „Emerging Artists“, so der Titel der Ausstellung, bekommen aber nicht nur die Chance gezeigt zu werden, sondern es gibt Weiterbildungsworkshops, einen Portfoliotag und Kinder- und Jugendworkshops.

Die elf Künstlerinnen und Künstler zeigen sehr unterschiedliche Dinge. Angefangen von skurril wirkenden Maschinen, über Malerei bis hin zu Fotografie. Zu zeigt Nemo Nonnenmacher Fotos von schlafenden Chinesen. Nonnenmacher war 2014 für ein Semester an der staatlichen Kunstakademie Xi’an. Seine Bilder setzen dem Klischee des Gleichförmigen im chinesischen Leben eine Individualität entgegen. Auch im hochtechnologischen modernen China ist Platz für eine Ruhepause.

Steffen Jopp zeigt Drucke. Er versucht die Materialgrenzen auszureizen, um spannende visuelle Effekte zu erzielen.

Ein Bild von Timo Klos wird den Besuchern sicherlich einen gruseligen Schauer über den Rücken jagen. Das Bild „The living dead“ zeigt eine Schulklasse von Grundschülern aus dem Jahre 1895, die aber alle die Augen geschlossen haben, als ob sie tot seien. Die Nachbearbeitung von Klos ist perfekt und so kommt einem das berühmte Filmzitat aus „The sixth sense“ in den Sinn: „Ich sehe tote Menschen.“

Mit dabei sind: Ida Andrae, Annette Bohn und Anneke Dunkhase, Lea Carla Diestelhorst, Jascha Fidorra, Rokas Jankus, Steffen Jopp, Eisenhart Keimeyer, Timo Klos, Nemo Nonnenmacher und Malte Schürmann.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Dienstags und Mittwochs: 11.00 – 18.00 Uhr
Donnerstags und Freitags: 11.00 – 20.00 Uhr
Samstags, Sonntags und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

Für Kinder und jugendliche gibt es zwei Workshops:

Workshop
Was treibt Künstler an, was treibt mich selbst an? Dienstag, 17. März, 10.00 bis 13.00 Uhr, Freitag, 20. März 10.00 bis 13.00 Uhr, Dienstag, 24. März, 10.00 bis 13.00 Uhr, Donnerstag, 26. März, 10.00 bis 13.00 Uhr, UZWEI_Kulturelle Bildung im Dortmunder U

Alter: 1. Klasse bis 12 Jahre

Planspiel
Wir organisieren eine eigene Ausstellung, Donnerstag, 19. März 10.00 bis 14.00 Uhr, Freitag, 27. März 10.00 bis 14.00 Uhr, UZWEI_Kulturelle Bildung im Dortmunder U

Alter: ab 12 Jahren

Bei den Planspielen wird eine fiktive Projektumsetzung anhand einer Ausstellung durchgeplant und organisiert, sodass die TeilnehmerInnen eine realitätsnahe Vorstellung der Arbeit aller an einer Ausstellung Beteiligten bekommen.

Die Workshops finden in der U_ZWEI Kulturelle Bildung Ebene 2 statt. Weitere Informationen unter www.aufderuzwei.de. Anmeldung per E-Mail an U2@dortmund.de oder telefonisch unter 0231 50 23843.

[fruitful_dbox] Das schreiben die anderen:

Ruhr Nachrichten[/fruitful_dbox]




Entspannung im Dortmunder Kunstverein

Hineinsetzen und Wohlfühlen: "ain't nobody got time for that" von Janina Lemparty, Stoff- und Soundinstallation und Oerformance, 2015
Hineinsetzen und Wohlfühlen: „ain’t nobody got time for that“ von Janina Lemparty, Stoff- und Soundinstallation und Oerformance, 2015

Haben Sie das Wort „Snoezelen“ schon einmal gehört? Nein? In den Niederlanden ist der Begriff (entstanden aus „snooze“ und „doze“ , was dösen bedeutet) eine Form therapeutischen Arbeiten und hat mittlerweile in vielen Ländern Einzug gehalten.

Hierbei werden Räume so gestaltet, dass Licht, Duft, Klang und weitere sensorische Eindrücke ein Wohlbefinden erzeugen. Es ist quasi eine Komfortzone. Studentinnen und Studenten der Kunstakademieklasse von Shana Moulton haben sich mit dem Thema Komfort auseinandergesetzt. Ist der Komfort ein Zufluchtsort? Installationen, Videos und Performances laden zum Entspannen ein.

Die Ausstellung unter dem Titel „to seek out, to explore, to doze, to snooze“ läuft vom 07. März bis zum 03. Mai 2015 im Dortmunder Kunstverein und ist auch ein Begleitprogramm des Internationalen Frauenfilmfestivals in Dortmund, das vom 14. bis 19. April stattfindet.

Generell sei gesagt, dass viele der Installationen zum Anfassen oder Hinsetzen einladen. Daher werden gleich zu Beginn die Besucher gebeten, ihre Schuhe auszuziehen. Der Kuscheltiersessel von Mila Stoytcheva und Kathrin Heyer wirkt auf den ersten Blick zerbrechlich, doch er lädt zum Hineinsetzen ein. So kann sich der Besucher durch Assoziationen an seine Kindheit behütet und geborgen fühlen.

Für die Verbesserung des Selbstbewusstseins hat sich Janina Lemparty verdient gemacht. In den kreisförmig angeordneten Sitzsäcken sind Arme eingenäht, so dass man sich selbst umarmen lassen kann. Aus dem Lautsprecher ertönt ein „You are special“.

Auch von haptischer, bei-greifender Art sind die glitzernden kegelförmigen Skulpturen von Yi Cui, die sich nach Anstoßen hin und her wiegen.

Auf der Suche nach Arkadia macht sich Elisabeth Schröder in ihrer Videoarbeit. Sie hat sich gefilmt, als sie Motorrad fahrend eine Landschaft durchquert. Weitere Videoarbeiten stammen von Vanessa Möbel, Mileva Testas und Gilsuk Ko.

Insgesamt sind Arbeiten von 24 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen und zu hören.

Am Samstag, den 21. März gibt es um 15 Uhr eine Künstlerführung und während des Internationalen Frauenfilmfestivals findet ein Performance-Programm statt. Nähere Informationen unter www.dortmunder-kunstverein.de oder www.frauenfilmfestival.eu




Ein anderer Blick auf die Realität

Wiebke Bartsch, Meer, 2010, Inswtallation, 300x150x200 cm
Wiebke Bartsch, Meer, 2010, Inswtallation, 300x150x200 cm

Was ist Wirklichkeit? Was ist Realität? Man kann sich den Fragen aus naturwissenschaftlicher oder theologischer Sicht stellen? Oder aber aus der künstlerischen Warte betrachten. Das tut die Ausstellung „wirklich.wirklich. Spielarten der Realität“ im Künstlerhaus Dortmund. Sieben Künstlerinnen und Künstler zeigen vom 07. März bis zum 12. April Filme, Fotografien, Malerei und Skulpturen. Die Vernissage ist am Freitag, den 07. März um 20 Uhr.

Wiebke Bartsch aus Münster zeigt eine Installation, die aus einer Art Traum zu entspringen scheint. Eine (Meerjung-)Frau liegt am Boden und über ihr schwimmen Haie und Delphine. Die Tiere erinnern an Plüschtiere durch ihre weiche Oberfläche. Doch die Arbeit von Bartsch hat auch einen düsteren Hintergrund, denn sie will uns die Abgründe des Alltags zeigen.

Rachel Granofsky aus Boston erschafft Räume, die scheinbar für die Kamera geschaffen wurden. Denn die Perspektive ist sehr wichtig für einen Fotografen. Durch eine Verengung des Ausschnittes wird der Fokus wie ein Brennglas auf den gewählten Ausschnitt gelegt.

Ebenfalls aus Münster stammt Gertrud Neuhaus, die sich im Künstlerhaus mittels einer Installation „häuslich“ eingerichtet hat. Sie arbeitet mit Material, das sie findet, sei es Möbel, Gegenstände oder Waren. Ihre Rauminstallationen sind begehbare Bilder.

Eliane Paulino lebt und arbeitet in Düsseldorf, stammt aber aus Brasilien. In ihren Fotografien arbeitet sie mit einem speziellen Material: Kunststoff, der in PET-Flaschen enthalten ist. Das Material wird von ihr bearbeitet und geformt und bekommt so eine ganz neue Ästhetik, die Paulino mit inszenierter Fotografie in Szene setzt.

Evariste Richer aus Paris thematisiert Instrumente, die die Welt vermessen wie ein Maßband, eine Wasserwaage oder das Urmeter. Durch Verfremdung, beispielsweise ist die Wasserwaage mit Schweröl gefüllt und ist daher unbrauchbar, setzt der Künstler den künstlerischen Blick dem wissenschaftlichen entgegen.

Auch Filmemacher Stephan Sachs aus Kiel setzt in seinem Film „Translating the blue“ der wissenschaftlichen Sprache die Sprache der Poesie entgegen. Wo Wissenschaftler Zahlenkolonnen auswerten und so zu Ergebnissen kommen, setzt Schach auf die Sprache der Farben.

Shadman Shahid aus Dhaka setzt auf die Realitäten noch eine Art metaphysische Ebene drauf. Seine Fotografien wirken, als ob Shahid Geister und Gespenster fotografiert habe.

Künstlerhaus Dortmund

Sunderweg 1

44147 Dortmund

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 16 bis 19 Uhr.




Surreal wirkende Stillleben

Sandra Opitz vor ihrem Werk "Der Rote Wald".
Sandra Opitz vor ihrem Werk „Der Rote Wald“.

In ihrer zweiten Einzelausstellung in der Galerie Dieter Fischer zeigt Sandra Opitz Malerei, Zeichnungen und Druckgraphik unter dem Titel „Feucht- und Trockenpräparate“. Die Vernissage ist am Freitag, dem 06. März 2015, die Ausstellung ist bis zum 22. März zu sehen. Der Titel bezieht sich auf die naturkundlichen Präparate, die entweder trocken (für Pflanzen) oder feucht (z.B. Schlangen) existieren.

Die Künstlerin ist fasziniert von naturhistorischen Dingen und der Anatomie des Menschen. Im Bild „Graskopf“ beispielsweise ist ein Querschnitt durch einen menschlichen Schädel zu sehen, wie er auch in Anatomiebüchern vorkommt, auf einer Seite der Schädeldecke wächst aber ein Grasbüschel aus dem Kopf. Diese surrealen Elemente können auf den ersten Blick verwirrend für den Betrachter wirken. „Man kann es auch ironisch und humorvoll sehen, statt eines reinen Vanitas-Motives“, so Opitz. Der Betrachter hat somit die Möglichkeit, sich eigene Gedanken zu den Bildern zu machen.

In früheren Zeiten glaubte man an die Existenz von Fabelwesen wie dem Basilisken. Als „Beweis“ wurden Teile unterschiedlicher Tiere zusammengenäht. Opitz setzt diese Idee malerisch um und kreierte einen Basilisken aus Zebra und Taube.

Das großformatige Bild „Der rote Wald“ von ist ein spannendes Werk, das technische Elemente und Natur enthält. Auf der linken Seite ist ein Teil eines Armaturenbrettes eines Autos zu sehen, darunter ein Knopf eines Flippers. Den größten Teil des Gemäldes nehmen die titelgebenden roten Bäume ein sowie ein Bär. Bär und roter Wald stammen aus Reiseerlebnissen der Künstlerin, als sie sich in Russland aufgehalten hat. Bemerkenswert sind auch die Turnschuhe, die Opitz in das Werk integriert hat sowie einen kleinen Schalter. Wie passen die technischen Elemente und die Naturbezüge zusammen? Die Antwort auf diese Frage muss der Betrachter wohl selber finden.

In ihren neuesten Arbeiten wendet sich Opitz stärker der Natur zu. Sie verbindet hier Naturdarstellungen, mit Elementen von Computersimulationen, um das organische mit dem anorganischen zu verbinden. So schafft sie mit der Farbigkeit einen assoziativ erzählerischen Kontext.

Opitz malt gerne mit Öl, weil Ölfarbe langsamer trocknet und sie somit noch in den Prozess der Bildgestaltung eingreifen kann. Teilweise benutzt sie weitere Materialien in ihren Bildern wie Linolstempel oder vor allem Klebebänder, die sie entweder im Bild lässt oder abzieht, so dass die unteren Schichten wieder hervortreten. „Malerei ist für mich ein Experimentiernmedium“, erzählt die Künstlerin.

Sandra Opitz ist seit Herbst 2014 auch als Künstlerin im Depot tätig. „Ich habe mich gut eingelebt“, so die Künstlerin „in meinem Atelier kann ich Großformate malen“.

Die Galerie Dieter Fischer ist Dienstag und Donnerstag von 17:bis 20 Uhr geöffnet sowie Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Absprache

Galerie Dieter Fischer

Immermannstraße 29

44147 Dortmund




Überraschendes aus der „Gemischten Tüte“

Freuen sich auf die Ausstellung (v.l.n.r.): Bernard Simunovic, Kendryx Alfadoh, Rafael Campaña Ochoa und die Mitorganisatorin Berenice Becerril von der Stadtteil-Schule. Freuen sich auf die Ausstellung (v.l.n.r.): Bernard Simunovic, Kendryx Alfadoh, Rafael Campaña Ochoa und die Mitorganisatorin Berenice Becerril von der Stadtteil-Schule.[/caption]

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Dortmund International – Vielfalt in der Bildenden Kunst“ werden unter dem Titel „Gemischte Tüte – eine künstlerische Überraschung“ um die 38 meist großflächige Gemälde und einer Kunst-Installationen von vier Künstlern mit unterschiedlichem ausländischem Hintergrund vom 27.02.2015 bis15,03.2015 im Dortmunder Depot gezeigt.

Bereits 2012 und 2013 wurden unter diesem Titel vier aktuelle Positionen von hier lebenden Künstlern in einzelnen Ausstellungen präsentiert. In diesem Jahr machen vier Künstler mit unterschiedlichem Hintergrund die Vielfalt ihrer Kunst und den Einfluss ihrer kulturellen Wurzeln auf ihre Arbeit deutlich.

Kendryx Alfadoh hat seine Wurzel in Nigera. Bei seinen meist großflächigen, teilweise abstrakten Bilder in Acryl, Öl oder Sand auf Leinwand spielen kräftige, erdige Farben eine Rolle. Licht, Liebe Gefühltes und Leben beherrschen sein Werk. Seine Bilder lassen viel Raum für die Fantasie des Betrachters. So kann er zum Beispiel beim Anschauen eines Schmetterlings ein stilisiertes Liebespaar durch die beiden Flügel erkennen. Natur und ihre Farben spielen eine größere Rolle. So integriert er zum Beispiel auch schon einmal Teile eines Baumes in sein Werk.

Kubanische Lebensfreude können die Besucher bei dem zweiten Künstler, Rafael Campaña Ochoa in seinen Bildern erkennen. So zum Beispiel bei dem „Besuch der Königin in Haiti“. Hinter vielen bunten farbigen (Pixel)-Blasen, ähnlich wie bei einer Fernsehbild-Störung ist schemenhaft mit Fantasie eine Person zu erkennen. „Neuerdings versuche ich, hässliche Themen schön zu malen“, verriet Ochoa. So etwa zu sehen bei seinem Müll-„Taucherbild“ aus dem Jahr 2015. „Kunst kann nicht plakativ sein, sie muss von dem Betrachter entdeckt werden“, so der Künstler.

Die Wurzeln von Bernard Simunovic liegen im ehemaligen Jugoslawien (Kroatien). In seinen Bildern spielt er vor allem mit den Gegensätzen von Licht und Schatten, Gut und Böse, Nah und Fern. Der Hintergrund ist öfter in Schwarz oder anderen dunklen Tönen gehalten. Tiere als Retter, Befreier, als „gut“ und „unschuldig“. Schönheit steht Vergänglichkeit, Freiheit dem Tod gegenüber. Das Dargestellte ändert für den Betrachter auf erstaunliche Weise, wenn er seinen Blickwinkel verändert.

Denis S. Klatt ist mit vielfältigen, ethnischen, traditionellen und kulturellen Einflüssen mit aufgewachsen. Neben seinen türkischen Wurzeln haben ihn auch die urbane Landschaft des Ruhrgebiets beeinflusst, dessen versteckte Schönheit durch die zweckmäßige Architektur oft verdrängt wird. Mit seiner Kunst drückt er der Stadt einen eigenen Stempel auf. So erwartet den Besucher unter anderem ein begehbares Kunstwerk mit Lichtöffnungen.

Berenice Becerril vom Kooperationspartner Stadtteil-Schule Dortmund brachte es auf den Punkt: „Wir zeigen einen Vielfalt an Stilrichtungen. Jeder der Besucher kann sich sein „Bonbon“ daraus aussuchen.“

Die Reihe „Gemischte Tüte“ soll auch in den nächsten Jahren weiter durchgeführt werden.

Die Eröffnung der diesjährigen Ausstellung findet am 27.02,2015 um 19.00 Uhr im Depot, Immermannstraße 29.

Rafael Campaña Ochoa vor seinem Bild "Ohne Tüte".
Rafael Campaña Ochoa vor seinem Bild „Ohne Tüte“.




Starke Farbkontraste in der Artothek

Oranna Schönhagen vor ihrem Bild "Varieté I".
Oranna Schönhagen vor ihrem Bild „Varieté I“.

Werke der Malerin Oranna Schönhagen zeigt die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek vom 24. Februar bis zum 07. April 2015. In ihren Arbeiten setzt die Künstlerin stark auf Farbkontraste. Ihre Motive sind realistisch, wobei sie Flächen bis hin zum Abstrakten reduziert.

Ein Bild zieht die Aufmerksamkeit des Betrachters sofort auf sich. „Die rote Kuh“. Das großformatige Bild (150×150 cm) mit der titelgebenden Kuh wirkt ein wenig expressionistisch oder Pop-Art-mäßig. Hier kommt die typische Komposition von Schönhagens Bildern zum Tragen. Die Farbkontraste durch die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Das Motiv, die Kuh, ist realistisch wiedergegeben, während der Himmel und die Wiese sehr stark abstrahiert werden.

Auch wenn die Ausstellung keinen Titel hat, die Bilder von Schönhagen lassen sich in drei Themenbereiche unterteilen. Landschaftsbilder, Bilder aus Venedig und Tanzbilder. Dabei schafft Schönhagen die Bewegung des Tanzes in einem Bild festzuhalten. „Es ist wie ein gefrorener Moment, sagte ein befreundeter Schauspieler zu mir“, berichtete die Künstlerin. Bei den Tanzbildern lässt sich Schönhagen von den Choreographien des Dortmunder Ballettdirektors Xin Peng Wang inspirieren. So tragen Bilder Titel von Wangs vergangenen Programmen wie „No Constancy“ oder „Zauberberg“.

Die Ideen für ihre Bilder kommen aus verschiedenen Quellen. Sie macht entweder Skizzen oder Fotos und benutzt ihre eigenen Erinnerungen, die sie mit Fotos aus der Presse oder dem Internet ergänzt.

Die meisten ihrer gezeigten Bilder sind mit Acryl gemalt. Doch Schönhagen malt auch in Öl, beziehungsweise in Öl und Acryl. „Man bekommt eine ganz andere Lebendigkeit mit Ölfarben“, so Schönhagen.