Junge Wilde – Randell Goosby im Dortmunder Konzerthaus
Im Rahmen der Reihe „Junge Wilde“ waren am 20.04.2026 im Konzerthaus Dortmund der amerikanische Geiger Randall Goosby, die junge Cellistin Minjoung Kim und Zhu Wang am Klavier zu Gast.
Auf dem Programm standen drei Klaviertrios von unterschiedlichen Komponisten aus verschiedenen Jahrzehnten.
Zu Beginn erklang das Klaviertrio e-Moll (1893) des eher unbekannten Komponisten Samuel Coleridge-Taylor (1875–1912). Dieser hatte nicht nur – wie beispielsweise sein Kollege Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) – damit zu kämpfen, im Schatten des übermächtigen „Musik-Titanen“ Ludwig van Beethoven (1770–1827) zu stehen, sondern erfuhr als Sohn eines schwarzen Vaters aus Sierra Leone zudem gesellschaftliche Widerstände. Mit großer musikalischer Sensibilität vermittelte das Trio dem Publikum die Dramatik des ersten Satzes sowie die weitere Entfaltung des thematischen Materials mit all seinen Wendungen bis hin zum temporeichen Finale.
Das darauffolgende Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49 von Felix Mendelssohn Bartholdy (1839) ist geprägt von einem eher ungewöhnlichen Beginn mit einer langgezogenen, sich entwickelnden Kantilene. Das Klavier führt hierbei virtuose Gedanken in den Dialog der Instrumente ein. Im Andante stellt das Tasteninstrument das sich liedhaft entfaltende thematische Material vor, das fließend von einer Wellenbewegung der Streicher getragen wird und sich am Ende zur Elegie ausweitet. Das anschließende Scherzo weckt Assoziationen an Waldgeister oder Elfentänze.

Das unscheinbare, jedoch tiefgründige Klaviertrio Nr. 7 B-Dur op. 97 „Erzherzog“ (1811) – von Beethoven seinem Gönner Erzherzog Rudolph gewidmet – weist keinen dramatischen Unterton auf. Vielmehr bietet es einen eher unbekümmerten und ausladenden Klanggesang, der sich flächig ausbreitet. Erstmals lässt der Komponist das Klavier ein Trio allein beginnen – ein Zeichen der Nicht-Unterordnung dieses Instruments. Immer wieder sind volkstümliche Weisen zu hören, besonders im wienerischen Scherzo, das wie ein kleiner Walzer anmutet. Im Andante wird gekonnt mit unterschiedlichen Charakteren gespielt. In diesem etwas sperrig klingenden Satz dauert es einige Zeit, bis alle Instrumente die Melodien voll aussingen dürfen. Der Schlusssatz beginnt zunächst harmonisch, hält gegen Ende jedoch noch einige musikalische Überraschungen bereit.