Die Chimären des Rombergparks

Susanne Schütz stellt derzeit, vom 6. bis 27. Februar im Torhaus aus

Susanne Schütz, eine junge Dortmunder Künstlerin mit einem Atelier im Depot, stellt ihre Gemälde im Torhaus der ehemaligen Burg Haus Romberg unter dem Titel: Die Chimären des Rombergparks.

Das Sujet wirkt im ersten Moment etwas befremdlich, denn alle menschlichen Formen sind insektenhaft dargestellt. Es hat etwas von Science Fiction. So als seien Außerirdische gelandet.

Im Gespräch mit Susanne Schütz, der Künstlerin, wird deutlicher, wie es zu diesen ungewöhnlichen Bildern kam. Einmal das Ausstellungsgelände, bzw. der Ort. Das ehemalige Torhaus des Schlosses Romberg am Haupteingang zum Botanischen Garten Rombergpark. Einem der größten botanischen Gärten der Welt und schon von einem der ehemaligen Schlossherren im 18. Jahrhundert angelegt.

Torhaus mit Biene: Susanne Schütz stellt in der dortigen Galierie aus.
Torhaus mit Biene: Susanne Schütz stellt in der dortigen Galierie aus.

Und dann ist da noch Georg Samsa aus „Die Verwandlung“ von Kafka. Das Sujet ist in der Tat kafkaesk. Wer  Peterchens Mondfahrt kennt und Herrn Sumsemann, könnte auch hier Entsprechungen finden, wobei das ein persönlicher Eindruck ist, vielleicht wegen der Unvoreingenommenheit von Peterchen, als er Herrn Sumsemann trifft …

Auch der barocke Kaffeetisch ist „insektiziert“, wie man sich auch selbst in Spiegelbildern betrachten mit mehr oder weniger „insektiziden“ äußeren Eigenschaften. Metamorphosen eben, ganz wie bei Herrn Samsa. Befremdlich? Ja! Aber bewusst, denn durch unser Handeln, Glyphosat, etc. im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen, nehmen wir keine Rücksicht auf unsere Umwelt im ewigen Mehr einer pervertierten Bronzezeitwirtschaft, in der die Schwächsten verlieren Insekten, Vögel, auch Menschen. Die Bronzezeit endete mit den „Seevölkern“ … eigentlich kamen die Zusammenbrüche der damaligen Imperien von innen heraus … jetzt wie viele Autoren in ihren Romanen beschreiben von Insekten?

Faszinierend sind die Bilder alle, besonders beeindruckend aber das elegant wirkende androgyne Mensch-Käfer Wesen, das mit einem Eichhörnchen interagiert. Oder auch der verdammt wütende Beau, der zu einem Schmetterling mutierte, man möchte ihm gerade nicht wirklich begegnen, denn Schmetterling werden, war nicht auf seiner Agenda.

Bei einigen Bildern wirkt es als seien sie „autobiografisch“, da sie eine Ähnlichkeit mit der Künstlerin Susanne Schulz aufweisen. Aber das kann auch ein Einbildung sein, denn Frau Schulz ist alles andere als eines der Wesen, die sie Porträtiert hatte …

Sollte einem Besucher eines der Bilder gefallen, so kann er es auch käuflich erwerben.




Fotokunst zwischen Illusion und Realität

In der Städtischen Galerie Torhaus Rombergpark haben Interessierte vom 21.11.2021 bis zum 12.12.2021 Gelegenheit, vierzehn großformatige fotografische Werke von Rolf Kluge aus den Jahren 2014 bis 2019 unter dem Titel „GegenÜberWelten“ zu sehen. Kluge arbeitet seit 1992 als Fotograf und Grafik-Designer in Lennestadt.

Während seiner diversen Reisen durch die Welt begeisterte ihn nicht nur die jeweilige Architektur in den verschiedenen Ländern und Städten, sondern die Bedeutung einzelner von ihm ausgewählten Fragmente in Bezug zu ihrer Umgebung.

Rolf Kluge vor seinen Arbeiten „Hongkong_2“ und „Guanghzou_2", beide von 2018.
Rolf Kluge vor seinen Arbeiten „Hongkong_2“ und „Guanghzou_2″, beide von 2018.

Mithilfe einer langen Brennweite ist es ihm möglich, aus der Entfernung einen Ausschnitt eines Gebäudes, Restaurants oder Schaufensters zu definieren. Er sieht beispielsweise eine Fassade, folgt seiner Intuition, sucht und definiert den Ausschnitt mit der Kamera. In den Flächen dieses Ausschnitts spiegelt sich das Gebäude oder eine Folie vielfach wider.

Es geht dabei darum, das scheinbar Unüberschaubare und die Details, die sich darin verstecken zu erkunden. Mit seinem visuellen Konzept entsteht eine spannende minimalistisch-abstrakte Formensprache, die von den Betrachtenden entschlüsselt werden muss. Diese werden eingeladen, sich auf Neues, Unerwartetes sowie Rätselhaft-Ungewohntes zu entdecken.

Der Künstler arbeitet mit Verzerrungen und Spiegelungen und bringt so lineare Strukturen in Bewegung. In Bangkok Airport (2015) erzeugen die Spiegelungen etwa den Effekt mehrerer übereinanderliegender Schichten. Hongkong (2018) und Hongkong 2 (2018) zeigen wiederum tanzende Fassaden aus lauter kleiner sich im Licht bewegender Bestandteile und völlige Auflösung der Linearität.

Kluge arbeitet (wie die alten Meister) dabei sehr detailgetreu und wenn er durch Gardinenstoffe oder andere Gitterstrukturen fotografiert, bekommt man als Betrachter das Gefühl, die unterschiedlichen Materialien spüren zu können.

Die Werke haben keinen speziellen Namen, sondern sind nach den jeweiligen Orten benannt.

Eine offizielle Vernissage wird es wegen der Corona-Situation nicht geben.

Das Torhaus ist geöffnet dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Ein Rundgang durch die Ausstellung wird auch in der virtuellen Galerie präsentiert: www.virtuellegalerie-dortmund.de




Torhaus Rombergpark zeigt Arbeiten von Monika Jährig

Werke der Künstlerin Monika Jährig sind ab Sonntag im Torhaus am Rombergpark zu sehen. Während zahlreicher Spaziergänge durch die Natur haben sie die Schattenwürfe von Pflanzen, Blättern und Bäumen fasziniert. Fotos, die sie auf Reisen gemacht hat, nutzte Monika Jährig zur Anregung für ihre Einzelausstellung.

Unter dem Titel „Schattengewächse“ hat sie alle Exponate nach einem geschlossenen Konzept neu entwickelt. Es sind Malereien, Zeichnungen, Drahtobjekte für Wand und Boden und eine komplexe Bodeninstallation entstanden. Die Installation besteht aus Drahtobjekten in verschiedenen Höhen und Formationen. Auf dem Boden liegen transparente Bodenplatten, auf die mit Edding gezeichnete Schatten auf einer Wasseroberfläche imitieren. Die reellen Schatten der Drahtobjekte verschwimmen mit den vorgegebenen Schatten und sind so in ständige Wandlung. Eine Wandinstallation aus 24 kleinformatigen Tuschezeichnungen mit organischen Schattenmotiven vervollständigt den harmonischen Gesamteindruck.

Monika Jährig bei ihrer Bodeninstallation aus Drahtobjekten und weiteren Materialien. (Foto: © Anja Cord)
Monika Jährig bei ihrer Bodeninstallation aus Drahtobjekten und weiteren Materialien. (Foto: © Anja Cord)

Monika Jährig studierte Kunst an der Universität Dortmund und blickt auf zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen zurück. Ihre Arbeiten befinden sich im öffentlichen und privaten Besitz. Sie lebt und arbeitet in Marl und Waging am See (Bayern). Monika Jährig ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler Westfalen e. V. und bei ver.di Kunst und Medien.
Die Ausstellung wird veranstaltet vom Kulturbüro der Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstler Westfalen.

Monika Jährig ist am Sonntag, dem 26. September von 10h bis 13h anwesend.

Die Ausstellung kann vom 26. September bis 17. Oktober in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark besichtigt werden. Ein Rundgang durch die Ausstellung ist auch unter www.virtuellegalerie-dortmund.de möglich.




Eine „quadratische“ Ausstellung im Torhaus Rombergpark

Die Künstlerinnen und Künstler der „Dortmunder Gruppe“ präsentieren mit der Ausstellung „ FORMAT QUADRAT“ erneut Arbeiten zu einem außergewöhnlichen Thema. Dabei ist der Ort, das Torhaus am Rombergpark, quasi das Gegenteil eines Quadrates. Dennoch überzeugen die Mitwirkenden mit erstaunlichen und abwechslungsreichen Werken. Zu sehen ist die Ausstellung vom 01. bis zum 22. August 2021.

Malerei, Fotografie und Objekte – die Vielfalt der Dortmunder Künstlergruppe ist groß. Dabei gab es keine Vorplanung, wie Alexander Pohl, der Vorsitzende der Dortmunder Gruppe verriet. Jedes Mitglied konnte soviel Arbeiten abgeben, wie es wollte. Letztendlich entschied die „Hängekommission“, was in dem Raum im Torhaus für die Besucherinnen und Besucher zu sehen ist.

Wolfgang Schmidt präsentiert seine typischen Figuren, die Fotografin Erika A. Schäfer zeigt doppelseitig bedruckte Fotos in Quadratform, die sie zu dreidimensionalen Figuren faltet und über ihren Bildern verteilt. So entsteht Chaos in der Ordnung. Birgit Feike arbeitet mit rot-weißen Absperrbändern, die sie zu dreidimensionalen Installationen verwebt.

(v.l.n.r.) Jan Bormann, Alexander Pohl und Monika Pfeiffer in der "Speaker's Corner" von Bormann.
(v.l.n.r.) Jan Bormann, Alexander Pohl und Monika Pfeiffer in der „Speaker’s Corner“ von Bormann.

Claudia Terlunen ist mit zwei Arbeiten vertreten, die minimalistisch und monochrom gehalten sind. Auch Monika Pfeiffer hat Farbe reduziert. „Manchmal hat man das Bedürfnis nach Farbe, manchmal nicht“, so die Künstlerin.

Etwas provozierend formuliert Silvia Liebig ihre Arbeit mit „Dann fickt euch doch in die Bundeskunsthalle“. Ein Seitenhieb auf die Kunstszene, die Beziehungen und Vitamin B dazu benutzt, um auf dem Kunstmarkt weit nach oben zu kommen. Die sechs quadratischen Bilder von Alexander Pohl drehen sich um die Verfügbarkeit von (weiblicher) Sexualität im Internet. „POR-NO“ tragen die verfremdeten Fotografien als Titel, wobei die Vaginas der Frauen durch schwarze Quadrate verdeckt sind.

Roul Schneider zeigt zwei Arbeiten, die er hauptsächlich aus Erde gemacht hat. Nicht einfache Erde, sondern aus besonderen Fundorten. Das große Bild „Maya“, das an das südamerikanische indigene Volk erinnert, wurde aus Erde gemacht, die aus einer archäologischen Ausgrabung in Dortmund stammt. Dort war eine alte Ziegelei. Die besonderen Erden mit ihrer individuellen Farbgebung machen den Reiz der Bilder von Schneider aus, die zudem sehr meditativ sind. Gut zu sehen beim Bild „Beyond“, das aus Erde aus Norddänemark, Rügen und Mecklenburg-Vorpommern entstand. Der weiße Trichter im Zentrum des Bildes scheint den Betrachter direkt hineinzuziehen.

Auch Installationen gibt es: Neben Holzskulpturen von Pia Bohr und einer Arbeit von Dina Nur hat sich Jan Bormann mit der Corona-Pandemie auseinandergesetzt und eine „coronakonforme“ Speaker-Corner geschaffen.

Es würde zu weit führen, alle Arbeiten vorzustellen, denn insgesamt stellen 22 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke aus. Von daher lohnt sich ein Besuch der Ausstellung auf jeden Fall.

Die Öffnungszeiten des Torhauses sind: dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags und feiertags 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.




Zurück vom Titicacasee

Bis zum 08. November 2020 hatten die Künstlerinnen und Künstler der Dortmunder Gruppe die Gelegenheit genutzt, mit eigenem und fremden Material gemeinsam Kunstwerke zu schaffen (wir berichteten). In Zeiten von Corona war das gemeinsame Arbeit auch ein weg, um ein wenig aus der Isolation zu kommen. Der Austausch untereinander hatte 2020 durch die beiden Lockdowns sehr gelitten. Die Idee einer gemeinsamen thematischen Arbeit, wobei jede/r Künstlerin und Künstler autonom für sich arbeitete war geboren und manifestierte sich in der Ausstellung „Urlaub am Titicacasee“, die am 18. Oktober im Torhaus Rombergpark startete.

Zu Beginn nahm jeder der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler Material aus seinem Atelier mit. Somit entstand quasi eine künstliche Insel im Torhaus. Aus diesem Material konnte sich jede/r bedienen.

Was ist entstanden? Da der Titicacasee sehr stark verschmutzt ist, gab es einige Arbeiten, die sich mit dem Thema der Umweltverschmutzung beschäftigten. Andere KünstlerInnen erkundeten die Natur wie die Bildhauerin Pia Bohr beispielsweise, die aus nicht benutzten Holzstücken und anderen Materialien eine Schlange fertigte. Rosa Fehr-von Ilten widmete ihre Arbeit den Fröschen des Sees. Lutz Kemper entschied sich für den Condor, wobei unklar ist, ob er vielleicht nicht die deutsche Fluggesellschaft meint. Wenn alles nicht hilft, brauchen wir einen Notausgang, dachte sich Monika Pfeiffer und erschuf einen.

Ein Blick in die entstandenen Kunstwerke vom "Urlaub am Titicacasee".
Ein Blick in die entstandenen Kunstwerke vom „Urlaub am Titicacasee“.

Eindrucksvoll ist auch der Schamane von Roul Schneider, der sitzend auf die Erleuchtung wartet. Die Ureinwohner spielten auch bei mancher KünstlerIn eine Rolle.

Wolfgang Schmidt bezog die Besucher, die ins Torhaus kamen, in sein Kunstwerk sein. Sie könnten seine markante Figur eigenhändig bemalen.

Wer jetzt sagt: Schade, die Ausstellung hätte ich gerne gesehen, den kann ich beruhigen. Zumindest virtuell wird es möglich sein die Entwicklung des ganzen Projektes mitzuverfolgen. Denn es wird ein Film erscheinen, der die Prozesse in Zeitraffer noch einmal entstehen lässt. Mehr Informationen dazu auf der Seite http://www.torhaus-rombergpark.de/




Eva Witter-Mante: Die Wunderwelt

Die Galerie Torhaus Rombergpark zeigt bis zum 13. September die Ausstellung „Mirabilis Mundi“ (Wunderwelt) von Eva Witter-Mante. Die Künstlerin kommt aus dem Bereich Bildhauerei und, das ist an den Objekten und Skulpturen gut zu erkennen. Das besondere an den Arbeiten von Witter-Mante ist das Material: Sie benutzt Kabelbinder.

Witter-Mante schafft mit ihren Objekten und Skulpturen etwas Ungewöhnliches. Das eigentlich unorganische Material kabelbinder verwandelt sich bei ihr in ein organisches Kunstwerk. So werden Kabelbinder zu stacheligen Lebensformen, aber auch zu labilen, spielerischen Modulen.

Eva Witter-Mante mit einer ihrer Arbeiten "Linienpoesie". Zu sehen in der Galerie Torhaus Rombergpark.
Eva Witter-Mante mit einer ihrer Arbeiten „Linienpoesie“. Zu sehen in der Galerie Torhaus Rombergpark.

Bemerkenswert ist die Arbeit „Schöner Wohnen“, hier sind sechs Plexiglas Häuser zu sehen, aus denen weiße Kabelbinder wie Igelstacheln ragen. Auffallend ist die Gleichförmigkeit der Häuser. Die Stacheln lassen eine gewisse Wehrhaftigkeit erkennen, ein deutliches „Du kommst hier nicht rein“.

Kabelbinder gibt es nicht nur in Weiß oder Schwarz. Das macht sich die Künstlerin im Werk „Evolotion“ zu nutze. Hier lässt sie das Grün des Romberparks und das Blau des Wassers ins Torhaus, woraus sich kleine Urtierchen bilden.

Die Idee sich mit Kabelbinder zu beschäftigen, entwickelte sich für Witter-Mante mit der Zeit. „Zunächst war es eine kleine Herausforderung. Ich dachte mir, es sieht spannend aus, mach etwas daraus.“

Es gibt auch wieder die Möglichkeit, sich die Ausstellung virtuell anzuschauen. Die Internetadresse lautet: www.virtuellegalerie-dortmund.de




Die Natur als Wandel

Vom 28. Juni bis zum 19. August zeigt das Torhaus Rombergpark die neue Ausstellung von Richard A. Cox unter dem Titel „Die Natur der Dinge“. Zu sehen sind über 30 Arbeiten, die mit Ölpastell auf Karton gemalt wurden.

Seine Arbeiten drehen sich um das übergeordnete Thema „Natur“. Dem Künstler geht es um die Fragen: Wie verändert sich die Natur durch den Lauf der Jahreszeiten oder den Tag- und Nachtwechsel. Dabei entsteht eine Art evolutionärer Prozess. „Ein Bild, was fertig ist, ist ein Vorbote des nächsten“, so der Künstler.

Richard A. Cox zeigt den Wandel der Natur im Torhaus Rombergpark.
Richard A. Cox zeigt den Wandel der Natur im Torhaus Rombergpark.

Wie für viele Künstler ist die Natur für Cox eine immerwährende Inspiration. „Letztendlich sind wir ein Teil der Natur“, so Cox. Gerade die Corona-Krise und der erfolgte Lockdown hat manche Dinge deutlich gemacht: Die Luft wurde sauberer und es gab weniger Schadstoffemissionen. So konnte sich die Natur etwas erholen.

Ursprünglich ist Cox Grafiker. Daher ist die Zeichnung der Anfangspunkt. Darüber hinaus arbeitet er in Serien. Seine Ausstellung besteht aus drei Serien. „The Nature of Things“, „Keimung“ und „Am Wegesrand“. Auf seinen Bildern ist wachsendes Getreide zu erkennen, zwar abstrahiert, aber immer noch zu bestimmen. Die Arbeiten sind oft in kräftigen Farben wie Rot, Geld, Grün und Blau, so dass sich dem Betrachter Landschaftsbilder öffnen wie beim Spaziergang auf dem Land.

Wegen der Corona-Pandemie ist auch diese Ausstellung unter der Adresse www.virtuellegalerie-dortmund.de virtuell zu erleben.




Gedankenbilder zur Schöpfungsgeschichte im Torhaus

In der Städtischen Galerie Torhaus Rombergpark in Dortmund ist vom 07. bis zum 21. Juni 2020 die Ausstellung „Gedankenspross“ mit 28 Werken der Künstlerin Bärbel Thier-Jaspert zu sehen. Ursprünglich studierte Thier-Jaspert an der Fachhochschule Münster visuelle Kommunikation. Seit1999 ist sie Mitglied des Depot Dortmund und hat dort auch ihr Atelier. Neben Deutschland stellte sie unter anderem in Korea, China oder Ägypten aus.

Ihre Arbeiten in verschiedenen Formaten präsentiert sie zum großen Teil mit Grafitstift auf Papier oder Leinwand als zusammenhängende Rauminstallation. Die grafischen Arbeiten stehen gleichwertig neben malerischen Umsetzungen.

„Gedankenspross“ ist wie ein wachsender Keimling, der etwas zartes und gleichzeitig kraftvolles hat, so die Künstlerin. Als Zentrum in der Mitte des Raumes befinden sich im Halbkreis angeordnete über neun Gestelle hängende Zeichnungen auf Pappelholzstele („ Der Kreis“). Inspiriert wurde die Ausstellung von einem indischen (Veba) Text.

Mit dem Oberthema Schöpfungsgeschichte verbunden sind die grundsätzlichen Fragen wie: War am Anfang „Nichts“? Wo war oben, wo unten? Welcher Art sind die Gedanken, die alles formten? Die Natur spielt natürlich eine große Rolle.

Bärbel Thier-Jaspert zeigt ihre Arbeiten in der Galerie Torhaus mit dem Titel "Gedankenspross".
Bärbel Thier-Jaspert zeigt ihre Arbeiten in der Galerie Torhaus Rombergpark mit dem Titel „Gedankenspross“.

Sinnbildlich für diese vielen Gedanken erkennt man bei näherer Betrachtung auf einer Arbeit ganz klein eine „nachdenkende“ Person in hervorstechender roter Farbe.

Es entsteht ein Raum voller Gedankenbilder, der den Betrachtern viel Raum für eigene Assoziationen und Überlegungen lässt.

Die Arbeiten können auch käuflich erworben werden (Preisliste liegt aus)

Corona-bedingt fällt die übliche Eröffnungsveranstaltung am Sonntag, den 07.06.2020 aus. Das Torhaus ist jedoch für interessierte BesucherInnen geöffnet. Es dürfen jeweils acht Personen (natürlich mit Mund-Nasen-Schutz) herein gelassen werden.

Zur näheren Information ist ein Film mit einer Einführung der Kunsthistorikerin Anke Schmich unter www.virtuellegalerie-dortmund.de im Netz zu sehen.

Darüber hinaus macht das Kulturbüro die Ausstellung unter der Web-Adresse http://www.torhaus-rombergpark.de als virtuellen Durchgang verfügbar.




Emanzipatorische Kunst und weiblicher Blickwinkel

Unter dem Titel „Formen, Muster, Erinnerungen“ sind vom 08.03.2020 bis zum 29.03.2020 im Torhaus Rombergpark Zeichnungen, Illustrationen, Skulpturen oder Fotografien von der freischaffenden Künstlerin Anna Hauke zu sehen.

Für das Verständnis ihrer Arbeiten zwischen Realität und Phantasie (Surrealität) ist ihr Lebensweg von zentraler Bedeutung.

Die Künstlerin wurde 1986 in Polen (ehemals Oberschlesien) in ein streng katholisches Elternhaus hinein geboren. Die negative Einstellung zur Gleichstellung von Mann und Frau, Sexualität, insbesondere Homosexualität sowie der religiöse Macht in Polen erlebte sie von Kindheit an. Auch die Konflikte und Feindseligkeiten zwischen Polen und Deutschen war spürbar. Mit der Pubertät wuchs ihre Konflikt mit dem religiösen Dogmen. 2005 wanderte sie nach Deutschland aus aus, schloss ihr Studium der Pädagogik (Schwerpunkt Kunst- und Theaterpädagogik) ab und lebt seit 2014 als freischaffende Künstlerin in der Dortmunder Nordstadt.

Das Cover der Einladungskarte zeigt eine Arbeit der Künstlerin Anna Hauke.
Das Cover der Einladungskarte zeigt eine Arbeit der Künstlerin Anna Hauke.

Sie verarbeitet in ihren Illustrationen Elemente aus ihrer alten Heimat. So sind deutlich Frauen in polnischer Tracht auch in Kontrast zur urbanen aktuellen Wirklichkeit zu erkennen. Wie Anna Hauke beim Pressegespräch erklärte, ist sie inzwischen aus der Kirche ausgetreten. Das dies ein befreiender Akt war, zeigt sich in ihrer Arbeit „Warum ich aus der Kirche austrat“ mit einer glücklich aussehenden Frau (in Tracht) auf einer Blumenwiese.

Interessant ist auch ihr partizipatorisches „Mind-Stempel-Mappin“Projekt (Acryllack, Tusche), wo an die zwanzig Personen „Koseworte“ für das weibliche Geschlecht (zum Beispiel „Pflaume“, „Maultasche“ u.s.w.) mit Stempel aufdrücken durften.

Ein besonderes Statement mit ihren duftenden Skulpturen aus handgemachter Seife. Dort wurden Abdrucke von verschiedenen weiblichen Geschlechtsorganen verewigt. Die „saubere Seife“ wurde in in die oft in die Schmuddelecke verbannten weiblichen Geschlechtsorgane gebracht.

Aus der Serie Kindheitserinnerungen „Kinder und Fische haben keine Stimme“ ist eine künstlerisch gelungene Anspielung auf ein altes polnisches Sprichwort.

Anna Hauke ist aber auch begeistert von der Farbe Indigo. Da sie gerne mit verschiedenen Techniken experimentiert, benutze sie sowohl Webtechnik, japanische Shibori-Technik, Origami- Falttechnik auf Stoff und echter Indigo-Farbe.

Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, dem 08.03.2020 um 11:00 Uhr in der Galerie Torhaus Rombergpark statt.

Die Künstlerin ist selbstverständlich anwesend.

Einführung: Angelika von Ammon (M.A. Kulturanalyse und Kulturvermittlung).

Soundperformance: Trio Randale




Form und Farbe – Arbeiten von Angela Adele Möllenbeck im Torhaus

Abstrakte Malerei in ausdrucksstarker Farb- und Formensprache zeigt die Künstlerin Angela Adele Möllenbeck in der städtischen Galerie im Torhaus Rombergpark. Mit 15 Gemälden und fünf Skulpturen füllt sie Wände und Raum des Torhauses.

Obgleich die Bilder alle betitelt sind, lassen die meist großformatigen Werke dem Betrachter Raum seinen Vorstellungen und Assoziationen nachzuspüren. Dazu möchte die Malerin auch explizit einladen.

Offen erzählt die Künstlerin wie sie die Arbeit an ein Gemälde gestaltet. Wenn sie beginnt, hat sie eine bestimmte Vorstellung von Farbe und Format, dann übernimmt ihre Intuition die Führung. Nach zweistündiger Arbeit taucht sie wieder auf und bewertet, was bis dahin entstanden ist. Vielleicht ist das Bild dann schon fertig, vielleicht bedarf es dann weiterer Bearbeitung.

Angela Adele Möllenbeck zeigt abstrakte Arbeiten im Torhaus. (Foto: © Anja Cord)
Angela Adele Möllenbeck zeigt abstrakte Arbeiten im Torhaus. (Foto: © Anja Cord)

Das Zeichnen begleitet die Künstlerin täglich. In einer Kladde hält sie ihre Eindrücke und Vorstellungen fest. Diese Übungen geben ihr beim Malen in großen Formaten die nötige Sicherheit, die Linienführung und Anlage der Flächen sicher zu finden. Speziell ist auch ihre Methode, die Bilder auf dem Boden liegend in der Aufsicht zu malen.

Ähnlich geht sie in ihrer bildhauerischen Arbeit vor. Sie wählt gezielt die Steinart und die Steinform aus, dann beginnt die Reise zur Entstehung einer Skulptur. Während die gezeigten Bilder schon vor zehn Jahren entstanden, kommen die Skulpturen frisch aus dem Atelier.

In den fünf ausgestellten Arbeiten setzt sie sich mit dem Prinzip der Spannung zwischen konvexen und konkaven Formen und Linien auseinander. Die Oberflächen der Arbeiten aus Anröchter Kalksandstein und Granit Kiesel sind durch intensive Bearbeitung uneben gestaltet und schimmern durch die Behandlung mit Steinöl samtig matt.

Angela Adele Möllenbeck ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK), sowie der Künstlergruppe „Duktus“ Künstler im RuhrRevier.

Die Ausstellung läuft vom 9. Februar bis zum 1. März.