Zwischen Peitschenhieben und Kerzenschein: Ein Abend der Kontraste im Theater im Depot

Am 05.12.2025 präsentierte das Theater im Depot „Things Falling“. Die Produktion ist weit mehr als konventionelles Tanztheater; sie ist eine intensive, körperliche Auseinandersetzung mit der Erinnerung. An der Schnittstelle von queerem Ausdruck und Diversity erforscht das Ensemble unter der Leitung von William Sánchez H., wie sich Konflikte in unsere Körper einschreiben.

Der Abend eröffnete mit einer beinahe sakralen Szenerie. Das Bühnenbild war von Teelichtern und Kerzen geprägt, untermalt von einer ruhigen musikalischen Klangkulisse. Doch diese Stille währte nicht lange. Das Stück verdeutlicht, dass der Terror epochenübergreifend dieselbe Sprache spricht. Es wirft drängende Fragen auf: Was verändert uns? Wie hallt das Weltgeschehen in uns nach?

Plakat zu "Falling Things".
Plakat zu „Things Falling“.

Dementsprechend steigerten sich Musik und Choreographie zunehmend ins Aggressive – bis hin zu knallenden Peitschen, die knapp über die Köpfe der Tanzenden geschwungen wurden. Das Finale bildete einen ruhigen Kontrapunkt: Durch einen Kostümwechsel verwandelten sich die Performer in sphärische Naturgestalten. Bleibt am Ende die Rückbesinnung auf die Natur als Lösung? Ist sie die Heilung für die zugefügten Wunden?

Mit einem starken Ensemble und einer eindrucksvollen visuellen Wandlung gelingt „Things Falling“ der Spagat zwischen Brutalität und Sanftheit.