Inklusionstage im Depot 2017

[fruitful_alert type=“alert-success“]Koordinator Marek Kot, Schauspielerin Alexandra Madej und Regisseur Peter Feuerbaum freuen sich auf interessante Inklusionstage 2017 im Depot.[/fruitful_alert]

Seit dem Jahr 2015 werden die Inklusionstage im Dortmunder Theater im Depot durchgeführt. Ziel dabei ist es nicht nur, auf das große Potential von „Menschen mit mit Behinderungen“ in Kultur und Gesellschaft hinzuweisen, sondern das sie auch die Gelegenheit bekommen, sich aktiv kulturell und gesellschaftlich zu einzubringen und zu engagieren.

Für Berthold Meyer, dem Leiter des Theaters im Depot und Marek Kot, dem Koordinator des Projekts, ist es ein emotionales und wichtiges Anliegen, die inklusive Zusammenarbeit auch im Bereich Theater zwischen Menschen „mit und ohne Behinderungen“ voran zu bringen. Das Depot bietet dafür einen Raum. Frei nach dem Motto: „Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert.“ In diesem Jahr wird ein etwas verkleinertes, aber feines Programm durchgeführt.

Am Samstag den 29.04.2017 findet um 16:00 Uhr die Premiere der Tragikomödie „Erinnerungen“ des Gehörlosentheater Dortmund unter der Regie von Peter Feuerbaum statt. Hier spielen Gehörlose und nicht-gehörlose Amateur-SchauspielerInnen zusammen auf der Bühne. In diesem vier Personen Stück hat eine fast hundertjährige Mutter und ihre über siebzig jährige Tochter ihr gesamtes Leben in ihrem Haus in vielen Kartons verpackt. Die Tochter will nun endlich aufräumen. Die Sichtung der Kartons rufen nicht nur alte Erinnerungen hervor, sondern veranschaulichen auch verpasste Lebenschancen. Am Ende steht auch die in gegenseitiger Abhängigkeit gefesselte Mutter-Tochter Beziehung auf dem Prüfstand…

Die Vorstellung dauert zirka 90 Minuten und zum besseren Verständnis für die nicht gehörlosen Personen im Publikum fungiert der Schauspieler Markus Veith als Erzähler im Hintergrund. Sicherlich ein spannendes Abenteuer für das Publikum, wenn es sich nur darauf einlässt.

Am Sonntag, den 30.04.2017 kann das Publikum das Ergebnis des Projekts „Heimatspuren“ der Kompanie Windspiel im Theater im Depot erleben. Verschiedene Herkunftsgeschichten und Heimatempfindungen von Mitgliedern der Kompanie, die aktuell aus 21 Darstellerinnen und Darstellern mit unterschiedlichen Fähigkeitenprofilen besteht, wurden verfolgt und künstlerisch verarbeitet. Auf der Grundlage von Gesprächen und Assoziationen erfolgte eine Umsetzung in Tanz, Bewegungstheater und Performance. Anregungen bekam die Kompanie durch Beschäftigung und Auseinandersetzung mit ihrer Kultur, Herkunft und ihrem persönlichem Heimatgefühl.

Weitere Informationen zu den Inklusionstagen und Ticketpreisen erhalten Sie unter: http://www.depotdortmund.de/theater-im-depot




Blick hinter die Schauspielfassade

[fruitful_alert type=“alert-success“]Glanz und Elend der Schauspielkunst präsentiert Markus Veith. (Illustration © Christian Turk)[/fruitful_alert]

Mit seinem Kabarett-Theaterstück „Lampenfieber – Jetzt mal in echt“ hat der Dortmunder Schauspieler und Schriftsteller Markus Veith am 22.04.2017 im hiesigen Theater im Depot einen humorvollen und nachdenklichen Einblick in die die skurril-verrückte Welt hinter der Fassade des Theater- und Filmbusiness gegeben.

In diesem Solostück wurde die Bühne für das Publikum zu einer Theater-Garderobe. Die ZuschauerInnen bekommen akustisch das Ende der Aufführung von „Lampenfieber“. Inhalt dieses Stückes waren der harte Kampf des jungen aufstrebenden Schauspieltalents, die Phase des großen Erfolgs und langsamen Abstiegs des alternden Stars. In einem fiktiven „meet and greet“ nach der Vorstellung erzählt der Schauspieler in der Garderobe nicht nur amüsante-skurrile Anekdoten aus dem Leben bekannte Schauspielgrößen aus der Filmgeschichte wie Heinz Erhard, Hans Albers, Hans Moser , Zahrah Leander und viele andere, sondern räumt auch humorvoll mit gängigen Vorurteilen auf. Sind Filmschauspieler etwa besser als Theaterschauspieler und haben es „zu etwas gebracht“, nur weil sie im Fernsehen einem Millionenpublikum bekannt sind? Ist Schauspieler ein richtiger Beruf oder eine „brotlose Kunst“?

Markus Veith schlüpft gekonnt mit wenigen Requisiten in die Rolle diverser Kollegen. Mit Sprache und Gestik schafft er es, die Personen lebendig auf die Bühne zu bringen. Es war interessant zu beobachten, wie die anfängliche leichte Distanz durch das unbekannte Publikum immer mehr schmolz. Nach kürzerer Zeit entstand eine entspannte und familiäre Atmosphäre. Emotional wurde es, als Veith aus seinem eigenen Erfahrungsschatz plauderte. Mit teilweise autobiografischen Anekdoten erfuhren die Zuhörer einiges über seine Erlebnisse mit KollegInnen und Regisseuren und seinem persönlichen Mentor. Höchst amüsant waren die Geschichten aus seiner langjährigen Arbeit im Bereich Kindertheater mit seinem ganz besonderen Publikum.

Die kleinen Schwächen, Macken und Eigenheiten seiner Schauspielkollegen wurden mit Respekt und Nachsicht, aber mit der notwendigen Bissigkeit auf der Bühne dargestellt.

Ein sehr amüsanter und aufschlussreicher Abend über das harten und schönen Seiten des Show-Business.

Die nächste Vorstellung im Depot ist am Samstag, den 20.05.2017 um 20:00 Uhr.

Nähere Informationen erhalten sie unter redaktion@depotdortmund.de

 




Kabarett-Theaterstück um Schauspielszene

[fruitful_alert type=“alert-success“]Wie Schauspieler mit Lampenfieber und anderen kleinen Schwächen umgehen, erzählt Markus Veith. (Foto: © Heiner Schäfer).[/fruitful_alert]

Schauspieler und Schriftsteller Markus Veith hat das Publikum schon mit einige Solo-Stücken, darunter etwa eines über „Wilhelm Busch“, im Dortmunder Theater im Depot unterhalten. Dabei wurde natürlich viel in Reimen gesprochen. Mit seinem neuen Kabarett-Theaterstück „Lampenfieber – Jetzt mal in echt“ lässt er das Publikum hinter die Kulissen dieses besonderen, skurril-verrückten Theatervolks blicken.

Das Stück fängt nach Beendigung der Premiere von „Lampenfieber“ an und führt das Publikum in die Theater-Garderobe zu einen privatem Einblick und Plauderei ein. Veith schlüpft dabei in viele verschiedene Rollen bekannter Schauspielgrößen wie etwa Heinz Rühmann, Marylin Monroe, Gerd Fröbe, Zarah Leander, Peter Ustinov und andere. Mit raschen Szenenwechsel erzählt er dabei amüsant-skurrile Anekdoten, die wahr oder nicht wahr sein können. Die ZuschauerInnen erfahren etwas über Pleiten und Pannen, Schein und Sein oder Texthängern. Wie orientiert sich zum Beispiel eine stark kurzsichtige Schauspielerin ohne Sehhilfe auf der Bühne?

Vielleicht sieht das Publikum die Promis später in einem anderen Licht,“ so Markus Veith. Es wird eine humorvoll-bissige, aber auch respektvolle Beleuchtung des Show-Business. Regie beim zweistündigen Theaterstück führt der Amerikaner Tony Glaser.„Durch ihn wurde ich Schauspieler,“ verriet Veith.

Premiere ist Samstag, den 22.04.2017 um 20:00 Uhr im Theater im Depot.

Nächste Vorstellung: Samstag, 20.05.2017 um 20:00 Uhr.

Weitere Informationen unter http://www.depotdortmund.de/theater-im-depot




Große Herausforderungen bei Culinaritas

[fruitful_alert type=“alert-success“]gegen den Grippe-Virus. (v.l.n.r.) Thomas Kemper, Jule Vollmer und Jörg Hentschel. (Foto: © Meike Willner)[/fruitful_alert]

Am Samstag, den 25.03.2017 war es endlich soweit. Das Theater im Depot Dortmund startete mit der Fortsetzung des Episodentheaterstücks „Culinaritas – Essen auf Rädern“. Die Staffel II unter dem Titel „Culinaritas – Essen auf Rädern – HaWe haut rein“, stammt wieder aus der Feder von Molly Müller alias Jule Vollmer.

Unter der Leitung von Regisseur Olaf Reitz sind wieder die bekannten Figuren der Firma „Culinaritas“ zugegen.

Der „Essen auf Rädern“ Service bietet neben diversen kulinarischen Angeboten für Menschen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht selbst versorgen können oder wollen, auch noch einen Zusatz-Angebot. Einsame Menschen können sich mit einem Aufpreis 15 Minuten soziale Zeit dazu kaufen. Der ehemalige Sternekoch Holger Wontorraczewski, kurz HaWe (Thomas Kemper) hat sich inzwischen unentbehrlich gemacht. Die Chefin Frau Liebermann spielt Jule Vollmer und den korrekten Buchhalter Herr Stöhr stellt wieder Jörg Hentschel dar. Gleich bei der ersten Episode hat Gastschauspielerin Miriam Langhoff in ihrem Rollstuhl einen eindrucksvollen Auftritt.

Wie es sich für eine Serie gehört, setzt die Staffel II nach einem Feedback-Video dort fort, wo die erste Staffel aufgehört hat. In der zweiten Staffel gibt es neue Herausforderungen für die Firma „Culinaritas“. So setzt eine fiese Grippewelle die Mitarbeiter nach und nach schachmatt. Auch HaWe kämpft mit sich und seinen Kunden. Bei seinem ersten Auftrag wird HaWe von einer Rollstuhlfahrerin, die sich als Chefin einer Softwarefirma entpuppt, mit seinen Vorurteilen konfrontiert. Bei einem Künstler, wunderbar gespielt von Jörg Hentschel, wird live ein Bild von ihm gemalt. Hier werden Künstlermarotten schön durch den Kakao gezogen. Doch es gibt auch ernste und berührende Momente wie der Umgang mit der dementen Mutter einer weiteren Kundin.

Als HaWe danach Grippe geschwächt endgültig ausfällt, muss Buchhalter Stöhr für ihn einspringen. Er bekommt es mit einem ehemaligen strengen und pedantischen Studienrat (ebenfalls Thomas Kemper) zu tun, der alle Klischees eines Vorstadt-Spießers entspricht inklusive privater Verkehrsüberwachung „seines“ Stoppschildes“. Hier entwickelt Stöhr eine ganz besondere Form des Mutes.

Am Ende wird auch noch die Chefin selber von der Grippewelle betroffen. Da muss man sich doch kümmern und zusammenhalten.

Staffel II zeigt wieder viel Liebe zum Detail, Humor, skurrilen Elementen und eine Priese Melancholie. Die Schauspieler überzeugen nicht nur verbal, sonder auch mit Mimik und Gestik. Übrigens: Das von Jörg Hentschel von HaWe live gemalte Bild „Schrecken des Proletariats 1“ wurde am Ende für 125 Euro versteigert.

Weiter Termine und Infos erhalten Sie unter www.depotdortmund.de

Kartenreservierungen & Vorverkauf unter Tel.: 0231/-98 22 336 (AB) oder ticket@theaterimdepot.de




Große Erwartungen und Realität

Das neue Projekt vom Tanztheater des Theaters im Depot und Kobi-Seminare mit dem Titel „Die Scheußlichkeit der schönen Momente“ handelt von hohen und immer höher Erwartungen an unser Leben. Immer mehr und besser sollen die „Highlight“ werden. Die persönlichen individuellen Erwartungen kollidiert natürlich des öfteren mit der Realität. Ars tremonia war bei der Vorstellung am 12.02.2017 anwesend.

Die 14 Tänzer/innen des Tanztheaterprojekts (13 Frauen und 1 Mann) haben zusammen unter der Konzeptleitung und Choreografie von Birgit Götz eine Geschichte um vierzehn Freunden entwickelt, die sich nach längerer Zeit wieder treffen und auf eine gemeinsame Kreuzfahrt gehen. Jeder bringt seine eigene Vorfreude und Erwartungen mit auf diese Reise. Auf engem Raum prallen auch verschieden Charaktere aufeinander.

Die unterschiedlichen Typen wurden gut von den einzelnen Ensemble-Mitgliedern humorvoll und glaubwürdig auf die Bühne gebracht. Da ist die Frau, die ständig von ihrer Familie angerufen wird, die panisch Ängstliche, die mit dem Überblick und den Plan für die Reise, oder diejenige, die eigentlich gar keine Schiffsreise wollte. Natürlich ist auch eine Frau anwesend, die dauernd betont, wie sehr sie sich auf diesen Moment gefreut hat. Eine Sonderstellung hat Holger, der einzige Mann in der Gruppe und schon damals Schwarm der Mädchen auf der Schule. Er spielt mit viel Humor und Ironie den bei den Damen ein wenig Überforderten. Als „Running Gag“ will eine Frau ständig ein Foto der Gruppe machen achtet dabei auf die genaue Positionierung.

Als Einleitung in die Aufführung, noch in Dunkelheit, werfen kleine Gruppen des Tanztheater jeweils verschiedene Worte wie zum Beispiel „Moment“ oder „Moment mal“ in den Raum. Beeindruckend waren die fantasievollen und schönen Gruppen-Tanzchoreografien zu passender rhythmischen Musik.

Ein Podest mit zwei seitlichen Treppenaufgängen mit einer Reling vorn und einem Rettungsring diente als Kreuzfahrtschiff.

Die Erwartungen werden schon am Anfang erheblich gedämpft. Anstatt ins Mittelmeer geht die Fahrt von Köln nach Trier. Also Mosel statt Mittelmeer. Während die Eine an einen festen Ablaufplan festhält, wollen andere „chillen“. Alles wird von den Beteiligten mit Spiel-und Tanzfreude dar gebracht.Den optischen Höhepunkt bildete der Abschlussball und gleichzeitige Geburtstag von Holger. Da war viel Gold und Glitzer zu sehen.

Für das unterhaltsame Tanztheater gab es vom Publikum viel Beifall.

Weitere Vorstellungen finden im Depot noch am 15. und 16.02.2017 um 20:00 Uhr statt.

Kartenreservierung unter: 0231/9822336 oder www.depotdortmund.de




Die Petra Meurer Theatertage 2017

Uwe Schmieder (Schauspieler beim Schauspiel Dortmund) zeigt Zähne für die freie Szene.

Unter dem Motto „Szene zeigen“ finden am 17.02. & 18-02.2017 im Theater im Depot in Dortmund in Kooperation mit der TU Dortmund und der DSW21 Kultur nun zum sechsten Mal die „Petra Meurer Theatertage“ statt.

Diese Theatertage zur Unterstützung der jungen Freien Theaterszene wurden in Gedenken an die 2010 unerwartet verstorbene Dr. Petra Meurer ins Leben gerufen. Während ihrer langjährigen Tätigkeit an der TU Dortmund wurde sie vor allem für ihr Engagement im Bereich der Theaterwissenschaften geschätzt. Die junge freie Theaterszene in ihren verschiedenen Ausdrucksformen lagen ihr dabei besonders am Herzen.

In diesem Jahr liegt die Projektleitung in den Händen von Anna Marienfeld. Die Moderation wird aber wieder Rainer Holl, der Projektleiter der letzten Jahre übernehmen.

Die Petra Meurer Theatertage sind traditionell auf zwei Tagen verteilt. Am Freitag , den 17.02.2017 findet ab 19:00 Uhr der Performance Abend statt. Hier wird ein Ausschnitt aus dem großen kreativen Pool der jungen Freien Theaterszene im Ruhrgebiet dargeboten. Die Spanne umfasst Performance, Musik , Theater und Poetry-Slam. Es werden die Besten aus der Szene im Ruhrgebiet zu sehen sein.

Alte Hasen im Geschäft sind Matthias Hecht & Philipp Ritter mit ihrem Objekttheater. Ritter am Klavier, Hecht in der Manege. Sie machen aus Gegenständen eine Geschichte. Es entsteht etwas Neues mit ungewissem Verlauf. Ihr könnt für diesen Abend gerne interessante Gegenstände von zu hause mitbringen!

Jan Phillip Zymny ist ein Meister im Poetry-Slam. Er ist ist auch Autor, Stand Up-Komiker und Kabarettist.

Mit ihrer innovativen Musik werden das Publikum das Duo Aniyo Kore an diesem Abend mit ihrem Akustik-Set unterhalten. Sie kommen aus dem Dortmunder Norden und sind für ihre speziellen Synthis und dubbigen Echos bekannt.

Das Künstlerkollektiv „Anna Kpok“ bietet musikalisch Innovatives. Mit „Die Teeparty des Kalifen“ präsentiert es eine multimediale Performance mit Laptop.

Für diesen Abend kosten die Tickets 7 € oder 5 € ermäßigt.

Am 18.02.2017 ist dann ab 19:00 der Abend der Preisverleihung. Der Eintritt ist frei.

Die mit insgesamt 2.900 Euro ausgelobten Preise richten sich an innovative freie Performer/innen, Theatermacher/innen oder Literaturaktivist/innen. Eine Jury aus Studierenden, Theatermacher/innen, Lehrenden der TU Dortmund und einem Vertreter der DSW21 haben auch dieses Mal wieder das Beste aus einem breiten Bewerberfeld herausgesucht und präsentieren an diesem Abend die Preisträger.

Für den ersten Preis entfallen 1.500 Euro, die restlichen 1.400 Euro verteilen sich in diesem auf die beiden zweiten Preisträger und den Förderpreisträger.

Es werden Auszüge aus den Produktionen der Gewinner gezeigt. Katharina Neumann (Call me Mary) wird für unterhaltsame Live-Musik sorgen.

Weitere Informationen unter info@pm-theatertage.de oder Tel. 0231 / 982120.




Die Scheußlichkeit der schönen Momente!

Die Kreuzfahrt kann beginnen. (Foto: © Theater im Depot)

Das ist der Titel des neuen Tanztheaterprojekts der Tanzwerkstatt KOBIseminare in einer Kooperation mit dem Theater im Depot in Dortmund.

Das am Tanz interessierte Ensemble sind Erwachsene , die sich unter Leitung und Choreografie von Birgit Götz gemeinsam das Projektthema entwickeln und es auf humorvoll sinnliche Weise mit Tanz, Sprache und Performance umsetzen. Jeder wird nach seinen tänzerischen Fähigkeiten eingesetzt.

Die Grundsituation stellt sich so dar: 14 Freunde, die sich lange nicht mehr gesehen haben, planen eine gemeinsame Kreuzfahrt. Die Vorfreude und die Erwartungen sind riesig groß. Alles soll schön werden. Die unterschiedlichen Vorstellungen werden auf dem Schiff im engen Miteinander schnell klar. Die Enge auf dem Schiff bringt alle einander näher. Oder eben nicht…

Die 14 Akteure zeigen mit ihrem Tanz, Sprach und Humor, was für scheußlich-schöne Momente sich zwischen Menschen ergeben, die nichts anderes zu tun haben, als sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Es wird der Frage der zu hohen Erwartungen nachgegangen und hinterfragt, was eigentlich einen schönen und glücklichen Moment ausmacht.

Die Premiere ist am SA 11.02.2017 um 20:00 Uhr.

Weitere Termine: SO 12.02.2017 um 18:00 Uhr

sowie am Mi 15.02.2017 und am DO 16.02.2017 um 20:00 Uhr.

Kartenreservierung (AK): Theater im Depot: 0231 / 98 22 336 (AB) oder ticket@theaterimdepot.de

Kartenvorverkauf (VVK): DORTMUNDticket,  Max-von-der-Grün-Platz 5-6, 0231 / 18999-444, ticket@dortmund-tourismus.de




Schwerer Weg zu sich selbst

„Bitches“ (v.l.n.r. Fatima Talalini und Lioba Sombetzki) stehen anscheinend nicht so auf E-Books. (Foto: © Christine Köck)

Am Freitag, den 27.01.2017 war im Dortmunder Theater im Depot Premiere für „B.A.-Bitches“des Off-Theater „KomplottLegal“ unter der Regie von Isabel Stahl.

Die Protagonistinnen von KomplottLegal, Lioba Sombetzki und die Poetry-Slammerin Fatima Talalini stellen sich als Lio und Fatima als zwei junge Frauen auf dem Weg zum Bachelor of Arts und ihr Leben und die Schwierigkeiten als freies Theaterkollektiv.

Sie stehen stellvertretend für die junge Generation zwischen Studium und Beruf. In Collagen stellen sie ihre und deren Fragen wie: Wie soll mein Leben verlaufen, wie wichtig ist Erfolg und wie gehe ich mit Enttäuschungen um. Was mache ich, wenn beispielsweise mein Traum, an einer renommierten Schauspielschule angenommen zu werden, erst mal platzt? Wie wichtig ist mir Erfolg? Wie werde ich meinen politischen und feministischen Ansprüchen in einer immer härter werdenden Welt voller Zerstörung, Hass, zunehmenden Konkurrenzdruck und kriegerischen Auseinandersetzungen gerecht. Was macht eine B.A.-Bitch im feministischen Sinne heutzutage aus? Dabei befolgen sie zehn Regeln. Eine davon lautet: „Folge deiner Leidenschaft“.

Leidenschaftlich gehen sie den Fragen fantasievoll mit bunten Kostümen, Perücken, Poetry-Slam und frischen Tanzchoreografien auf den Grund. Die Anstrengungen werden bildhaft deutlich durch das schwere Aufblasen eines giftgrünen Sofas.

Die eingespielte Musik und Geräusche verstärken die Aussagen der Bühnenhandlung.. Eindrucksvoll war da zum Beispiel das eingespielte pochen eines rasenden Herzschlag während die beiden Frauen von ihren Ängsten in unserer Zeit sprechen

Das streng regulierende und rigide Bachelor-System wird zwischen als gehetzter Lauf zwischen Marathon und Sprint plastisch dargestellt.Eine wichtige Rolle spielen die Nadja Tolokonnikowas „Anleitung für eine Revolution. von den „Pussy Riots“. Ein Kernsatz daraus : „Ein Wort wie „Bitch“ oder „Miststück“ handelt von Macht. Die roten gehäkelten Sturmmützen der Pussy Riots kommen auch auf der Bühne zur Geltung. Es geht darum, sich den negativ besetzten Begriff „Bitch“ wieder positiv feministisch zu erobern. Es ist immer noch wichtig, dass Frauen weiter für ihre Gleichberechtigung kämpfen.

Alle politisch aktuelle Themen wie Fremdenhass, Pegida, Trump u.a. wurden angesprochen. Fatima hielt ein brennendes Plädoyer dafür, die Menschen nicht nach dem zu beurteilen wie sie aussehen, sondern danach wer sie sind und für was sie einstehen.

Humor und Selbstironie kamen bei der Aufführung nicht zu kurz. So wurde am Ende noch eine lustige elfte Regel hinzu gefügt.

Weitere Vorstellung im Depot gibt es am Fr. 24.02., Do 9.3. jeweils 20 Uhr und weitere im April und Mai.

Karten unter ticket@theaterimdepot.de




Feminismus zwischen Uni und Theater

Vorsicht! Die „Bitches“ sind im Kampfmodus. (Foto: © Christine Köck)

Am Freitag, den 27.01.2017 um 20:00 Uhr hat das Stück „B.A.-Bitches des professionellen freien Theaterkollektivs KomplottLegal unter der Regie von Isabel Stahl Premiere im Dortmunder Theater im Depot.

Den Rahmen der Handlung bildet das Leben der beiden Studentinnen Fatima (Fatima Talalini) und Lio (Lioba Sombetzki) auf dem Weg zum Bachelor of Arts (B.A.). Sie präsentieren ihre erste Performance und erzählen von ihrem schwierigen streng regulierten und strukturierten B.A.-Unileben zwischen Studium und Beruf. Zur Sprache kommt natürlich auch das schöne aber harte Leben im Off-Theater. Die freien Theater müssen immer um finanzielle Unterstützung (durch Sponsoren) für ihrer Projekte kämpfen und sind gleichzeitig um ihre Unabhängigkeit bemüht.

In Form von Collagen setzen sich die beiden Frauen mit existenziellen Fragen und der Bedeutung von Feminismus in unserer heutigen Zeit auseinander. Das sind Fragen wie: Wie soll mein Leben verlaufen? Was ist Erfolg? Wie bekommt man Erfolg? Gibt es ein Recht auf persönliche Erfüllung? Was ist eine „Bitch“ im feministischen Sinn? Wie kann eine sinnvolle politische Auseinandersetzung aussehen?

Dabei spielen die Texte aus Nadja Tolokonnikowas „Anleitung für eine Revolution“ eine wichtige Rolle“, so Stahl. Tolokonnikowa ist Teil der durch ihre spektakulären politischen Aktionen weit über Russland bekannt gewordenen feministischen Punkrock-Band „Pussy Riots“. Daraus stammt unter anderem der Satz: „Ein Wort wie „Bitch“ oder „Miststück“ handeln von Macht“. Frauen müssen immer noch in vielen Bereichen gegen Diskriminierung kämpfen.

Es geht darum , das negativ besetzte Wort „Bitch“ (Schlampe, rücksichtsloses Miststück) neu feministisch zu erobern, positiv zu besetzen und die Rechte von Frauen auf Selbstverwirklichung zu stärken, betonten die Beteiligten an der Produktion. Es wird aber kein belehrendes Stück mit erhobenen Zeigefinger.

Video wird bei dieser Produktion keine Rolle spielen. Musik und eine Kampfchoreografie wird aber von Bedeutung sein.

Die weiteren Vorstellungen von „B.A.-Bitches“ sind am 28.01., 24.02. und 09.03. jeweils um 20 Uhr im Depot Dortmund. Kartenvorbestellung unter 0231 9822336 oder ticket@theaterimdepot.de




Zauberhaft sinnliches Wintermärchen

Kay im Banne der Schneekönigin (Foto: © Kulturbrigaden)

Nach langer Vorbereitungszeit unter der Regie von Rada Radojcic war es für das junge Ensemble Kulturbrigaden endlich so weit. Sie hatten am Samstag, den 14.01.2017 im Theater im Depot mit ihrem neuen Stück „Die Schneekönigin“ nach Motiven des gleichnamigen Märchens von Hans Christian Andersen.

Die Geschichte handelt von Gerda und Kay, deren große Freundschaft von der „eiskalten“ Schneekönigin gehörig auf die Probe gestellt wird. Mit Hilfe ihres teuflischen Hofzauberers versucht sie, den Jungen an sich zu binden und in ihre Welt zu locken. Durch einen Splitter eines Zauberspiegels wird ins Auge getroffen und er kann so Gutes nur Böse sehen. Seine Seele wird kalt. Verzweifelt verspricht Gerda ihrer Großmutter, ihn zurück zu holen und seine Seele zu retten. Dabei begibt sie sich auf einen gefährlichen Weg voller Gefahren. Gelingt es ihr, ihren Freund zu retten?

In diesem Märchen geht es um den Wert von Liebe, Freundschaft und Vertrauen gerade in harten, eisigen Zeiten. Wie groß ist deren Bedeutung für die Menschen in unserer schnelllebigen Zeit?

Wie immer in ihren Produktionen gingen die jungen Kulturbrigaden auch dieses Stück mit ihrer besonderen Ästhetik, musikalischem Hintergrund und rasanten Choreografien an. Die elf erst 9 bis 14-jährigen Kinder und Jugendlichen zeigten dabei nicht nur eine Menge Spielfreude sondern auch auch noch sprachliche Professionalität.

Was zeichnet den besonderen Stil aus? Wunderbare Kostüme und Masken sowie der gezielter Einsatz von Licht, Geräuschen und Musik. Die Bühnenausstattung ist dabei minimalistisch. Das Schloss der Schneekönigin erstrahlt erst durch die entsprechende Lichtbeleuchtung und Stofffäden als solches.

Ob Wind, Sturm oder Bedrohung, für alles findet sich jeweils ein passender Geräuschhintergrund. Neben sphärischen musikalischen Klängen wird dem jungen Publikum aber zum Beispiel auch eine moderner Rap des „mutigen und furchtlosen“ Kay geboten. Modern ist auch der Einsatz von Requisiten wie Rollerskates.

Ein wunderschönes Stück dieses jungen Ensembles und ihrer engagierten Regisseurin. Weitere Termine und Informationen finden sie unter: inf@theaterimdepot.de oder aber unter Tel: 0231/982 120

 

Gerda in den Fängen der Räuberbande (Foto: © Kulturbrigaden)