Das NEINhorn in der Jungen Oper

Im Foyer des Dortmunder Opernhauses hatte „Das NEINhorn“ (eine Mobile Oper von Michael Essl, Libretto: Pamela Dürr) nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Marc-Uwe Kling am 13.12.2023 seine Uraufführung.



Dieses Auftragswerk (hiesige Oper) unter der von Regie Kristina Stahl wurde von den Ensemble-Mitgliedern der Jungen Oper Cosima Büsing (NEINhorn), Wendy Krikken und Franz Schilling (beide in mehreren Rollen) stimmgewaltig sowie bewegungsintensiv mit Leben erfüllt. Mit viel kindlicher Spielfreude brachten die Drei ihr junges Publikum (ab 4 Jahre) auf ihren Kissen zum Mitfiebern und lachen. Sie wurden am Ende auch zur Unterstützung in die Geschichte einbezogen. Das Geschehen wurde durch die sensible musikalische Leitung (Koji Ishizaka) begleitet.

Wendy Krikken, Cosima Büsing und Franz Schilling. Foto: (c) Björn Hickmann 
Wendy Krikken, Cosima Büsing und Franz Schilling. Foto: (c) Björn Hickmann 

Die Regisseurin war zudem für die „flauschige“ Bühnen sowie Puppengestaltung (Hund und Waschbär) sowie die passenden Kostüme verantwortlich.

Es geht um ein „trotziges“ junges Einhorn, dass sich von seiner schnuckeligen-süßen und flauschigen Herzwald-Welt (das alle Kinderträume zu erfüllen scheint) in das Nirgends verabschiedet und seine Ruhe sowie Freiheit haben möchte. Auf seiner Reise trifft es einen Waschbären (WASbär), der nicht richtig zuhört, einem Hund (NAhund), den nichts aus der Ruhe bringt und einer Königstochter (KönigsDOCHter), die ständig Widerworte gibt. Nachdem die Königstochter trotz der unterschiedlichen Persönlichkeiten gemeinsam befreit wurde, können alle zusammen herrlich bockig sein…

Seine eigene Persönlichkeit zu entfalten, Grenzen ausloten und sich mit anderen Individuen auseinandersetzen sind wichtig für den weiteren Lebensweg.

Die Musiktheatervermittlung lag in der Hand von Kristina Senne.

Das Opernfoyer bot einen intimen Rahmen, und die Kinder waren sehr nah am Geschehen. So werden auch später Berührungsängste zur Oper abgebaut.

Interessant war, diese Version für die Junge Oper im Vergleich zur Theaterversion im Fletch Bizzel (05.09.2022) zu erleben. Die zusätzliche Kraft des Gesangs und der Musik in der Oper auf der einen, und die schauspielerische Energie plus zeichnerische Begleitung auf der Leinwand im Theater auf der anderen Seite.

Infos zu weiteren Vorstellungterminen im Opernfoyer erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/50 27 222 Für die Buchung der mobilen Vorstellungen wenden Sie sich bitte an das Team der Musiktheatervermittlung: jungeoper@theaterdo.de




Doch lieber keine Prinzessin sein

„We’re not gonna take it”, übersetzt “Wir werden es nicht hinnehmen“, sangen „Twisted Sisters“ in den 80er Jahren. Ebenso will die Prinzessin (Wendy Krikken) und der Hauslehrer (Franz Schilling) ihre beengten Rollen nicht länger hinnehmen. Statt mit Hardrock wird bei „Prinzessin sein? Nein danke“ von Alexander Becker allerdings den Jüngsten (ab 4 Jahren) der Zauber der klassischen Oper nähergebracht. Ein Premierenbericht vom 10.Oktober 2023.



Tja, es ist nicht leicht, eine Prinzessin zu sein. Statt selbst zu entscheiden, was man möchte, muss frau auf die Hofetikette achten. Was getragen werden darf oder muss, bestimmt nicht sie. Dass alles funktioniert, darauf achtet ihr Hoflehrer, der aber bald feststellt, dass ihn sein Job anödet, da er eben die Etikette durchsetzen muss.

Wendy Krikken, Franz Schilling Foto: (c) Björn Hickmann 
Wendy Krikken, Franz Schilling Foto: (c) Björn Hickmann 

In der halben Stunde zoffen sich die beiden zunächst, um dann festzustellen, dass sie beide aus ihren Rollen ausbrechen wollen. Natürlich wird auch gesungen, beispielsweise aus der „Fledermaus“ mit „Mein Herr Marquis“, oder aus Mozarts „Hochzeit des Figaro“ „Will der Herr Graf ein Tänzchen wagen“. Für das Stück wurden die Texte passenderweise leicht umgeschrieben.

Ein vergnügliches Stück für Kinder, die damit ein wenig Spaß an der Oper bekommen.

Am 25. November 2023 ist das Stück um 15 Uhr erneut im Opernfoyer zu sehen. Für mobile Vorstellung kann man sich an das Team der Musiktheatervermittlung wenden unter jungeoper@theaterdo.de




Instame – Gefährliche Vermengung von Internet und Real Life

Im Operntreff der Oper Dortmund konnte das junge Publikum am 27.09.2023 die Uraufführung des Auftragswerks „Instame“ erleben.



Es handelt sich hierbei um eine moderne und frische Oper, die sich mit den Gefahren, die aus einer Vermengung der beiden Daseinsebenen (digitale und reale Welt) musikalisch und theatral auseinandersetzt.

Franz Schilling (Batman, im Hintergrund), Cosima Büsing (Linny), Wendy Krikken (Sanny)
Foto: (c) Björn Hickmann
Franz Schilling (Batman, im Hintergrund), Cosima Büsing (Linny), Wendy Krikken (Sanny)
Foto: (c) Björn Hickmann 

Es geht um ein brisantes Thema, das die Realität der Jugendlichen betrifft und sie eventuell für das Genre „Oper“ zugänglich macht.

 Die Oper von Kathrin A. Denner unter der Regie von Lukas Wachernig ist in Kooperation mit der Akademie für Theater und Digitalität entstanden.

Musikalisch begleitet wurde die Oper von einer kleinen Abordnung der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Olivia Lee-Gundermann.

Die verschiedenen Stimmungslagen, ob spielerisch-humorvoll bedrohlich, fanden ihren atmosphärischen Ausdruck in Geräuschen und der Musik.

In „Istame“ wird der digitale Raum auf eine Bühne (Ort der Selbstdarstellung) verlegt. Das Publikum blickt unmittelbar in das Jugendzimmer der Influencer*in Sanny (Wendy Krikken), die wie ihre Freundin Linny (Cosima Büsing, neu im Junge Oper-Ensemble) ständig online ist. Es geht nur um Selbstdarstellung, „Likes“, viele „Follower“, Geld, Werbegeschenke und Shoppen. Als sich Sanny im den geheimnisvollen „Schiller“ verliebt und die Reality (OMG) in Form des „ertinderten Batmans“ die Lebenswirklichkeit bedroht, sind die beiden Insta-Girls überfordert. Das System ist überlastet und stürzt ab…

Das neue Ensemble-Mitglied der Jungen Oper spielte sowohl den als witziges Einhorn verkleideten „Happycorn“ vom Shopping-Lieferdienst wie auch den „Batman“ mit viel Herzblut. Alle drei Darsteller*innen konnten sowohl mit ihren Stimmen als auch ihrer schauspielerischen Darstellung der Typen.

Oft humorvoll-ironisch überzeichnet, doch auch provokant-radikal, weist die Oper deutlich auf mögliche Gefahren mit katastrophalen Folgen hin, wenn sich digitale und reale Welt konfliktreich vermengen.

Infos zu weiteren Aufführungsterminen erhalten sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 27 222