Getanzte Hommage an die kleinen Leute

Marianne (Monica Fotescu-Uta) tanzt mit einem Skelett. (Foto: ©Thomas M. Jauk / Stage Picture)
Marianne (Monica Fotescu-Uta) tanzt mit einem Skelett. (Foto: ©Thomas M. Jauk / Stage Picture)

Die Uraufführung des neuen Balletts von Xin Peng Wang „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth am 22. Februar 2014 im Opernhaus präsentierte das Kleinbürgertum als handelnde Protagonisten. Xin Peng Wang und seine Mitstreiter zauberten herrliche Bilder aus Wien auf die Bühne. Ob der Tod nun ein Wiener ist? Keine Ahnung, aber er kann sehr gut tanzen.

 

Keine Könige und Kaiser, kein Drama an einem Fürstenhof und weltpolitische Entscheidungen werden auch nicht gefällt. Die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth stellt die kleinen Leute in den Mittelpunkt. Sie leben irgendwo in den Vorstädten und erleben dort ihre Komödien, Tragödien und Dramen, von denen in der Regel niemand sonst Notiz nimmt. Von Horváth schreibt sie aus seiner Wiener Sicht, doch die Geschichten können auch in der Dortmunder Nordstadt oder in Scharnhorst passieren und vermutlich tun sie es sogar jeden Tag.

 

Zur Geschichte: Es gibt in Wien eine Legende, dass die Toten, die auf der Erde noch eine Rechnung offen haben, einmal im Jahr die Chance bekommen, etwas zu verändern. An dieser Aufgabe versuchen sich Marianne, Oskar, Alfred und Valerie.

Marianne und der biedere Oskar sind verlobt. Marianne trifft aber den Hallodri Alfred, der mit Valerie zusammen ist. Anton verlässt Valerie um mit Marianne zu leben, die ein Kind von ihm bekommen hat. Es dauert nicht lange, dann hat Alfred Marianne und das Kind satt und er kehrt zu Valerie zurück. Marianne ist allein, arbeitet aus Verzweiflung in einem Nachtclub. Auch die Kirche, an die sie sich in ihrer Verzweiflung wendet, gewährt ihr keine Absolution. Als Oskar schließlich erfährt, dass das Kind, das Marianne in eine Pflegefamilie gegeben hat, tot ist, nimmt er sie wieder auf.

 

Xin Peng Wang hat dieser Geschichte noch zwei wichtige Personen hinzugefügt. Zum einen den „Tod“ als handelnde Figur, der wie ein Dirigent oder ein Marionettenspieler die Toten unter seiner Kontrolle hat und zum anderen „das kleine Mädchen“, die einzige lebende Figur, denn alle anderen sind ja tot. Ob sie nun den Geist oder die Seele des ursprünglich verstorbenen Mädchens verkörpert, die Hoffnung oder das Gewissen, bleibt dem Zuschauer überlassen.

 

Das Corps de Ballet spielt in dem Stück mehrere Rollen. Erst beim zweiten oder dritten Blick erkennt man, dass die Tänzer wie Totenköpfe geschminkt sind. Sie verkörpern einerseits die Natur wie beispielsweise die Wellen der Donau oder die Büsche im Wind, andererseits spielen sie auch das „Volk“. Besonders beeindruckend ist die Szene in der Wiener Vorstadt, als alle weiblichen Mitglieder des Ensembles mit Kinderwagen auf die Bühne kamen. Hier kommt mir das Zitat von Heinrich Böll in den Kopf, der über das ähnliche Milieu in Köln geschrieben hat:

„Mädchen kreuzten meinen Schulweg, balgten sich am Straßenrand, heute – morgen, so schien es mir, waren sie schon junge Frauen, übermorgen Mütter“ (Heinrich Böll, Essayistische Schriften und Reden, Band 1, ©1979 Kiepenheuer & Witsch, Köln.

Kommen wir zu den Solisten: „Der Tod ist pünktlich, er kommt weder zu spät noch zu früh“, sagte Dramaturg Christian Baier bei der Premierenfeier. Hinzu kommt, dass er bei den „Geschichten aus dem Wiener Wald“ noch eine majestätische Bühnenpräsenz und Sprungkraft hat. Das alles verlieh ihm Mark Radjapov, der schon in Fantasia als Dr. Zaponetti glänzte.

Die Primaballerina Monica Fostecu-Uta tanzte die Marianne. Dabei deckte sie das ganze Gefühlsspektrum, was diese junge Frau durchleben muss ab. Erst forsch , als sie sich von Oskar trennt und sich für Alfred entscheidet flatterhaft wie ein Schmetterling.Später zeigt uns Fotescu-Uta eine verletzte, hoffnungslose, immer verzweifelter werdende Marianne, die von allen verlassen scheint.

In dem Stück spielen die Männer eher eine Nebenrolle. Oscar (Howard Quintero Lopez) als verlassener Verlobter, der Marianne am Ende doch wieder zurück nimmt. Dimitry Semionov tanzt einen von sich überzeugten Alfred, der immer wieder Glück bei den Frauen hat und dem auch Valerie letztendlich nicht widerstehen kann.

Valerie (getanzt von Emilie Nguyen) hat einen äußert komischen Auftritt, als sie in einem Liegestuhl dösend, von lästigen Mücken und Fliegen gestört wird.

 

Das kleine Mädchen wird getanzt von Stephanine Ricciardi. Sie ist die einzige lebende Figur in diesem Stück. Ihre berührendste Szene hat sie zusammen mit ihrer Mutter Marianne, die sie aber nicht berühren darf, denn der Tod ist immer dazwischen und achtet darauf, dass diese Linie zwischen den lebenden und den Toten nicht überschritten wird.

 

Trotz dieses Dramas gibt es einige Stellen, die zum Schmunzeln sind wie die erwähnte Badeszene mit den Mücken. So setzt das Corps de Ballet die Klänge der „Trisch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauss das Tratschen herrlich tänzerisch um.

Ein großes Kompliment auch für wunderschönen Kostüme unter Leitung von Ute Werner, wie zum Beispieles die Badeanzüge im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts oder die Mönchskutten in der Szene in der Kirche. Die Beleuchtung wurde von Stefan Schmidt sehr geschickt eingesetzt. Besonders beeindruckend war etwa der einsam in einem Lichtstrahl stehende Kinderwagen. Die Mutter Marianne will von der dunklen rechten Seite zu ihrem Kind, wird aber von Alfred zurückgehalten.

Die Bühne war sparsam, aber effektvoll. Neben typischen Wiener Bildern wie dem Prater, wurden die Handlungsorte rudimentär und skizzenhaft im Hintergrund gezeigt. Beeindruckend waren die Skelette, die schon ziemlich am Anfang von der Decke schwebten und Marianne zum Tanzen animierten.

 

Kommen wir zur Musik. Sie wird live gespielt von den Dortmunder Philharmonikern. Bei der Premiere war Motonori Kobayashi auf dem Dirigentenpult. Neben Johann Strauß, der mit seinen Walzern und Polkas einen wesentlichen Teil der Musik „beisteuerte“, erklangen noch Werke von Alban Berg. Berg steht zwar im Spannungsfeld zwischen Neuromantik und Atonalität, doch zusammen mit den Werken von Strauss verbanden sie sich zu einer Art Gesamtmusik. Neben den gefälligen Melodien, erklangen auch sperrige. Wie im wirklichen Leben.

 

So war es nicht verwunderlich, dass am Ende des Abends die Besucher stehend alle Beteiligten feierten. Dortmund erlebte wieder einen großen Ballettabend.

Weitere Termine: So, 09. März 2014, Sa, 15. März 2014, Fr, 21. März 2014, Mi, 26. März 2014, Sa, 29. März 2014, Mi, 16. April 2014, Sa, 26. April 2014, Sa, 03. Mai 2014, Fr, 09. Mai 2014, So, 25. Mai 2014, Sa, 31. Mai 2014 und Sa, 14. Juni 2014. Infos und Karten unter www.theaterdo.de




Der Kreislauf des Lebens

Am Samstag, den 22. Februar 2014 ist um 19:30 Uhr die Ballett-Uraufführung der „Geschichten aus dem Wiener Wald“ als eine Inszenierung von Ballettdirektor Xin Peng Wang. Die Aufführung basiert auf Motiven des gleichnamigen Volksstücks des Österreich-Ungarn Ödön von Horváth ( 1901 -1938).

 

Musikalisch begleitet wird der Abend von der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung des ersten Kapellmeisters Motonori Kobayashi. Im Mittelpunkt steht die Musik der Komponisten der „Zweiten Wiener Schule“ Johann Strauß (Sohn) und Alban Berg. Zu hören wird auch die Romanze op. 243, von Johann Strauß in deutscher Erstaufführung sein.

 

Dramaturg Christian Baier erklärte: „ Wir wollen die Geschichte einer Stadt erzählen und was deren Atmosphäre ausmacht. Die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ werden zum ersten mal „vertanzt“, oder besser gesagt, auf eine andere Ebene erhoben. Das was wirklich gesagt wird bei Horváth, steht zwischen den Zeilen – in der Stille zwischen den Worten. Daher eignet sich das Stück besonders für das Ballett.“

 

Als Regieanweisung für das Stück steht am Anfang „als verklänge irgendwo immer wieder ein Walzer“. Daher drängt sich diese Musik sofort auf. „Alban Berg zeigt das düstere, gruselige beziehungsweise „entrische“ Wien mit seiner dunklen Schattenseite“, so Baier. „Entrisch“ nennt man auch einige Außenbezirke Wiens.

 

Über seine Inszenierung verriet Xin Peng Wang: „ es werden die vier zentralen Hauptfiguren für das Ballett , Marianne, Valerie, Oskar und Alfred vorkommen. Es geht darum .Was ist Wien unter seiner Oberfläche? Wichtig sind die Menschen, die Gesellschaft. Ballett hat eine eigene Sprache, aber wichtig besonders ist hier die Musik.“

 

Ballettmanager Tobias Ehinger ergänzte: „Wichtig ist uns, die Doppeldeutigkeit von Leben und Tod oder etwa Liebe und Tod zu zeigen. Die Ballett-Kompanie entwickelt eine völlig neue Bewegungssprache zum Walzer, die den allgemeinen Erwartungen nicht entspricht. Als Kontrast wird zum Beispiel auch der Tod im Stück als humorvoll, als Dirigent der Gesellschaft dargestellt. Alle Charaktere sind eigentlich Tote. Das Kind als Hoffnungsträger ist das Einzige das lebt, im Gegensatz zum Volksstück von Horváth.“

 

„Die Geschichten aus dem Wiener Wald“ ist die Geschichte des Lebenskreislaufs von Kleinbürgern mit all seinen Facetten und könnte auch „Geschichten vom Borsigplatz“ heißen, so Ehinger weiter.

 

Zum Bühnenbild erläuterte Frank Fellmann: „ Die Dekoration steht eher im Hintergrund. Die Tänzerinnen und Tänzer der Kompanie stellen mit ihren Bewegungen die Donau, den Wind in den Bäume oder die Gesellschaft dar. So entstehen assoziative Bilder im Kopf des Publikums.“

 

Neben der Premiere am 22. Februar gibt es weitere Termine: So, 09. März 2014, Sa, 15. März 2014, Fr, 21. März 2014, Mi, 26. März 2014, Sa, 29. März 2014, Mi, 16. April 2014, Sa, 26. April 2014, Sa, 03. Mai 2014, Fr, 09. Mai 2014, So, 25. Mai 2014, Sa, 31. Mai 2014 und Sa, 14. Juni 2014

 

Mehr Infos unter www.theaterdo.de




Pariser Leben – Dortmunder Opernball 2014

So werden die Tische am Dortmunder Opernball 2014 aussehen.
So werden die Tische am Dortmunder Opernball 2014 aussehen.

In diesem Jahr laden die Theater- und Konzertfreunde Dortmund zusammen mit dem Theater Dortmund mitten im Karneval am 1. März unter dem Motto „Pariser Leben“ zum Dortmunder Opernball 2014 in das Opernhaus ein.

„Diesmal ist das hochklassige Opernensemble unserer Stadt selbst der „Stargast“. Das ist unsere Anerkennung für deren geleistete, von hoher Qualität geprägten Arbeit. Unsere Sängerinnen und Sänger sind ja auch bei anderen Opernhäusern inzwischen hoch im Kurs. Wir feiern sie und uns sozusagen mit einem großen Fest“, erklärte Prof. Dr. Michael Hoffmann, Vorsitzender der Theater- und Konzertfreunde Dortmund e.V..

 

Das Dortmunder Opernensemble bringt mit ihren Stimmen den Mythos Paris auf die Bühne. Musik aus Opern von von Berlioz, Massenet oder etwa George Bizet wird zu hören sein. Also das Beste aus Grand Opera und Opera comique. Opernintendant Jens-Daniel Herzog erläuterte: „Die Vorbereitungen für dieses gesellschaftliche Ereignis sind auf allen Ebenen sind voll im Gange.“ Begleitet wird das Programm musikalisch von der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz.

 

Erstmals wird das Ballett Dortmund unter der Choreographie von Direktor Xin Peng Wang in das Hauptprogramm integriert. Ballettmanager Tobias Ehinger verriet: „Alle 18 Tänzerinnen und Tänzer des Ensembles werden zu sehen sein. Sie bringen Wiener Walzer von Johan Strauss auf eine besondere humorvolle Weise auf das Parkett. Lassen Sie sich überraschen.“

 

Kulinarisch ist für die Ballgäste bestens durch den jungen Sternekoch Michael Dyllong gesorgt. Sein differenziertes Angebot erfüllt alle Ansprüche. Ob als Drei-Gänge-Menu für die Gäste im Parkett oder erstmals auch als Angebot zum Selbstzusammenstellen an Gourmet-Ständen auf der ersten Etage.

 

Eine kleine Auswahl an Köstlichkeiten.
Eine kleine Auswahl an Köstlichkeiten.

Was wäre ein Ball ohne tanzen?

Um die 20 Paare aus der Tanzschule Gödde eröffnen mit dem Debütantinnenball und einer eingeübten Choreographie diesen Teil des Abends. Danach können alle Besucher Walzer und weitere Tänze aufs Parkett legen. Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestages, hat sich erneut angesagt und wird als ranghöchster Gast den Tanz auf der Bühne eröffnen. Erwartet wird weiterhin Prominenz aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Bei erfreulichen Ausgang beim Heimspiel gegen Augsburg habt sich auch BVB-Kapitän Sebastian Kehl mit einigen Spielern angekündigt.

 

Nach Mitternacht wird die Bühne als exklusiver Night Club zur angesagten „Pariser Bar“. Der Besucher ist eingeladen Varieté, Cabaret und Musik. Winnie Appel und Band spielen mit heißen Rhythmen zum Tanz auf.

 

Bis zum Morgengrauen hat das Publikum vielfältige Unterhaltungsmöglichkeit im ganzen Haus. Tanzen nach Walzerklängen der Dortmunder Philharmoniker auf der Bühne, rhythmisch nach Chart-Titel. Gespielt werden diese von den jungen Dortmunder Musikern Sascha Salvati und Tialda van Slogteren sowie der Band BEATPAKK.

Jazz in Opera mit Cross-over Sound und DJ Nachtfalke sorgen für Partystimmung.

Wer Lust dazu hat, kann zudem sein Glück beim Roulettspiel mit „Spielgeld“ an der Cocktail-Bar im Opernhaus versuchen.

 

Es gibt noch 150 Karten in allen Preislagen. Die Preise für eine Karte hängt davon ab, ob jemand Mitglied bei den Theater- und Konzertfreunden ist

 

Preis (€) Nichtmitglied Preis (€) Mitglied
Parkett Reihe 1-15 330 250
Parkett Reihe 17-25 290 220
1. Logenrang 180 140
2. Logenrang 150 120
Flanieren 120 110

 

Vom Erlös jeder Eintrittskarte spendet der Verein der Theater- und Konzertfreunde 100 € für die künstlerische Arbeit des Theaters.

 




Leicht bearbeitetes „Fantasia“ konnte überzeugen

 

Ist und bleibt beeindruckend: Der Drache aus "Fantasia". (Foto: ©Bettina Stöß)
Ist und bleibt beeindruckend: Der Drache aus „Fantasia“. (Foto: ©Bettina Stöß)

Xin Peng Wang hat zur Vorweihnachtszeit sein Erfolgsballett „Fantasia“ leicht bearbeitet und wieder zur Aufführung gebracht. Das märchenhafte Spektakel zog erneut die großen und kleinen Besucher in ihren Bann. Ars tremonia sah sich die Vorstellung vom 15.12.2013 an.

 

Was hat sich geändert im Vergleich von vor zwei Jahren? Die Geschichte bliebt die gleiche, die Kitzelmänner haben wieder ihren Auftritt und der drei Meter große, beeindruckende Drache spuckt immer noch Feuer. Das Märchen, geschrieben von Christian Baier, dreht sich um die Geschichte zweier Kinder, die an den Rollstuhl gefesselt sind. Während Alicia gegen das Schicksal ankämpft und mit Hilfe der Fee der Zuversicht versucht, ihren Traum vom Tanzen zu realisieren, verwandelt sich Florian frustriert in ein Monster. Am Ende zeigt Alicia Florian, was alles mit der Macht des Traumes und Mut möglich ist.

 

Vor allem das Bühnenbild von Frank Fellmann mit dem bedrohlichen Märchenwald ist extrem gut gelungen. Hier begegnet Alicia fremden, merkwürdigen Wesen: Irrlichtern, den erwähnten Kitzelmännern und bedrohlichen Vogelwesen. Nur die Baumwesen fielen der Neufassung zum Opfer.

 

Ein weiteres Beispiel der Kunst von Fellmann: Als Alicia in die vermeintliche Tanzschule von Dr. Zaponetti kommt, verwandelt sich die Bühne in eine Art Frankensteins Labor. Tänzer werden in überdimensionalen Reagenzgläsern gefangengehalten, die von der Fee der Zuversicht befreit werden. Danach kommt es zum Höhepunkt von „Fantasia“: Der Kampf mit dem Drachen.

Die Musik von Modest Mussorgski passt ideal zum Stück, obwohl es aus verschiedenen Werken des russsichen Komponisten stammt. Die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Philipp Armbruster machen einen guten Job.
Fazit: Xin Peng Wang hat sein eigenes Werk noch einmal bearbeitet und etwas gestrafft, die Kernelemente aber behalten. Somit bleibt das Ballett-Märchen „Fantasia“ eine Empfehlung in der kalten und grauen Jahreszeit.

Die weiteren Termine:So, 22. Dezember 2013, Mi, 25. Dezember 2013, So, 29. Dezember 2013, Sa, 04. Januar 2014, Fr, 10. Januar 2014, Sa, 18. Januar 2014, Sa, 25. Januar 2014 und Fr, 07. Februar 2014.




Dortmunder Ballett funkelte in drei Farben

Da sind sie, die Kakteen: Aus dem Stück "Cacti" von Alexander Ekman. (Foto: © ©Bettina Stöß / Stage Picture)
Da sind sie, die Kakteen: Aus dem Stück „Cacti“ von Alexander Ekman. (Foto: © ©Bettina Stöß / Stage Picture)

Drei verschiedene Choreographien mit drei unterschiedlichen Tanzstilen zeigte das Ballett Dortmund bei der Premiere von „Drei Farben: Tanz“ am 09-November im Dortmunder Opernhaus. Die Choreographen Douglas Lee, William Forsythe und Alexander Ekman zeigten, wie verschieden heutiger Tanz sein kann und welche unterschiedlichen Stimmungen damit kreiert werden können. Quasi ein Triptychon des Tanzes.

Begonnen wurde der Abend mit der Uraufführung von „PianoPiece“ des Engländers Douglas Lee. Der Blick auf die Bühne bot ungewöhnliches: Vier Klaviere und sieben Tänzerinnen und Tänzer. In den acht Szenen wechseln die Stimmungen von dunkel und düster zu dynamisch und schwungvoll. Für die Musik von „PianoPiece“ benutzt Lee neben Franz Schubert vor allem zeitgenössische Klaviermusik niederländischer Komponisten. Neben der Musik spielt auch das Licht eine große Rolle. Die Tänzerinnen und Tänzer benutzten die Klaviere als Requisite, tanzten mal auf, mal neben den Instrumenten und verschwanden auch halb im Boden der Bühne. Beeindruckend war der Wechsel zwischen Bewegung und Stillstand. Waren eben noch fließende Bewegungen der Tänzer zu sehen, stoppen sie auf auf Kommando und blieben wie eine Statue stehen.

 

Nach einer kleinen Pause ging es mit „The Vertiginous Thrill of Exactitude“ (Schauder der Exaktheit) nach der Choreographie von William Forsythe weiter. Dem Publikum bot sich nun ein bunteres Bild. Die drei Tänzerinnen Monica Fotescu-Uta, Risa Tateishi, Sakura Sakamoto trugen in einem hellen Olivton gehaltenen Ballettkleider und Howard Quintero Lopez und Gal Mazor Mahzari standen ihnen in roter Bekleidung vor einem blauen Hintergrund zur Seite. Die Choreographie mit neoklassischen Elementen machte dem Titel „Schauder der Exaktheit“ aller Ehre. Nach Franz Schuberts neunter Sinfonie entfachten die Tänzer ein schwindelerregendes Feuerwerk für die Sinne. Dabei werden die Schranken des traditionellen klassischen Tanzes überschritten und altes Regelwerk mit neuen Bewegungsformen gespeist.

 

Dass hohe Tanzkunst durchaus mit Humor und Slapstick kombiniert werden kann, zeigte Alexander Ekmans Choreographie „Cacti“.Hier war fast das komplette Dortmunder Ballettensemble beteiligt. Zuerst hatte man das Gefühl, dass hier Michael Jacksons „Thriller“-Video als Ballett aufgeführt wurde. Die Tänzerinnen und Tänzer schienen aus den Gräbern eines imaginären Friedhofs zu kommen. Doch was am Anfang wie ein Grabplatte aussah, entpuppte sich als universale Requisite: Rechteckige schmale Kästen auf denen man tanzen oder hinter denen man sich verstecken konnte. Gegen Ende wurden sie sogar zu einer finalen Skulptur. Atemberaubend war, was Ekman von den Tänzern abverlangte. Der Höhepunkt des Stückes war das Duett von Risa Tateishi und Arsen Azatyan. Begleitet von „Spoken words“ vermischten sich Tanz und Text zu einer Einheit, sehr komisch interpretiert zum Vergnügen des Dortmunder Publikums.

Auch die Musik war ungewöhnlich, denn sie wurde teilweise live gespielt. Mit auf der Bühne standen Alexander Prushinsky (Violine), Frank Rudolph (Violine), Roman Nowicki (Viola) und Franziska Batzdorf (Cello). Zu Melodien von Beethoven, Schubert und Haydn gaben die Musiker den Takt an.

 

Dieser Abend zeigte nicht nur, welche Farben im Tanz möglich sind, sondern stellte auch die Fähigkeiten des Dortmunder Ballettensembles unter Beweis. Alle Beteiligten wurden zum Schluss mit Standing Ovation gefeiert. Ein Muss für Ballettfans und die, die es werden wollen. Noch zu erleben am 17. November 2013, 30. November 2013, 27. Dezember 2013, 31. Januar 2014, 06. Februar 2014 und 07. März 2014.




Ballett entführt nach Wien

Nach dem großen Erfolg des Begleitprogramms rund um das Erfolgsballett „Der Traum der roten Kammer“ von Xin Peng Wang, gibt es erneut eine Reihe in Harenberg City Center (HCC), die sich um das neue Handlungsballett „Geschichten aus dem Wiener Wald“ dreht. Thema ist – natürlich – Wien.

„Die Wiener sind stille, leise Anarchisten“, sagte Chefdramaturg Dr. Christian Baier bei der Vorstellung des Begleitprogramms. Er muss es wissen, denn er ist Wiener. In Wien ist der Wiener Schmäh zu Hause und die Liebe zur Morbidität, denn schließlich ist der Tod ein Wiener.

 

Doch keine Angst, es wird nicht zu schwermütig. In den fünf Veranstaltungen, vier vor der Premiere und eine danach, wird es um Tanz, Kulinarik und Musik gehen.

 

In der ersten Veranstaltung am 26. Oktober um 19 Uhr, dem österreichischen Feiertag, steht das HCC unter dem Motto „Küss die Hand, Frau Jazz“. Die beiden Jazzmusiker Franz Koglmann und Oskar Aichinger werden die verschiedenen Jazz-Stile zu einem bekömmlichen Cocktail zusammen mischen.

 

Doch nicht nur die Ohren bekommen Genuss, sondern auch der Gaumen: Es gibt original Wiener Küche.

 

Wer dabeisein möchte, kann sich Karten beim HCC oder beim Theater Dortmund 0231 50 27222 kaufen. Der Kartenpreis beträgt 60 € zuzüglich Getränke.